Laura Wunsch – Dem Schicksal trotzen

Laura Wunsch

Autorin Laura Wunsch

Laura Wunsch ist eine junge Frau – noch keine dreißig Jahre alt. Seit frühster Kindheit leidet sie an  einem unheilbaren Hirntumor, der auch zu ihrer Blindheit geführt hat, mit der sie seitdem leben muss. Um ihr Schicksal zu verarbeiten und zu zeigen, wie in einer besseren Welt, mit einem kranken Mensch umgegangen werden sollte, hat Laura Wunsch ein Buch geschrieben. „Kenny der kleine Kämpfer“ ist ein tieftrauriges, bewegendes, aber auch mutmachendes Buch, das von großen Gefühlen, Liebe und Tod, aber auch Hoffnung und dem Menschsein in all seinen Facetten erzählt. Die darin enthaltenen Bilder hat Laura Wunsch selbst gemalt – trotz Blindheit. tredition hat mit der Ausnahmeautorin über ihre Geschichte, das Schreiben und vor allem den Mut gesprochen, den sie an andere Betroffene weitergeben möchte.

 

„Das, was Kenny erlebt, ist das, was ich den Menschen mit einem so harten Schicksal wünschen würde.“

 

tredition: Liebe Frau Wunsch, Sie haben kürzlich Ihr Buch „Kenny der kleine Kämpfer“ bei uns veröffentlicht, ein Buch, das autobiographische Züge trägt. Hat es Sie viel Überwindung gekostet, eine so schicksalhafte Lebensgeschichte mit der Öffentlichkeit zu teilen?

Laura Wunsch: Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich krank bin, aber es ist nicht meine Biographie und hat nur äußerst wenig mit meinem Lebenserfahrungen zu tun. Das, was Kenny erlebt, ist das, was ich den Menschen mit einem so harten Schicksal wünschen würde. In der Realität ist dies jedoch meist nicht so. Deshalb habe ich es in „Kenny der kleine Kämpfer“ so dargestellt, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich habe bewusst Ereignisse aus meiner eigenen Biographie nicht beschrieben. Es wäre zu kompliziert gewesen, diese zu verarbeiten und verständlich zu erklären.

tredition: Was  hat Sie zum Schreiben inspiriert?

Laura Wunsch: Ich wollte eine Möglichkeit beschreiben, wie gut mit kranken Menschen umgegangen werden könnte, da das realistischerweise oft nicht einfach ist. Das Buch ist für alle, die den Mut brauchen, nicht aufzugeben.

tredition: Und wie sind Sie beim Schreiben vorgegangen? Wie lange hat der Schreibprozess gedauert und gab es Hürden beim Schreiben?

Ich habe etwa vor vier Jahren mit „Kenny der kleine Kämpfer“ angefangen. Ich musste den Schreibprozess oft gesundheitsbedingt unterbrechen. Es war mir aber sehr wichtig, das Buch noch zu Ende zu bringen. Auch wenn es in einer etwas kürzeren Version fertig geworden ist: Was zählt ist, es ist fertig geworden. Ich habe mit dem Ende angefangen, da ich genau wusste, wie die Geschichte enden sollte und dann eingefügt, was mir am wichtigsten ist.

tredition: Haben Sie Lieblingsbücher, die Sie beim Schreiben inspiriert haben?

Laura Wunsch: Nein, auch deshalb war es mir wichtig, ein Buch mit dieser Thematik zu schreiben.

tredition: Ihr Buch erzielte bereits ein großes Echo in der Presse, kürzlich gab es einen Beitrag zu Ihnen im Hessischen Rundfunk. Freut es Sie, dass Ihre Geschichte auf Interesse stößt?Kenny der kleine Kämpfer

Natürlich, mir ist wichtig, dass möglichst viele Menschen das Buch lesen und viele gute Botschaften für sich mitnehmen. In den Medien haben einige wichtige Angaben zu meiner Person gefehlt. Ich bin wegen meines Tumors von Kindheit an blind. Ich habe in meinem Leben zwar nicht viele Freunde gefunden, dafür aber sehr gute.

tredition: Welche Resonanz von Lesern haben Sie bisher auf Ihr Buch bekommen?

Laura Wunsch: Die Rückmeldungen von meinen Lesern waren bisher sehr positiv. Über weiteres Feedback würde ich mich natürlich freuen.

tredition: Aus welchen Gründen haben Sie sich dafür entschieden, bei tredition zu veröffentlichen?

