Bestsellerautor Eike Rappmund über das Autorennetzwerk „Great.Life Books“

Eike Rappmund

Macht sich für Indie-Autoren stark: Eike Rappmund, selbst Autor und KOmmunikationsexperte

Gemeinsam unter einer Marke Autoren erfolgreich platzieren – das ist die Zielsetzung des Netzwerks Great.Life.Books, das tredition-Autor Eike Rappmund gemeinsam mit Partnerin CoCo Achinger gegründet hat. Vor allem geht es dabei um eine erfolgreiche Vermarktungsstrategie für jeden einzelnen Autor. Über die Stellschrauben erfolgreicher Autoren- und Buchwerbung und die einzelnen Module von Great.Life sprachen wir mit Eike Rappmund – sein „Handbuch Manipulation“ ist der Sachbuch-Bestseller von tredition.

tredition: Du bist selbst Fachbuchautor, Experte für Kommunikation, aber auch Coach & Therapeut und als solcher auch in eigener Praxis selbständig…. Und nun berätst und unterstützt Du auch noch andere Self-Publishing-Autoren. Wie schaffst Du das alles zeitlich?

Eike Rappmund: Ich glaube, wenn man liebt was man tut, ist Arbeitsumfang und Zeit eine nicht so wesentliche Komponente im eigenen Energiemanagement. Außerdem bin ich ja zum Glück nicht alleine. Meine Partnerin CoCo, die maßgeblich die Idee des GreatLife.World Netzwerkes entwickelt hat, weht als kreativer Geist stetig um mich.

Ich liebe das, was ich tue. Vielleicht müsste ich sagen: endlich wieder. In den frühen 1990er Jahren habe ich mich, damals noch im sog. „neuen Markt“, mit einer schnell wachsenden Werbeagentur selbständig gemacht. Das hat wunderbar zu meiner therapeutischen und beratenden Arbeit gepasst. Es hat sich sogar ergänzt. Beide Zielgruppen wollten das gleiche: Sie wollten ihre Träume und Visionen leben und gestalten. Die Menschen, die heute zu mir ins Coaching kommen, wollen das immer noch. Der „neue Markt“ aber hat sich gewaltig verändert. Dort habe ich in den letzten Jahren mehr und mehr den Eindruck gewonnen, dass es nur noch um Profit geht. Träume und Visionen müssen sich sputen um rechtzeitig den „Break Even“ zu erreichen und haben nur noch selten etwas mit substantiellem Leben zu tun.

Das ist nach meiner Erfahrung mit Indie-Autoren ganz anders. Menschen, die ein Buch schreiben, haben eine Botschaft. Sie haben etwas über sich und das Leben überhaupt zu sagen, dass sie teilen wollen. Mit solchen Menschen zu arbeiten, ist ein Geschenk. Das motiviert nicht nur, sondern gibt auch bei einem 16 Stunden Tag wahnsinnig viel Kraft zurück.

Thematischer Fokus auf „die Großartigkeit von Leben“

GreatLifeBooks_logotredition: Gemeinsam mit Deiner Partnerin und 15 Autoren hast Du das Netzwerk GreatLife.World gegründet. Was verbirgt sich genau dahinter und was ist Eure Zielsetzung?

Eike Rappmund: Wie der Name schon sagt, liegt unser thematischer Fokus auf der „Großartigkeit von Leben“. Und das – davon sind wir überzeugt – lässt sich gemeinsam am besten erleben, gestalten und entwickeln.

Greatlife.World ist dabei unsere Dachmarke. Sie gliedert sich in:

  • Books – das ist unser „Indie-Verlags-Netzwerk“,
  • die GreatLife.University – hier produzieren wir mit unseren Autoren & Trainern Online-Kurse als Ergänzung zum Buch,
  • die GreatLife.Events (Vorträge etc.)
  • und die GreatLife.Projects rund um vitale Ernährung, Bewegung und Mindwork.

All diese Bereiche stehen unseren Autoren, Trainern und Speakern kostenlos zur Verfügung. Kostenlos in dem Sinne, dass Sie kein extra Budget dafür in die Hand nehmen müssen. Dafür teilen wir uns später fair die Einkünfte aus Margen und Gewinnen. Wir ziehen also alle und immer am gleichen Strang, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen.

Die Idee, ein Netzwerk zu haben, in dem man unter Gleichgesinnten ist und in dem man als Autor vieles an ganz konkreten Marketingaufgaben einfach als erledigt abhaken kann, hat seit Gründung voll eingeschlagen. Derzeit haben wir derart viele Anfragen, neue Ideen und kreative Konzepte, dass wir kaum hinterherkommen.

Erfolgsbeispiel: Wie Timo Ameruoso ein Shooting Star wurde

tredition: Welche Leistungen bietest Du Autoren an, die sich dem Netzwerk anschließen?

