Hans-Ulrich Regius – ein Insider packt über die Hintergründe eines Wirtschaftsskandals aus

Tobias Regius bannerHans-Ulrich Regius, Jahrgang 1956, war erfolgreicher Manager in der Versicherungswirtschaft und im Gesundheitswesen. In seinem Wirtschaftskrimi „TOBIAS – das unerwünschte Buch“ hinterfragt der Autor kritisch die Schweizer Wirtschafts- und Sozialpolitik. Durch seine Buchpublikation möchte er die Diskussion um die Wirtschafts- und Sozialpolitik und die Rolle der Medien losstoßen und mit konkreten Lösungsvorschlägen unterstützen. Sein Buch liefert Erkenntnisse über die Hintergründe von Ereignissen in Wirtschaft und Politik und enthüllt, warum in der globalen Wirtschaftswelt fast immer die Gleichen gewinnen und die Mehrheit abhängiger und ohnmächtiger wird.

 

Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Verantwortlichen in Wirtschaft, Politik und Medien ist mir wichtiger als persönliche Empfindlichkeiten.“

 

Hans-Ueli Regiustredition: Lieber Hans-Urich Regius, Sie packen in Ihrem Wirtschaftsroman „TOBIAS – das unerwünschte Buch“  über einen Schweizer Wirtschaftsskandal aus. Hatten Sie keine Bedenken bezüglich negativen Rückmeldungen aus Ihrer alten Branche?

Hans-Urich Regius: Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Verantwortlichen in Wirtschaft, Politik und Medien ist mir wichtiger als persönliche Empfindlichkeiten. Die negativen Rückmeldungen hielten sich letztlich auch in Grenzen.

tredition: Sie hinterfragen in Ihrem Buch kritisch die Schweizer Wirtschafts- und Sozialpolitik. Was läuft da genau schief?

Hans-Urich Regius: Die Schweiz hat sich jahrzehntelang damit ausgezeichnet eine Balance zwischen den Einkommensschichten, Landesregionen und kulturellen sowie sprachlichen Unterschiede zu finden. Leider ist die Finanzwirtschaft, allen voran die Bankenelite in den letzten Jahren immer stärker nur noch auf den eigenen Vorteil ausgerichtet und hat ihre Fehler (Bankenkrise, Milliardenbussen) von der Oeffentlichkeit bezahlen lassen. Dies ist der Bevölkerung nicht verborgen geblieben und der Missmut und die Ohnmacht gegenüber diesen mächtigen Wirtschaftsvertreter, der Untätigkeit der Politik sowie gegenüber der einseitigen Geldpolitik der Nationalbank wächst kontinuierlich. Es braucht deshalb das Engagement von Persönlichkeiten die sich für eine ausgewogene Interessensvertretung und eine gelebte und wirksame Solidarität in der Wirtschats- und Sozialpolitik einsetzen.

 

Bild: Cover "Tobias - Das unerwünschte Buch"

Bild: Cover „Tobias – Das unerwünschte Buch“

tredition: Sie blicken als ehemals erfolgreicher Manager als Insider auf die Branche, haben Sie ähnliche Erfahrungen auch in Ihrer Zeit als CEO in der Versicherungswirtschaft und im Gesundheitswesen gemacht?

Hans-Urich Regius: Im Zusammenhang mit der Globalisierung hat die Konsumgesellschaft und das Gewinnstreben der Wirtschaft neue Dimensionen erreicht. Dies hat zu immer einseitigeren Interessensvertretungen selbst in der Sozialpolitik und vor allem auch im Gesundheitswesen geführt. Ich erlebte dies wiederholt und in immer stärkeren Ausmass. Letztlich fühle ich mich aufgrund meiner Erfahrungen und Kompetenzen mitverantwortlich dieser Fehlentwicklung Gegensteuer zu geben.

