Das rockt: tredition-Autor Götz Hintze im Interview

Mit dem „Rocklexikon der DDR“ hat Musikdokumentar Götz Hintze dieses Jahr ein wahres Kultbuch bei tredition neu aufgelegt. Im Interview erzählt er, wie es zu dem Buchprojekt kam. Eines ist klar: Musik ist seine große Leidenschaft, was sich auch im Buch spüren lässt!

tredition-Autor Götz Hintze

Im Umfeld von Musik-Events fühlt sich Götz Hintze wohl: Sein Rocklexikon der DDR ist eine Schatztruhe für alle Musikfans

tredition: Lieber Götz, Dein Rocklexikon der DDR hat ganze 404 Seiten. Auch wenn es sich um die dritte Auflage des Werks handelt – über 500 Interpreten und Bands darzustellen und dafür zu recherchieren, dürfte einem den Schweiß auf die Stirn treiben oder?

Götz Hintze: Das ist richtig, aber da die Fertigstellung des Buches ein ziemlich langer Prozess war, hat sich das mit dem Schweiß auf der Stirn relativiert. Bei dritten Neuauflage war es so, dass ich von einem Großteil der Protagonisten Unterstützung erhalten habe, also mit Informationen gut gefüttert wurde. Der größte Aufwand war die Erstellung des 3.500 Begriffe umfassenden Indexes. Das hat viele Wochen gedauert.

tredition: Die erste Auflage erschien 1999. Wie kam es seinerzeit zu der Idee, die Rockmusik der DDR zu dokumentieren und wie lange dauerte es, bis Du alle Infos beisammen hattest, um daraus ein Buch zu machen?

Götz Hintze: Den Gedanken hatte ich schon lange Zeit vorher. Ich habe seit Anfang der 80er Jahre im DDR-Rundfunk als Musikdokumentar hauptsächlich DDR-Interpreten bearbeitet, also auch die komplette Rockszene. Als nach der Wende unser erfasster Datenbestand nicht in die ARD/ZDF-Datenbanken integriert wurde, war ich der Ansicht, dass die Interpreten nicht in Vergessenheit geraten sollten, und die Gefahr bestand. Ich hatte bereits 1990 in der Musikkartei des DDR-Rundfunks sämtliche Interpreten, die bei Platte, Fernsehen oder Rundfunk produziert hatten, mit rausgeschrieben. Das war die Grundlage für die Arbeit am Buch, die so richtig dann Anfang 1998 begann. Die erste Auflage erschien dann am 7. Oktober 1999.

tredition: Wie bist Du auf tredition als Dienstleister aufmerksam geworden?

Götz Hintze: Ich wollte die dritte Auflage ohnehin bei einem Self-Publishing-Dienstleister veröffentlichen. Nach den Recherchen und Nachfragen bei den Anbietern in Deutschland war tredition für mich die optimale Lösung. Und ich habe es bis jetzt nicht bereut.

tredition: Als Musikdokumentar beschäftigst Du Dich auch beruflich mit den „schönen Künsten“. Kannst Du kurz beschreiben, was Du genau machst und was Deinen Beruf auszeichnet?

Götz Hintze: Ich arbeite beim Deutschlandradio in Berlin und bin dort verantwortlich für das Dokumentieren von Eigenproduktionen und Konzerten im gesamten Bereich der Unterhaltungsmusik – Schwerpunkt Jazz. Außerdem dokumentiere ich die Sendereihe ‚Tonart‘. In meinem Fall ist es wirklich so, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe. Man kann sich den ganzen Tag mit Musik beschäftigen. Und das ist für mich optimal.

tredition: Wie bist Du beim Marketing für die dritte Auflage des Rocklexikons vorgegangen?

Götz Hintze: Meine große Tochter Josefine hat Kommunikationswissenschaften studiert. Das hat den Vorteil, dass sie PR-mäßig sehr fit ist. Sie hat sich mit Zeitungen, Funk und TV in Verbindung gesetzt, die dann auch recht reges Interesse zeigten. Außerdem pflegt sie unsere Facebook-Seite ‚Rocklexikon der DDR‘. Im Herbst stehen dann ein paar Lesungen an und in der Vorweihnachtszeit wird nochmal kräftig geworben.

tredition: Du schreibst nicht nur über Musik, sondern machst auch selbst welche! Kannst Du uns etwas über Deine Band erzählen?

Götz Hintze: Unsere Band Desohr (facebook.com/desohr) gibt es schon seit 1978. Wir sind eine klassische Schülerband. Allerdings haben wir von 1980 bis 1997 pausiert. Dann wollten wir eigentlich nur einmal im Jahr was machen. Aber mit der Zeit kamen immer mehr Anfragen, sodass wir uns pro Jahr eine begrenzte Anzahl an Auftritten auferlegt haben. Der Spaß soll im Vordergrund stehen.

tredition: Steht in nächster Zeit ein Konzert an, bei dem Ihr zu hören seid?

Götz Hintze: Wir hatten jetzt einen großen Auftritt beim Herbstfest unserer Heimatstadt Hohen Neuendorf vor ein paar tausend Zuschauern. Das war für uns ‚alten Säcke‘ schon ziemlich cool (lacht). In diesem Jahr werden wir im Oktober wohl noch einmal spielen und dann Anfang Dezember eine kleine Vorweihnachtssession in einem kleinen Club, dem ‚Collins‘, ebenfalls in Hohen Neuendorf, veranstalten.

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