Eike Rappmund: Jeder Indie-Autor hat sofort die endlos lange ToDo-Liste vor Augen, die mit so einem Buchprojekt auf einen zukommt. Schreiben ist ja nur das Eine, der ganze Veröffentlichungsprozess und das kontinuierliche Marketing das Andere. Und ich weiß, wovon ich spreche. Als ich mein erstes Buch geschrieben habe und viele PR- & Marketingagenturen meine Anfrage zur Unterstützung mit allen möglichen Argumenten abgelehnt hatten, blieb mir ja nichts anderes übrig, als es eben selbst in die Hand zu nehmen. Immerhin bewege ich mich ja in diesem Markt seit über 20 Jahren, also habe ich mir auch eingebildet, dass ich das hinbekommen müsste. Herausgekommen ist ein von tredition im letzten Buchreport gekürter Sachbuch-Bestseller auf Platz 1. Das macht mich schon stolz und sehr, sehr glücklich.

tredition: Von diesem Erfahrungsschatz können Autoren des Netzwerks also konzipieren…

Eike Rappmund: Genau. Mittlerweile haben wir ein so großes Netzwerk, dass wir einen Autor beinahe in allen Bereichen unterstützen können.

Ganz konkret nehmen wir ihm folgende Aufgaben ab – und das ohne irgendwelche Kosten für ihn:

  1. Alles rund ums Buch: u.a. professionelles Lektorat, Buchblock & -Satz, Coverentwicklung
  2. Kick-Off Marketing: Testleser, Social Media Marketing, Beratung und Konzept, Autoreninterviews, prof. Fotos, Pressekontakte
  3. Kontinuierliches Marketing: Entwicklung weiterer, ergänzender Produkte (wie z.B. Online-Kurse, Vorträge und Workshops), Direktvertrieb an den stationären Buchhandel, gemeinsame Pressearbeit usw.

tredition: Welche Erfolge habt Ihr für Eure Autoren bereits erzielt?

Timo Ameruoso

Autor Timo Ameruoso

Eike Rappmund: Nehmen wir zum Beispiel Timo Ameruoso, einen hessischen Rollstuhlfahrer, der seit 30 Jahren mit Pferden arbeitet: Als ich ihn kennenlernte, spielte er gerade mit dem Gedanken alles hinzuschmeißen. Seit Jahren hatte er versucht mit seiner Methode, wie man natürlich und gewaltfrei mit Pferden arbeiten und trainieren kann, Öffentlichkeit zu bekommen. Erfolglos. Ein Buch hatte er schon mal bei einem Verlag veröffentlicht. Wie üblich aber, stellte dieser sich nicht wirklich stark hinter ihm auf. Vergebene Liebesmühe. Nun hatte er ein zweites Buch in der Schublade, in dem sein ganzes Knowhow über seine Arbeit steckte. Es zu veröffentlichen, traute er sich aber nicht mehr. Sein Traum von seiner Arbeit mit Pferden leben zu können, schien unerreichbar geworden.

Wir haben damals als erstes sein Manuskript strukturiert und in unser Lektorat gegeben. Parallel haben wir angefangen, seinen Außenauftritt (Website, Flyer, Social Media-Präsenz usw.) zu professionalisieren. Wir haben unsere drei klassischen Autoren-Videos mit ihm abgedreht und über alle möglichen Kanäle begonnen, sie zu verteilen. In einem Satz: Wir haben alles getan, damit die Presse und Journalisten wieder Spaß und Feuer an seiner Geschichte fangen konnten. Und so kam es dann auch. Die Hessenschau drehte über Ameruoso und seine Pferde einen 4-Minüter. Selbstverständlich haben wir den sofort in Facebook und Co. verteilt. Das Ergebnis war überwältigend. Über 13 Millionen Mal verbreitete sich dieser Trailer innerhalb einer Woche durch die Sozialen Netze. Das hatte natürlich Folgewirkung. Danach ging alles ganz leicht. Zwei Stunden im Radio bei Bärbel Schäfer, Bayrischer Rundfunk, Einladung nach Brasilien und Österreich, 2 Stunden im Regionalfernsehen, usw. Bis heute reiten wir diese Welle und befeuern sie, so gut es geht. Timo ist eine absolute Erfolgsgeschichte und sein Buch ein Verkaufserfolg. Diese Geschichte bestätigt uns jeden Tag, dass das, was und wie wir es tun, mehr als nur richtig ist. Auf unserer Website greatlifebooks.de unter Autoren findet man bereits eine ganze Menge weiterer Erfolgsbeispiele.

tredition: Wie und auf welchen Kanälen betreibt Ihr Werbung für GreatLife?

