Jens Thaele: Einmal Cyberspace und zurück – eine Anleitung zum Glücklichsein

Consultant und Autor erklärt digitale Strategien

Consultant und Autor erklärt digitale Strategien

Die digitale Revolution verändert unsere Welt in einer Geschwindigkeit und Dimension, die es in der gesamten Entwicklung der Menschheit noch nicht gegeben hat. Entdecken Sie mit Technologieexperte Jens Thaele ungeahnte Möglichkeiten in diesen stürmischen Zeiten! In seinem Buch „Vom Yin und Yang der digitalen Revolution“ zeigt er die richtige Strategie im Umgang mit den modernen Kommunikationstechnologien. Im Gespräch mit unserer Verlagsredaktion erzählt er, wie wir den digitalen Wandel souverän meistern können, was die Buchbranche von der Technologiewelt noch lernen kann, gibt Insider- und Marketingtipps und offenbart die Gründe, warum er sich bei seiner Buchpublikation für Self-Publishing entschieden hat.

 

tredition: Sie sind als Berater und Autor in der digitalen Branche tätig, die sich nahezu täglich ändert. Wie beeinflusst das Ihre Arbeit?

Jens Thaele: Sie müssen neuen Dingen gegenüber sehr aufgeschlossen sein und bereit, die Entwicklungen der Märkte möglichst vorurteilsfrei zu beurteilen. Viel Informationssichtung, Auswertung sowie Networking in (sozialen) Medien ist ebenfalls ein absolutes Muss und nimmt daher regelmäßig einen Teil des Tages ein.

 

„Die virtuose Kunst der Lösungsfindung“

 

tredition: Und wie sind Sie dazu gekommen, Ihre Erkenntnisse in Buchform festzuhalten?

Jens Thaele: Viele Fragen von Kunden, Bekannten und Freunden haben mir sehr klar vor Augen geführt, wie groß bereits die Wissenskluft zwischen den Insidern der New Economy und allen anderen Menschen geworden ist! Der Wandel in die digitale Gesellschaft vollzieht sich in einer so rasanten Geschwindigkeit, dass große Teile der Gesellschaft hilflos zurück bleiben.

Um dieser gesellschaftlichen Spaltung entgegen zu wirken, habe ich dieses Buch geschrieben, das die wichtigsten Grundlagen und Hintergründe zu der Entwicklung liefert und Menschen einen einfachen und praktischen Leitfaden bietet, wie sie mit dieser Art von Technologie umgehen sollten.

tredition: Sie eröffnen Lesern in Ihrem Buch „Vom Yin und Yang der digitalen Revolution“ die richtige Strategie im Umgang mit Technologie. Was sind kurz zusammengefasst die wichtigsten Erkenntnisse aus Ihrem Buch?

Jens Thaele: Wer nicht handelt wird behandelt – und meist nicht zu seinem Vorteil. Mit den Erkenntnissen aus meinem Buch wird der Leser selbstbewusster handeln, kann Technik zu seinem Vorteil nutzen und stärker selbst über seine (digitale) Zukunft bestimmen können.

 

„Eine Anleitung zum Glücklichsein“

Vom Yin und Yang der digitalen Revolution

Bild: Cover „Vom Yin und Yang der digitalen Revolution“

 

tredition: Sie nennen Ihr Buch auch eine „Anleitung zum Glücklichsein“. Was ist damit genau gemeint?

Jens Thaele: Jeder kennt doch den Ärger mit „modernen“ Kommunikationsmitteln, wenn unsere schöne neue, vernetzte Welt plötzlich merkwürdige Dinge tut – jedenfalls nicht das, was wir möchten. Wir gehen in Fachgeschäfte und bekommen etwas über neueste Techniktrends erzählt, verlassen das Geschäft in Siegerpose und im Bewusstsein, die ergatterte Zukunftstechnik würde nun alles einfacher und besser machen. Spätestens, wenn beim Installieren der Geräte erste Fehlermeldungen auftauchen und eventuell auch noch zum Austausch nicht kompatibler, veralterter Hard- und Software geraten wird, bemerken wir den Trugschluss – zu spät.

