Eike Rappmund

tredition-Autor Eike Rappmund: „Investiert in Eure Fanbase“

Mehrfach schon war Eike Rappmund mit seinem „Handbuch Manipulation“ auf den e-Book-Bestsellerlisten von Amazon vertreten. Die gedruckten Ausgaben seines Buches stößt auf nicht minder große Nachfrage. Wer das Denken lieber anderen überlässt, dem wird Rappmunds Buch allerdings nicht gefallen. Denn auf spannende und humorvolle Art legt der Autor dar, dass wir Menschen allesamt gar nicht anders können, als jeden Tag zu manipulieren und manipuliert zu werden. Fachdisziplinen wie die Hirnforschung, Sozialpsychologie und Rhetorik stellen dies unter Beweis. Über ganz alltägliche „Manipulationen“ sprach Eike Rappmund mit uns im Interview. Ihnen, liebe Autorinnen und Autoren, gibt Eike Rappmund, wertvolle Tipps für das eigene Marketing mit auf den Weg. Stichwort: Fangemeinde hegen und pflegen! Frohe Lektüre!

tredition: Lieber Eike, das Cover Deines Buches lässt fast einen schaurigen Thriller vermuten. Ist Dein Buch nichts für Leser mit schwachen Nerven?
Eike Rappmund: Doch gerade für die. „Nerv“ kommt ja aus dem griechisch und bedeutet übersetzt: Faden. Und manchmal hängt in einem Leben ja eine ganze Menge an nur einem dünnen Faden. Wenn man also vorhaben sollte, diesen Faden wieder zu einem starken Seil zu knüpfen, dann ist mein Buch genau richtig dafür. tredition: Kannst Du kurz erläutern, was der Leser nach der Lektüre des „Handbuch Manipulation“ so „drauf hat“?
Eike Rappmund: Manipulation ist auch ein griechisches Wort und heißt sinngemäß übersetzt so viel wie: „Etwas in der Hand haben“, oder wenn man sich ans Latein anlehnen will, dann eben: „Eine Hand voll haben“. Und genau das haben meine Leser nach dem Buch. Sie haben Ihr Geschick, sich durch ihr Leben zu manövrieren, es viel tiefer als zuvor zu verstehen und es selbst zielstrebig zu führen, wieder voll in der Hand. Für was sie das dann auch immer nutzen. Aber die Wahl hat ja immerhin jeder.

Handbuch Manipulation von Eike Rappmund

Bei tredition als Paperback, Hardcover und e-Book erschienen

tredition: Was wären Beispiele für verbale und nonverbale Manipulation, die einem Laien gar nicht so bewusst ist?
Eike Rappmund: Ein Beispiel. Ok. Ich hab begleitend zum Handbuch Manipulation einmal ein kleines e-Book geschrieben in dem ich ausschließlich auf die Wirkung eines Handschlags eingegangen bin. Der klassische, alltägliche Handschlag über den nie jemand nachdenkt. Man glaubt es nicht, wie viel Wirkung der entfaltet und entfalten kann, wenn man bewusst mit ihm umzugehen weiß. Wahrnehmen und die Wirkprinzipien verstehen, wie sie tief in unserer Hirnmechanik rattern, sind Grundvoraussetzungen, nicht nur für ein selbstbestimmtes Leben. Versteht man aber die Zusammenhänge, dann wird das Leben zum Abenteuer und man fühlt sich wieder selbstwirksam und in seinem Leben zuhause.

Wie man seine Wirkung verbal wieder bewusst in die Hand nehmen kann, könnte zum Beispiel auch sein, einmal wahrzunehmen, wie man denn etwas sagt. Alleine die Tonalität, also die Lautstärke, Sprechgeschwindigkeit, Deutlichkeit, oder die Energie, mit der man etwas sagt, kann eine extreme Wirkung entfalten.

 „Ich erkenne nach ein paar Minuten Gespräch, wer sein Geschick in der Hand hat.“

tredition: Du bist Experte für Gesprächsführung und Kommunikationsfachmann: Angenommen Du sprichst einige Minuten mit drei Personen. Kannst Du danach beurteilen, welche dieser Personen gut oder weniger gut Manipulationstechniken beherrscht – und wie schnell kannst Du andererseits andere Personen „manipulieren“?
Eike Rappmund:
„Andere Personen manipulieren“ funktioniert in meiner Welt nicht. Ich kann mein Geschick nur selbst in die Hand nehmen. Dafür braucht es ein wenig Bewusstheit, Verständnis, Wille und einen kleinen Schuss Mut. Wenn ich allerdings um die Wirkprinzipien und die Funktionsrituale unseres Gehirns ein wenig Bescheid weiß, dann kann ich diese natürlich nutzen, um meine Ziele zu erreichen, oder meine Bedürfnisse zu befriedigen. Jeder Flirt basiert auf dieser Grundlage. Keiner würde dabei auf die Idee kommen, den Anderen mit einem vorwurfsvollen Blick abzustrafen, nur weil er mit einem Strauß Blumen in der Hand vor einem steht. Das Wort „Manipulation“ ist wie wohl kaum ein anderes Wort: „psychoenergetisch“. Es wirkt halt. Und zeigt uns meist unbarmherzig, wo wir keine Verantwortung für unser Leben übernehmen.