Die Generation der heute 40 – 70jährigen hat von vielen Privilegien der Hochkonjunktur profitiert und sollte sich deshalb für geeignete Rahmenbedingungen engagieren damit auch künftige Generationen faire Chancen und Perspektiven haben.“

 

tredition: Was war Ihre Motivation und Ziele für das Buch, wen wollen Sie erreichen?

Hans-Urich Regius: Wer vieles erfahren hat und weiss, sollte andere davon teilhaben lassen. Die Generation der heute 40 – 70jährigen hat von vielen Privilegien der Hochkonjunktur profitiert und sollte sich deshalb für geeignete Rahmenbedingungen engagieren damit auch künftige Generationen faire Chancen und Perspektiven haben. Dies geht meines Erachtens nur mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung zur  aktuellen und künftigen Entwicklung unserer Gesellschaft und damit der sich verändernden Wertkulturen. Mit meinem Buch möchte ich aufrütteln, kritisch hinterfragen, Lösungen aufzeigen und andere Persönlichkeiten motivieren sich ebenfalls zu engagieren. Umso mehr Persönlichkeiten sich wieder vermehrt für die Allgemeinheit engagieren desto besser kann einer einseitigen Entwicklung erfolgreich begegnet werden.

Bild: Das Werbeplakat zur Buchveröffentlichung von "TOBIAS"

Bild: Das Werbeplakat zur Buchveröffentlichung von „TOBIAS“

tredition: Sie zeigen in Ihrem Buch Lösungswege für die politische Misere auf. Sind Sie optimistisch, dass diese umgesetzt werden (können)?

Hans-Urich Regius: Letztlich kommen wir früher oder später alle nicht darum mehr Mitverantwortung und Solidarität zu leben. Entscheidend wird sein, dass die politischen Verantwortlichen erkennen, dass in jeder Gesellschaft die Verhaltensanreize entsprechend den kulturellen Werten, zum Wohle der Bevölkerung und nicht zur für Teile davon, gesetzt werden. Nur so ist der Einzelne motiviert,, sich als Teil der Gesellschaft zu verhalten und nicht nur auf seine eigenen Vorteile zu achten. Die Kluft zwischen Armen und Reichen wird sonst zu dramatischen Spannungen, noch mehr Terror und Krieg führen. Ich will daran glauben, dass wir aus der Vergangenheit lernen und müssen deshalb  die Politik und Medien auffordern hinzusehen und Gegensteuer zu geben.

Die Medien müssen wieder einen Ehrgeiz entwickeln Misstände und Fehlentwicklung nicht nur aufzudecken sondern auch zu positiven Veränderungen beizutragen.“

tredition: Sie kritisieren in Ihrem Buch auch die Rolle der Medien …? Was ist Ihre Prognose für die Zukunft der medialen Berichterstattung? Was müsste sich ändern?

Hans-Urich Regius: Die Medien haben sich mehrheitlich  immer stärker vom kritischen Hinterfragen zum populistischen Verbreiten von News, entwickelt. Die wichtige Rolle der Medien muss aber auch das Hinterfragen, das Erklären, das Einfordern von Lösungen und Aufzeigen von Szenarien massgeblich beinhalten. Wir wissen alle, dass die Politik nur auf Druck reagiert. Dieser Druck darf aber nicht einseitig erfolgen sondern sollte vielschichtig, so wie die Bevölkerung letztlich auch zusammengesetzt ist, sein. Die Medien müssen wieder einen Ehrgeiz entwickeln Misstände und Fehlentwicklung nicht nur aufzudecken sondern auch zu positiven Veränderungen beizutragen. Diese wichtige Rolle beschreibe ich deshalb bewusst in meinem Buch „TOBIAS – das unerwünschte Buch“.

tredition: Was haben Sie beim Schreiben als größte Herausforderung empfunden?

Hans-Urich Regius: Die Verstrickungen in der Finanzindustrie und das Zusammenspiel der Wirtschaft, der Politik und der Medien ist sehr komplex. Es war deshalb nicht einfach diese Zusammenhänge verständlich zu beschreiben damit der Leser motiviert bleibt. Die vielen Rückmeldungen zeigen mir, dass dies erfreulicherweise gelungen ist.