Laura Wunsch: Da bei tredition jeder die Möglichkeit hat, ein Buch zu veröffentlichen und tredition mir auch einen Lektor empfohlen hat. Die Verlagsmitarbeitet bei tredition sind zudem  freundlich und kompetent.

tredition: Welche Tipps zur Buchveröffentlichung haben Sie für Autoren, die vor der Entscheidung stehen, wie und wo sie ihr Buch publizieren?

Laura Wunsch:

  1. Jeder Autor sollte sich darüber klar sein, was er durch die Veröffentlichung seines Buches erreichen möchte.
  2. Jeder Autor muss damit rechen, dass sein Buch von seinen Lesern ernst genommen wird.
  3. Man muss sich sicher sein, dass man auch mit negativer Resonanz umgehen kann.
  4. Es ist wichtig, dass man jederzeit zu dem stehen kann, was in dem Buch geschrieben steht.
  5. Auf jeden Fall das Manuskript vor der Veröffentlichung Korrekturlesen lassen.

tredition: Was haben Sie beim Schreiben als größte Herausforderung empfunden?

Laura Wunsch: Seit einiger Zeit habe ich aufgrund meiner Erkrankung eine fast vollständige linksseitige Lähmung. Seitdem kann ich nur noch mit der rechten Hand schreiben. Es ist mir immer schwerer gefallen, mich an den Rechner zu setzen. Zudem bin ich aufgrund der Medikamente stetig müde. Meine Lebensqualität nimmt seitdem rapide ab …

Als ich wusste, dass ich nicht mehr viel Zeit hatte, das Buch zu vollenden, musste ich mich auf die wichtigsten Botschaften beschränken. Ich hätte meinen Lesern noch mehr Botschaften vermitteln wollen, wenn ich noch mehr Zeit gehabt hätte. So musste ich alles das in das Buch stecken, was mir am wichtigsten war, und es war nicht leicht herauszufinden, was das war. Jetzt wissen es meine Leser.

tredition: Ihr Buch handelt vom Sterben, aber es erzählt auch in einfühlsamer und beeindruckender Weise von Liebe und Hoffnung, was können Sie Betroffenen oder Menschen mit ähnlichen Schicksalen empfehlen?

Ein hartes Schicksal wie das meine kann niemand vollständig nachvollziehen, wenn er oder sie nicht selbst betroffen ist. Man sollte nicht zu viel darüber nachdenken, denn sonst geht man daran zugrunde. Man sollte aus dem Leben noch so viel machen wie möglich und sich an den schönen Dingen freuen, so gut es eben geht. Dabei ist aber wichtig, dass es „schön“ in dem Sinne nicht mehr gibt. Ein „Nicht schlecht“ muss schon als „schön gelten.

tredition: Liebe Frau Wunsch, wir danken Ihnen recht herzlich für ein bewegendes Gespräch!

In Kürze erscheint das erste aus einer Reihe von insgesamt vielen Kinderbüchtern von Laura Wunsch.

 

3 Antworten
  1. Krimhild Heide says:

    Liebe Laura Wunsch,

    als selbst Betroffene bin ich von Ihrem Buch begeistert.
    Es ist meines Erachtens nach ein Buch, das Kindern und Erwachsenen bei diesem schweren Thema sehr hilfreich sein wird.
    Vielen Dank für Ihr Schreiben.
    Durch Ihren Erfahrungsbericht bei der Deutschen Hirntumorhilfe bin ich auf Sie aufmerksam geworden.
    Ich wünsche Ihnen noch recht viel Lebensqualität.

    Ganz liebe Grüße
    Ihre Krimhild (krimi)

    Antworten
  2. Günter Tönges says:

    Hallo Laura und alle anderen die diese Seite lesen,
    ich kenne Laura seit 8 Jahren, ich denke ziemlich gut! Diese wirklich sehr starke junge Frau die ein wirklich schlechtes Schicksal hat, hat mir für viele, mir bis dahin unbekannte Ansichten des „Lebens“ die Augen geöffnet. Laura hat ein gutes Buch geschrieben, und wer Laura kennt versteht es noch besser. Ich kann nur allen empfehlen dieses Buch zu lesen und dann weiter Freunde und Bekannte auf dieses Buch aufmerksam zu machen.
    Günter Tönges

    Antworten

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