Heute schon geschwitzt? Gespraech mit dem Saunaspezialisten Christian Dohrn

Christian Dohrn

Bild: tredition-Autor Christian Dohrn, in allen Fragen rund um das Saunieren Spezialist

In die Infrarotkabine, das Dampfbad oder lieber das Rasul? Die Optionen des Saunierens haben sich in den vergangenen Jahren vervielfacht. Doch Obacht! Es sollte dabei nicht nur Wert auf gesundheitsbewusstes Saunieren gelegt werden, sondern auch darauf, wie die jeweilige Saunaanlage gehegt und gepflegt wird. Worauf es dabei zu achten gilt, beschreibt tredition-Autor Christian Dohrn ausführlich in seinem Buch „Der Saunatester“.

Dohrn bildet seit 2004 Mitarbeiter in Form von mehrtägigen Inhouse-Schulungen zum Saunameister aus. Er optimiert die Qualität von SPA-Anlagen sowohl unter Zuhilfenahme von „Mystery Checks“ als auch der Überprüfung von Arbeitsabläufen und Organisationsstrukturen. Im Interview mit tredition erklärt er, worauf der kundige Saunagänger achten sollte und wie sich das Saunieren für ihn vom Hobby zur beruflichen Passion entwickelt hat.

Wir freuen uns besonders, dass Christian Dohrn für die zweite Runde des Amazon-Autorenpreis nominiert ist! Bis 1. August können alle Amazon-Kunden ihre Stimme für Herrn Dohrn abgeben! Gleichermaßen ist übrigens auch die tredition-Autorin Susanne Fuß mit ihrem Titel „Driving Phil Clune“ nominiert. Weitere Informationen zur Abstimmung gibt’s hier!

trediton: Lieber Herr Dohrn, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Teilnahme am Amazon-Autorenpreis! Ihr Buch ist erst seit Ende 2014 auf dem Markt. Wie ist bisher die Resonanz der (Fach-)leserschaft auf Ihr Werk?
Christian Dohrn:
Besten Dank! Mein Buch „Der Saunatester“ scheint auf dem besten Wege zu sein, interessierte Leser zu finden. Die ersten Verkaufszahlen für mein Fachbuch übertreffen meine Erwartungen, worüber ich mich natürlich sehr freue!

trediton: Sauna bedeutet ja zunächst einmal Schwitzen, was das Zeug hält… weshalb fasziniert die Sauna eigentlich so viele Menschen? Und wann haben Sie Ihre Faszination für das Saunieren entdeckt?
Christian Dohrn:
Das die äußere Wärmeeinwirkung sich positiv auf die Physis und Psyche auswirkt, dürfte der Menschheit seit der Kultivierung des Feuers bekannt sein. Im letzten Amazon AutorenpreisJahrhundert stand der Saunabesuch ganz im Zeichen der Gesundheit. Das man durch den Saunaaufenthalt seinerzeit auch die Gelegenheit hatte, das andere Geschlecht einmal unbekleidet zu sehen, mag für den einen oder anderen Saunagast auch ein überzeugendes Argument gewesen sein (lacht). In der heutigen Zeit, oder besser gesagt, seit den Anfängen des Wellness-Hypes, gewinnt auch der Kommunikationsgedanke immer mehr Raum. Der Gast möchte nicht nur seiner Gesundheit etwas Gutes tun, nein, man trifft sich mit Freunden in den modernen Wellness-Tempeln der Neuzeit und schätzt dementsprechend auch die Kommunikation untereinander.

Ich war für meine Zeit ein sehr früher Saunagänger. Bereits mit 16 Jahren habe ich die Sauna kennen und schätzen gelernt und mich recht schnell zum Stammgast entwickelt. Als die ersten größeren Saunaanlagen gebaut wurden, wie zum Beispiel die Kurhessen Therme in Kassel, war ich sicherlich einer der ersten „Saunatouristen“, die mehrere hundert Kilometer Anfahrt für ein entspannendes Wochenende  in Kauf nahmen …

tredition: Wann entwickelte sich die Sauna für Sie zu einer beruflichen Passion?
Christian Dohrn:
Wie das Leben mitunter so spielt, wurde diese Entscheidung eher aus der Not heraus geboren. Als früherer Abteilungsleiter der Immobilienabteilung eines Kreditinstitutes habe ich mich gemeinsam mit meiner Frau eines Tages entschlossen, meinen Kindheitstraum eines Pazifikaufenthaltes zu verwirklichen. Lange Rede – kurzer Sinn; nach zwei Jahren Aufenthalt in Australien, Neuseeland, Tonga und den Fidschi Inseln war ich für die hiesige Kreditwirtschaft keine Option mehr … Dann beginnt man(n) sich natürlich schon zu fragen: „Und was nun?“ Meine Selbständigkeit war also aus der Not heraus geboren. Die Entscheidung jedoch, mein großes Hobby zum Beruf zu machen, habe ich nie bereut und bin nach wie vor mit Herzblut dabei.

Der Saunatester von Christian Dohrn

Bild: Cover „Der Saunatester“, im November 2014 bei tredition erschienen

tredition: Was wären, einmal vereinfacht, drei „Schlüsselfaktoren“, die einem Saunagänger zeigen, ob er es mit einer professionellen Sauna-Anlage zu tun hat?
Christian Dohrn:
In Gedenken an den großen deutschen Banker Hermann Josef Abs ist diese Frage einfach zu beantworten; die Sauberkeit, die Sauberkeit und noch einmal die Sauberkeit!
Im Saunatester habe ich einige einfache Testverfahren vorgestellt, die für jeden Gast einfach und schnell anzuwenden sind. Selbstverständlich spielt auch die Motivation und Fachkenntnis der Mitarbeiter eine entscheidende Rolle. Eine großzügige Ausstattung rundet das Angebot ab.

tredition: Überwiegt aus Ihrer Profisicht in Deutschland die Anzahl guter Saunaanlagen?
Das empfinde ich als eine schwere Frage und sollte differenziert betrachtet werden. Die deutsche Saunakultur ist weit entwickelt und viele Saunaanlagen sind erstklassig ausgestattet – keine Frage! Mitunter mangelt es jedoch an der Sauberkeit, was vielfach auch auf die Unkenntnis des Reinigungspersonals zurückzuführen ist. Last not least möchte ich die Frage mit Einschränkungen bejahen. Letztendlich muss das jeder Gast für sich entscheiden; die nötigen Kriterien sind in meinem Buch ausführlich gelistet und besprochen.