Zurück zur Frage: Ja. Das könnte ich wohl. Ich erkenne nach ein paar Minuten Gespräch schnell, wer da mehr oder weniger bewusst sein Geschick in der Hand hat, und wer sich eher treiben lässt. Wie gut es mir gelingt, mein Geschick zu führen bzw. andere dafür mit ins Boot zu bekommen, hängt von vielen Faktoren ab. Meistens bin ich aber zufrieden mit mir.

tredition: Dein Buch richtet sich an „professionelle Manipulateure und schockierte Manipulierte“ – müssen wir uns allesamt Sorgen machen, immerzu manipuliert zu werden – oder kann das auch positiv sein?
Eike Rappmund: Ich würde sagen: „die Sorge ist positiv!“ Zu glauben, wir würden auch nur einen Tag erleben ohne irgendeiner Manipulation zu begegnen ist ein Irrglaube. Menschen manipulieren und werden manipuliert. Die Frage ist eher: mit wie viel Bewusstheit führen wir unser Leben? Wenn die Sorge es vermag, uns an dieser oder jener Stelle wachzurütteln, ist das eine tolle Sorge. Wenn man der aktuellen Skepsis folgt, die sich da zum Beispiel gegen die gängigen Berichterstattungen in Presse und TV formiert, ist das aus meiner Perspektive, eine wirklich positive Wirkung dieser Sorge.

Erfolgsstrategie: „Testleser“ auf Facebook

tredition: Weshalb hast Du Dich für Self-Publishing und tredition entschieden?
Eike Rappmund: Wie Du ja sicher nun siehst, bin ich ein Mensch, der es gerne selbst in die Hand nimmt und sein Geschick auch gerne selbst verantwortet. Ich mag es, ein Projekt von der Vision bis über die Umsetzung hinaus zu gestalten, zu formen, zu begleiten, anzutreiben und auch manchmal daran zu verzweifeln. Das bringt Erfahrung und Lebensqualität. Es macht einfach Spaß. Vieles von diesem Prozess hätte ich delegieren müssen, an einen Verlag, wenn ich nicht als „Indie“ hätte schreiben wollen. Und das ist für mich nicht denkbar. Auch wenn ich manchmal in Richtung den großen Verlagen und meinen Kollegen da schiele, es treibt mich an, durchzuhalten und besser zu werden.

tredition war damals für mich die erste Wahl. Vor allem hat mich Eure sympathische und persönliche Betreuung angesprochen. Ich mag es, als Mensch wahrgenommen und nicht als Nummer verwaltet zu werden. Und ich bin von Eurer Arbeit überzeugt. Ihr macht vieles wohl sehr richtig, sonst hätte mein Buch auch wohl nicht den Erfolg erreichen können. Immerhin war ich bereits ein paar Mal eBook-Bestseller bei Amazon in ein paar Sparten.

tredition: Was hast Du beim Schreiben und der Buchveröffentlichung als größte Herausforderung empfunden?
Eike Rappmund: Meine fehlende Erfahrung mit dem mir doch recht neuen Markt um ein daraufhin gut abgestelltes Marketingkonzept zu gestalten. Ich habe verdammt viel Lehrgeld auf dem Weg bisher gelassen. Aber es war bisher jeden Cent wert. Ich habe mittlerweile vieles an Strategien ausprobiert. Einiges lief erfolgreich, anderes ging den Bach runter. Aber wenn ich jetzt zurück schaue, kann ich doch auf einer recht soliden, konzeptionellen Basis meine weiteren Projekte gestalten. Dennoch: Es vergeht kein Tag an dem ich nicht dazu lerne. Als letztes Experiment habe ich meine Fanbase in Facebook dazu eingeladen, aktiv als „Testleser“ den Inhalt meines Buches mitzugestalten. Das ist eine überragende Erfahrung. Unglaublich wie viele sich da spontan, kreativ und konstruktiv

bereitwillig einbringen. Ich bin immer noch begeistert. Das haben andere „Foren“ nicht ansatzweise bewegen können. Ich hab die besten Leser! An dieser Stelle einmal: Ein ganz herzliches Danke an all, die meine Bücher und e-Books lesen.

tredition: Worauf kommt es beim Marketing für das eigene Buch an? Welche Tipps kannst Du anderen Autoren diesbezüglich geben?
Eike Rappmund: Als erstes: einen guten Lektor. Als zweites: Einen guten Lektor. Als drittes: Euch. Als viertes: jemanden wie Matthias Matting (selfpublishingbibel.de) und natürlich auch jemanden wie mich (lacht), der sich mit den digitalen Medien auskennt. Als Indie wird man ja vor allem mit dem Marketing in der digitalen Welt zu tun haben. Wenn man das Budget hat, auch mit einer guten PR-Agentur. Aber jemanden zu kennen, der einen heil und ohne große finanzielle Verluste die ersten Schritte auf Spur bringen kann, ist das schon Gold wert. Ein konkreter Tipp noch zum Schluss: Investiert in Eure Fanbase! Das ist zumindest mein Dreh und Angelpunkt. Und der macht nicht nur Spaß, sondern lohnt sich auch. In ganz vielerlei Hinsicht.

Mehr zu Eike Rappmund lesen Sie auf Amazon und Facebook.

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