Die Buchvernissage von Hans-Ulrich Regius in St. Gallen war ein voller Erfolg.

Die Buchvernissage von Hans-Ulrich Regius in St. Gallen war ein voller Erfolg.

tredition: Das Buch ist bereits sehr erfolgreich. Kürzlich haben Sie in der Buchhandlug Rösslitor in St. Gallen eine ausverkaufte Veranstaltung durchgeführt. Was sagen Sie zu der Resonanz auf das Buch?

Hans-Urich Regius: Das Buch „TOBIAS“ greift ein sehr aktuelles und heikles Thema der Schweizer, aber auch der Finanzentiwcklung der westlichen Welt auf. Nur wenige Autoren wagen es dieses Thema kritisch aufzugreifen und sich der Diskussion zu stellen. Ich bin sehr froh, dass sich  viele Leser für dieses Thema interessieren und sich in diese „Auseinandersetzung“ einlassen. Offen gesagt, rechnete ich aber nicht mit diesem schönen Starterfolg.

tredition: Aus welchem Grund haben Sie sich für eine Self-Publishing-Veröffentlichung entschieden und wie kamen Sie auf tredition?

Hans-Urich Regius: Die Schweizer Verlage hatten nicht den Mut, dieses Buch zu veröffentlichen. Da mir die Unabhängigkeit wichtig ist, habe ich unter den Self-Publishing-Verlagen recherchiert und bin so auf tredition gestossen. Für mich waren die vielen positiven Referenzen von Autoren und die Flexibilität letztlich massgebend für den Verlagentscheid.

Entscheidend ist neben einem guten Lektor auch das Marketingkonzept …“

tredition: Welche Tipps zur Buchveröffentlichung haben Sie für Autoren, die vor der Entscheidung stehen, wie und wo sie ihr Buch publizieren?

Hans-Urich Regius: Jeder sollte sich eine Prioritätenliste der Anforderungen erstellen und dann prüfen, welcher Verlag ihm die wichtigsten Anforderungen zu erfüllen vermag. Entscheidend ist neben einem guten Lektor auch das Marketingkonzept, das wiederum mit der Verlagswahl kompatibel sein muss. 

tredition: Wie gehen Sie bei der Bewerbung Ihres Buches vor?

Regius im Buchhandel

„Tobias“ wird vom Schweizer Buchhandel als „Lesetipp des Monats“ präsentiert!

Hans-Urich Regius: Ich habe zur Lancierung ein gezieltes und personifiziertes Mailing lanciert, einen Flyer und eine Website erstellt und mit einer Buch-Vernissage in einer prominenten Buchhandlung die Öffentlichkeit auf das Buch aufmerksam gemacht. Zusätzlich haben ich in der regionalen Presse die Buchvernissage beworben und national in einer Sonntags-Zeitungs-Beilage für Bücher am Sonntag, inseriert. Dieser Marketing-Mix hat sich bei der Lancierung bewährt. In der zweiten Phase konnte ich den Schweizer Buchhandel bewegen das Buch für den Monat Februar als Monatstipp bevorzugt zu präsentieren. So bin ich zuversichtlich, dass der Starterfolg anhält.

tredition: Bleibt es bei einem Buch oder können Ihre Leser mit einem weiteren Werk von Ihnen rechnen?

Hans-Urich Regius: Mein zweites Buch ist bereits in der Vorbereitung. Ich habe mir von Beginn weg vorgenommen mehrere Bücher zu schreiben weil ich mir mit Kontinuität mehr Aufmerksamkeit und Wirkung verspreche. Der Erfolg meines Erstlings gibt mir dazu auch viel Motivation.

tredition: Lieber Herr Regius, wir danken Ihnen recht herzlich für das Gespräch!

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