Und genau da setze ich in meinen Erzählungen im Buch an. Ich drehe den Spieß um und stelle niemals eine spezielle Technologie in den Vordergrund, sondern die Menschen mit ihren unterschiedlichen Anforderungen und beurteile danach dann verschiedene Technologien auf deren Tauglichkeit. Der Held in meinem Buch ist der Leser mit seinen individuellen Wünschen, nicht irgendeine Technologie. Technik hat sich unseren Bedürfnissen anzupassen. Wir dürfen keinesfalls Sklaven der Technik werden. Nur dann sind wir tatsächlich zufrieden mit neuen Technologien. Daher rührt meine Aussage „Eine Anleitung zum Glücklichsein“.

tredition: Angenommen, Sie treffen jemanden, der den digitalen Wandel pessimistisch gegenübersteht. Was würden Sie dieser Person raten?

Jens Thaele: Zunächst kann ich derartige Haltungen sehr gut nachvollziehen, da sie durchaus einen sehr ernsten Hintergrund haben. Meist ist das hervorgerufen von den vielen Skandalen im Zusammenhang mit Abhöraffären, also der ganzen NSA-Snowden Thematik und natürlich auch eigenen negativen Erfahrungen, sowie düsteren Science-Fiction Abenteuern, die das Schlimmste erwarten lassen. Selbst der neueste James Bond thematisiert genau diesen Zeitgeist – ein mächtiges Netzwerk, nicht greifbar und die Frage, was tatsächlich noch richtig und falsch ist, wer ist gut und wer böse, die Fronten verschwimmen.

Und gerade deshalb ist die Beschäftigung mit dem Thema so immens wichtig! Mein Rat daher, sich eingehend zu informieren (z.B. mit meinem Buch, lacht) und sich damit persönlich ein sicheres Fundament in der Beurteilung von Technologietrends zu schaffen. Neben den negativen Begleiterscheinungen gibt es auch jede Menge positive Zukunftschancen, die wir unbedingt nutzen sollten. Aufhalten kann die Entwicklung niemand – jedoch – am Ende entscheiden wir Menschen selbst darüber, ob die Digitalisierung aller Lebensbereiche Fluch oder Segen wird. Und ich habe mich eindeutig auf die Seite des Segens geschlagen, wofür ich arbeite und schreibe.

 

„Der Autor ist mit seinem Input der wichtigste Treibstoff des Verlages!“

 

tredition: Sie blicken von der ICT-Branche als Insider auf den digitalen Wandel, von dem auch die Buchbranche ergriffen ist. Was ist Ihre Prognose für die Entwicklungen in der Bücherwelt und welche Maßnahmen oder Ideen könnte sich die Buchbranche von der ICT-Branche abgucken?

Bestimmen Sie selbst über Ihre (digitale) Zukunft!

Bestimmen Sie selbst über Ihre (digitale) Zukunft!

Jens Thaele: Zum besseren Verständnis kurz der Blick zurück: In der ICT-Branche regierten einst mächtige, traditionsreiche Unternehmen mit langer Geschichte. Für die schnelllebige Zeit, die rasante Entwicklung des Internets, erwiesen sich viele der Dinos jedoch als viel zu träge. Auf notwendige Marktentwicklungen wurde mit Arroganz und Abwehrstrategien reagiert – mit fatalen Folgen. Viele sind heute vom Markt verschwunden oder fristen noch ein jämmerliches Nischen-Dasein.

Was ist passiert? Die Marktgesetze haben sich verändert: Nicht der Große schlägt den Kleinen, sondern der Schnelle, Quirlige schlägt den Langsamen. Und noch etwas war signifikant. Die „Game-Changer“ waren die Erfolgreichsten. Nicht nachmachen, sondern völlig neue Ansätze wählen.

Kein Wunder also, dass für Amazon, ein Unternehmen aus der New Economy, die Buchbranche mit ihrem Anachronismus ein gefundenes Fressen war und ist. Nicht nur die Vertriebswege revolutionierten sich durch den Onlinehandel, sondern Amazon war auch als einer der Ersten so clever, E-Books samt Reader anzubieten. Und damit nicht genug: Statt potentielle Autoren vor den Kopf zu stoßen, bietet man eine kostenlose Plattform zur Veröffentlichung von E-Books an. Man nutzt gnadenlos alle Chancen moderner Kommunikationstechnik, die zu einer notwendigen Demokratisierung im Buchhandel führt. Jeder kann mitmachen, wenn er möchte.