Eike Rappmund: Auf allen, die möglich sind und sich uns bieten. Aber konkret: Selbstverständlich nutzen wir die Sozialen Netzwerke. Ich glaube, wenn wir unsere Fanbase über alle Einzelprojekte derzeit zusammenrechnen, dann kommen wir auf eine Reichweite von über 20.000 Kontakten. Aber auch die Netzwerke der Autoren sind entscheidend. CoCo und ich verfügen über langjährige gute Beziehung zum Fernsehen. Wenn sich ein Thema anbietet, geben wir unser Möglichstes, den Autor auch dahin zu vermitteln. Wir nutzen die großen Portale für Online-Kurse (jeder Autor kann in der Regel auch problemlos über sein Thema einen Kurs halten), wir arbeiten an der GreatLife.Events – eine Bühne, auf dem sich unsere Autoren hoffentlich nächstes Jahr schon wieder finden werden. Wir arbeiten an einem eigenen Magazin, in dem sich unsere Autoren regelmäßig zu einem Thema fachlich äußern können. Und so weiter. Ideen gibt es ohne Ende. Sie alle auf den Boden zu bringen, wird aber noch ein Weilchen dauern.

Netzwerk ohne Kleingedrucktes

tredition: Das Netzwerk funktioniert ohne Verträge, auf Basis einer ehrlichen Beziehung zueinander. Ist das nicht für beide Seiten auch ein Risiko bzw. lässt sich das so aufrechterhalten, wenn Great.Life stetig wächst?

Eike Rappmund: Eine sehr gute Frage, an der ich selbst täglich wachse. Wir investieren in ein Buchprojekt eines Autors rund 200 bis 250 Stunden Arbeit. Bis wann sich das für uns amortisiert, kann sich jeder selbst ausrechnen. So gesehen tragen das größte finanzielle Risiko erst einmal wir. Aber von Anfang an: Für mich ist es nicht mehr begreiflich, wie auf Basis eines schriftlichen Misstrauensvotums zu Beginn einer Zusammenarbeit ein solides, ehrliches und bereicherndes Miteinander entstehen soll. Wir wollen einen anderen Weg gehen. Wir arbeiten transparent, für jeden jederzeit nachvollziehbar, ohne Kleingedrucktes. Wir lernen miteinander Konflikte auszutragen, aber das aus einer Haltung innerer Freiheit und Selbstbestimmung heraus und nicht auf Basis von Druck und Zwang, weil es in einem Papier steht. Wir geben das, was wir entwickeln und produzieren gerne und können es auch loslassen. Ein Risiko für den Autor, Trainer oder Speaker sehe ich nicht. Wir rechnen pünktlich jeden Monat zum ersten ab. Und bisher gibt uns der Erfolg, aber vor allem die Qualität des Miteinanders unter uns allen recht.

Die drei Marketing-Stellschrauben

tredition: Wenn Du auf die bisherigen Erfahrungen im Netzwerk zurückblickst: Welche Stellschrauben lassen sich für ein erfolgreiches Marketing definieren?

Handbuch Manipulation

Das „Handbuch Manipulation“ von Eike Rappmund gehört zu den bestverkauften Titeln aus dem Hause tredition

Eike Rappmund: Das unterscheidet sich natürlich von Thema zu Thema. Immerhin sind es völlig unterschiedliche Zielgruppen, die da angesprochen werden. Da lernen wir mit jedem neuen Buch oder Thema auch dazu. Aber grundsätzlich gibt es Stellschrauben, die immer recht ähnlich sind. Ganz vorne steht immer die Fanbase in den Sozialen Medien. Über diese lassen sich Testleser – also kostengünstige Reichweite generieren. Hier findet man auch ein gutes Geben und Nehmen, wenn es um das Rezensionsmarketing geht. Man kommt in Kontakt mit den Lesern und kann sich profilieren.

Das Presse-Kit ist eine weitere Stellschraube. Journalisten und Redakteure brauchen werthaltiges Material, gute Geschichten, tolle Bilder und Videos. Immerhin will man sich ja einen persönlichen Eindruck vom Autor verschaffen können und das machen manche Autoren der Presse wirklich schwer. Zumindest gilt das für unsere Ecke der Sachbücher und Ratgeber.

Und eine letzte Stellschraube ist die innere Haltung. Über Nacht passiert nun mal nichts. Auch nicht, wenn man sich hinter seinem Buch versteckt. Es braucht Mut und einen langen Atem, wenn man sein Buch erfolgreich platzieren will. Aber das ist ein Weg, der enorm Spaß machen kann.

tredition: Am 18. Oktober wirst Du auch auf der Frankfurter Buchmesse zu Gast sein und dabei auch als tredition-Autor über Deinen Bucherfolg mit dem „Handbuch Manipulation“ sprechen. Was können angehende Autoren dort von Dir lernen?

Eike Rappmund: Sie werden viel Gutes von mir über tredition und die Zusammenarbeit mit Euch hören. Zudem hoffe ich, den Funke zum Leuchten zu bringen, der in mir für dieses tolle Projekt Great.Life brennt. Als „Indie-Verlag“ verstehen wir uns ja genau dort recht gut positioniert: zwischen Autor und Self-Publishing-Verlag. Damit schließen wir eine Lücke, die der einzelne Autor alleine nur mit viel Aufwand füllen kann und ein klassischer Verlag wohl niemals hinbekäme.

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