„Die perfekte Saunanalage gibt es nicht.“

tredition: Welche Erfahrungen sammeln Sie bei Mystery Checks?
Christian Dohrn:
Um es vorweg zu nehmen, die perfekte Saunaanlage gibt es in den Augen eines Testers nicht. Wer sucht, der wird selbstverständlich auch Mängel vielfältigster Art finden. Von entscheidender Bedeutung für die Gesamtbeurteilung ist die Bedeutung des Fauxpas. Eine Glastür mit Schlieren zum Beispiel gerät vollkommen in den Hintergrund, wenn man später einen dicken Biofilm unter dem Sitz im Dampfbad entdeckt, bäääh! Wichtig ist zu wissen, was worauf zu prüfen ist und welche Priorität dem Mangel beizumessen ist. Da gibt es schließlich eine ganze Reihe von Abstufungen zwischen der Staubschicht auf der Oberfläche der Lampenverkleidung und dem fetten Biofilm im Dampfbad.

tredition: Sind Sie in den einschlägigen Saunaanalgen bereits ein gefürchteter Gast?
Als Tester bin ich sicherlich nicht der angenehmste Gast für den Saunamitarbeiter und erhalte mitunter – besser gesagt bedauerlicherweise meistens – Antworten, die weder fachspezifisch noch aus Sicht der Gästebetreuung akzeptabel sind. Bedauerlicherweise hält nicht jede Saunaanlage es für nötig, die Mitarbeiter fachlich zu schulen. Falls die Antwort fachlich korrekt ist, hapert es meistens an der Gesprächsführung. Als Gast habe ich keine Freude an vier auswendig gelernten, mir unverständlichen Fachphrasen, die mir als Weisheit letzter Schluss verkauft werden. Als Gast erwarte ich auf eine einfache Frage eine einfache Antwort ohne erst ein Lexikon oder Fremdwörterbuch studieren zu müssen. Saunameister, die meinen, sich über den Gast profilieren zu müssen, scheinen mir trotz einer guten Fachausbildung fehl am Platze zu sein. Begeistert bin ich immer wieder von Saunameistern, die erkennbar Freude an ihrer Tätigkeit haben, über ein gutes Auge verfügen und sympathisch auf die Gäste wirken – leider die Minderheit …

tredition: Wie unterscheidet sich die Sauna in Europa von der in Übersee?
Christian Dohrn:
Da selbst in Europa die Saunakultur sich unterschiedlichst entwickelt hat, ist die Frage so nicht zu beantworten. So hat zum Beispiel die finnische Saunakultur herzlich wenig mit der deutschen zu tun …, unsere Saunakultur hat sich eigenständig weiter entwickelt und einem Finnen ist ein deutscher Saunabesuch eher suspekt. Sollten Sie tatsächlich zum Beispiel bei Ihrem Urlaub in Miami in der Hotelsauna auf die Idee kommen, sich nackt auf die Saunabank zu setzen, so wird Ihr Kreuzfahrtschiff vermutlich ohne Sie auslaufen. Entweder verbringen Sie einige Tage hinter Gittern oder Ihre Urlaubskasse erlaubt Ihnen keine weiteren Eskapaden mehr …

„Testen Sie Ihre Stamm-Sauna!“

tredition: Wie entstand die Idee zu Ihrem Buch?
Christian Dohrn:
Es lag mir nicht nur am Herzen, dem Saunagast das gesunde Saunieren näher zu bringen, darüber gibt es schließlich schon das eine oder andere Buch. Nein, wichtig war mir vor allen Dingen auch, dem Gast die Möglichkeiten der Qualitätsbeurteilung eine Saunaanlage transparent zu erschließen. Letztendlich habe ich den Traum, dass einige Leser den einen oder anderen Tipp umsetzen und mit ihren neuen Erkenntnissen die jeweilige Betriebsleitung konfrontieren werden. Glauben Sie mir einfach und vertrauen meinen Erfahrungen; erst bei konkreten und begründeten Beschwerden wird sich etwas ändern. Testen Sie doch einfach einmal Ihre Stammsauna!

tredition: Weshalb haben Sie sich für Self-Publishing und speziell tredition entschieden?
Christian Dohrn:
Als neuer Autor von einem marktpräsenten Verlag publiziert zu werden, die Wahrscheinlichkeit dürfte im Mikrobereich liegen. tredition bot mir als „junger Autor“ die kostengünstige Möglichkeit, mein Buch kurzfristig zu veröffentlichen und erschloss mir alle Vertriebsmöglichkeiten. Auf diesem Wege darf ich mich für die unkomplizierte Zusammenarbeit bedanken!

tredition: Wie werben Sie für Ihr Buch?
Christian Dohrn:
Ich betreibe eine eigene Website als Autor (www.dohrn.info) und habe auch eine eigene Autorenpage bei AMAZON. Zudem versuche ich noch über Facebook mein Buch zu präsentieren. Vielleicht findet ja auch tredition, der Verlag meines Vertrauens die eierlegende Wollmichsau für mein Buch?!

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