Die Ernährungsexpertin: tredition-Autorin Beatrice Schmidt im Interview

Beatrice-Schmidt_Web_200Vielseitigkeit ist eine Eigenschaft, die tredition-Autorin Beatrice Schmidt zweifelsohne auszeichnet: Nach einem BWL- und Marketingstudium absolvierte sie eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin mit dem Schwerpunkt der Prävention von ernährungsbedingten Erkrankungen. Seither führt sie nicht nur eine eigene Beratungspraxis, sondern bündelte ihr Fachwissen auch in zwei Ratgebern, die sich erfolgreich im Buchmarkt etabliert haben. Im Gespräch mit tredition gibt Beatrice Schmidt Anregungen für eigene Marketingaktivitäten als Self-Publisher.

tredition: Liebe Beatrice, bereits zwei Ernährungsratgeber hast Du bei tredition herausgegeben. Wie kam die Idee auf, Deine berufliche Expertise als Ernährungsberaterin auch in Buchform „weiterzutragen“?

Beatrice Schmidt: Interessanterweise hatte ich nie vor, Bücher zu schreiben. Im Jahr 2012 sprach mich eine sehr imposante und interessante Dame (Susan Heat) an, mit der ich über eines der vielen sozialen Netzwerke in Verbindung stehe. Ich hatte ihr kurz zuvor eine Zusammenfassung zu einem bestimmten Ernährungsthema zukommen lassen. Sie war so angetan von der Art meines Schreibstils, dass sie mich anrief und fragte, ob ich das alles selber formuliert hätte. Als ich ihr sagt, dass es selbstverständlich meine Formulierungen sind, riet sie mir dazu unbedingt ein Buch zu schreiben. Sie meinte, ich hätte eine echte Begabung dafür ein trockenes Thema spannend zu vermitteln. Gesagt habe ich: „Ich denke darüber nach, es ist eine interessante Idee!“. Gedacht habe ich: „Das ist doch total verrückt, ich kann doch keine Bücher schreiben, ohne mein Rechtschreibprogramm bekomme ich doch kaum eine Seite ohne Rechschreibfehler zu Papier. Und überhaupt, wer will schon noch einen Ernährungsratgeber? Davon gibt es doch wirklich schon genug!“

Doch der Gedanke ließ mich nicht los und so fing ich an mich näher mit dem Thema zu befassen und mein ersten kleinen Ratgeber „Ich stell dann mal um“ in die Tat umzusetzen. Knapp anderthalb Jahre später kam dann schon das zweite Buch „Abnehmen ohne Achterbahn“.

tredition: Der Entschluss ein Buch zu schreiben, ist das eine, die Umsetzung das andere. Wie bist Du bei Deinen beiden Werken vorgegangen? Welchen Zeitraum hat das Schreiben in Anspruch genommen?

Beatrice Schmidt: Für mich stand das Thema sehr schnell fest. Es musste die Ernährungsumstellung sein. Zum einen ist dies mein berufliches Steckenpferd und zum anderen ergab eine grundlegende Recherche des Büchermarktes, dass es diesbezüglich nur wenig gute Literatur gibt. Danach habe ich mich ans Schreiben gemacht. Dies ging beim ersten Buch sehr schnell, da ich mit dem Thema nahezu täglich zu tun hatte und ich „nur“ all mein Wissen dazu zusammenfassen musste. Hinzu kommt, dass ich ganz bewusst auf zu detaillierte Erklärungen verzichtete. Beim zweiten Buch hat es, obwohl der erste Ratgeber in überarbeiteter Form ein Bestandteil davon ist, dann schon deutlich länger gedauert alles zu Papier zu bekommen. Für mich ist es wichtig, dass mein Gegenüber bzw. meine LeserInnen mich verstehen. So verzichte ich auf Fach- und Fremdwörter und, wenn ich dann doch mal eines verwende, erkläre ich es im nächsten Satz auch gleich. Über den Schreibstil habe ich mir recht wenig Gedanken gemacht, ich habe einfach angefangen so zu schreiben, wie ich denke und rede. Und entstanden sind zwei praxisnahe und sehr gut verständliche Ernährungsratgeber, die immer wieder gern gelesen werden.

„Meine Ratgeber sind Mitmachbücher. Das kommt gut an.“

Abnehmen ohne Achterbahn_200

Im Juli 2014 bei tredition erschienen

Ich stell dann mal um

Das Debüt, erschienen im April 2013

tredition: Vor Deiner Tätigkeit als Ernährungsberaterin hast Du ein Marketing-/BWL-Studium vollzogen. Inwiefern kam Dir das bei der Vorbereitung und Kalkulation Deiner Buchprojekte zugute?

Beatrice Schmidt: Auf das Wissen meines Erststudiums greife ich bei nahezu allen meinen geschäftlichen Tätigkeiten zurück. Insbesondere bei der Kalkulation der Buchpreise ist mir mein Wissen zu Gute gekommen. Aber was viel wichtiger ist: Speziell die Marketing-Kenntnisse helfen mir bei der Vermarktung und beim Verkauf meiner Bücher.

tredition: Welche Resonanz von Lesern hast Du bisher auf Deine Bücher bekommen?

Beatrice Schmidt: Bisher habe ich fast nur positives Feedback von meinen LeserInnen erhalten. Es gibt selbstverständlich immer Menschen, denen das, was man tut und schreibt nicht gefällt. Jedoch war es nie mein Anspruch und wird es auch niemals sein, es jedem Recht zu machen. Besonders oft wird in den Rezensionen oder auch in den persönlichen Briefen an mich erwähnt, dass ich witzig schreibe (und das bei einem Fachbuch), aufkläre ohne zu belehren und immer ohne erhobenen Zeigefinger auskomme. Außerdem finden die LeserInnen es gut, dass meine Ratgeber „Mitmachbücher“ sind. Das heißt, man liest sie nicht und dann ist es gut, sondern man arbeitet sich Stück für Stück durch, setzt das um was in den Büchern steht und geht erst in den nächsten Umsetzungsschritt, wenn der vorherigen abgeschlossen ist. Das kommt gut an und das ist auch genau das was ich erreichen wollte.

tredition: Wie betreibst Du Marketing für Deine Bücher?

Beatrice Schmidt: In erster Linie vermarkte ich meine Bücher im Internet. Ich bin auf vielen sozialen Netzwerken aktiv und betreibe einen eigenen Blog. Außerdem halte ich Vorträge zu Fachthemen und sehe zu, dass ich so oft wie möglich in der Zeitung zu sehen bin. Ein Interview mit mir in einer etwas größeren Regionalzeitung in Niederbayern Anfang Januar 2014 hat beispielsweise dafür gesorgt, dass ich mit meinem Ratgeber „Ich stell dann mal um“ im Amazon-Ranking auf Platz 3 katapultiert wurde. Dort bin ich noch heute unter dem Suchbegriff „Ernährungsumstellung“ zu finden. Auch schreibe ich Fachartikel für andere Blogs, Zeitschriften und Magazine. Diese Artikel stelle ich (bei kleineren Anbietern) in der Regel kostenfrei zur Verfügung und als Gegenleistung wird Werbung für meine Ratgeber eingebaut. Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

tredition: Weshalb hast Du Dich für Self-Publishing und tredition entschieden?

Beatrice Schmidt: Als mein erster Ratgeber fertig war, habe ich das Skript diversen Verlagen eingereicht, die dafür werben, dass sie Autoren suchen. Die Reaktionen waren überall die gleichen: „Wir möchten sehr gerne Ihr tolles Buch verlegen, bitte zahlen Sie den horrenden Betrag von xy als Druckkostenzuschuss und schon ist Ihr Buch überall erhältlich.“ Ich empfand diese Angebot als eine absolute Frechheit, weil ich dachte: „Entweder Ihr findet mein Buch toll und wollte es verlegen und bezahlt mich gefälligst dafür, dass ich es zur Verfügung stelle oder ihr lasst es.“ So habe ich nach Alternativen gesucht. Die Gewinnspanne bei den großen Verlagen war mir deutlich zu niedrig, weil ich finde, dass meine Arbeit mehr wert ist als 2 bis 50 Cent pro Buch. So bin ich auf Self-Publishing gekommen und ganz schnell bei tredition gelandet. Ich mag die schnelle und unkomplizierte Abwicklung sehr gern und auch die kurzen Kommunikationswege.

„Autoren müssen in den Medien präsent sein.“

tredition: Welche Tipps würdest Du anderen angehenden Autoren geben, die vor der Buchveröffentlichung stehen?

Beatrice Schmidt: Legt einfach los, fangt an zu schreiben und lasst die Öffentlichkeit daran teilhaben. Bereits während ihr das Buch schreibt, beginnt die Vermarktung. Baut große soziale Netzwerke auf, denen ihr mitteilt, wie weit ihr mit dem Buch seid (nicht unbedingt täglich, aber doch wöchentlich oder alle vierzehn Tage), nehmt Kontakt mit der örtlichen Presse auf und schreibt. Lasst Euch nicht von Eurer Idee abbringen und legt los. Sobald ihr fertig seid, lasst das Buch unbedingt Korrektur lesen. Es gibt in meinen Augen nichts Schlimmeres als ein Buch voller Fehler.

Macht Euch keine großen Hoffnungen auf extrem hohe Buchverkäufe. Die Leute müssen Euch erst einmal kennen lernen und wissen, dass es Euch gibt. Gerade am Anfang läuft es vielleicht recht schleppend. Das könnt Ihr ändern, indem Ihr präsent seid. Präsent in der Zeitung, im Internet und vielleicht auch im Radio und im Fernsehen, wenn Ihr es schafft hier entsprechende Kontakte aufzubauen und vernünftig zu nutzen.

tredition: Wird es vielleicht bald ein weiteres Buch von Dir geben?

Beatrice Schmidt: Ich arbeite an einem nächsten Buch, werde mir aber noch ein bisschen Zeit dafür lassen. Auch sind schon Themen für weitere Bücher in meinem Kopf. Jedoch möchte ich aktuell ganz viel Zeit mit meinen Kindern verbringen und mich in erster Linier um die Vermarktung der ersten beiden Ratgeber kümmern. Sobald mein „Abnehmen ohne Achterbahn“ ebenso zu einem Selbstläufer geworden ist, wie mein „Ich stell dann mal um“, schreibe ich sicher weiter.

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