Und wie reagiert (ein Teil) der Verlagswelt? Fast identisch wie damals die Dinos der ICT-Branche. Abwehrstrategien, Arroganz und >das haben wir schon immer so gemacht< geben den Ton an. „Senden Sie Ihr Manuskript bitte nur in ausgedruckter Form zu“. Ein Satz, über den ich ganz zu Anfang meiner Verlagsrecherche stolpern durfte. Im Jahr 2015 soll ein Autor also allen Ernstes einen riesigen Stapel Papier erzeugen und den dann per Post auf nimmer Wiedersehen zu einer Adresse senden, wo sein mit Herzblut entstandenes Werk irgendwann und ungelesen von einem pickligen Studenten im Schredder entsorgt wird? Hier ein zweites Beispiel: „Wir bringen nur im Frühjahr und Herbst neue Bücher auf den Markt!“ „Warum denn das?“, war meine reflexhafte Frage, auf die ich fast unisono deftig abgewascht wurde. „Es seien alle Prozesse im Buchhandel darauf eingeschworen, nur Anfänger (und Trottel) fragen so etwas!“ Aha, dachte ich, eine Art Brauchtum, wie niedlich – bislang kannte ich nur Lemminge, die sehenden Auges in den Abgrund springen. Die Frage ist doch nicht (mehr) was das Verlagswesen möchte, sondern muss doch lauten: Was möchten die Kunden und wie komme ich an die Autoren heran? Der Autor ist mit seinem Input der wichtigste Treibstoff des Verlages! Auch wenn zu viele Bewerber da sind, sollte Respekt gerade in einer Branche mit so hohen eigenen Wertvorstellungen doch selbstverständlich sein!

Spätestens die letzte Buchmesse in Frankfurt müsste alle „Traditionalisten“ alarmiert haben. Das Self-Publishing in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen ist stark im Kommen, hat längst das einstige Schmuddelimage verlassen und professionalisiert sich. Wer hier Genaueres erfahren möchte und besser könnte ich es hier nicht beschreiben, sollte die Keynote von Ralph Möllers zur Frankfurter Buchmesse 2015 nachlesen. Einfach wunderbar, wie da ein Verleger die Situation ziemlich perfekt und äußerst humorvoll auf den Punkt bringt.

Verlage, und damit meine ich auch Selbstverlage, sollten nun keinesfalls versuchen dem Trend durch einfaches Nachmachen hinterher zu laufen, z.B. den hundertsten Reader mit eigener Plattform aufzubauen. Me-too Produkte sind selten erfolgreich und das Original ist bei deren Markteinführung schon wieder einen Schritt voraus, setzt den nächsten Standard und lässt sich feiern. Aber was macht Amazon denn beispielsweise nicht so gut? Statt sich mit dem Handelsprofi in seiner Kernkompetenz anzulegen, gilt es, die eigenen Stärken auszuspielen. Autoren und Kunden möchten verstanden, individuell beraten und respektvoll behandelt werden. Autoren benötigen eine Plattform um ihren Content möglichst zielgerichtet an die richtigen Lesergruppen zu bringen und sich möglichst auch noch mit dieser zu vernetzen. Denn Kunden möchten etwas über den Autor, das Buch, das Thema erfahren und das möglichst authentisch, ehrlich und möglicherweise persönlich. Ja, wir nutzen moderne Technologie, um Produktion und Handel zu vereinfachen und können damit die freiwerdende Energie viel mehr in der direkten Kundenkommunikation einsetzen. Und die wird auch künftig in Buchhandlungen stattfinden, die sich immer mehr von Bücherständern in eine Art Erlebniswelt rund um Schreiben, Bücher und Literatur wandeln. Die Ansätze sind in einigen pfiffigen Buchhandlungen ja bereits zu sehen. Das Buch als Produkt wird dann in naher Zukunft ggf. innerhalb weniger Minuten vom 3D-Drucker bereitgestellt. E-Books sind sicher toll, aber nach der Übertreibungsphase kommt die Retrophase – gedruckte Bücher sind doch auch sehr schön … In unserer digitalen Zukunft werden Menschen danach dürsten mit Menschen und nicht mit Maschinen zu sprechen. Und Sie haben es vielleicht schon bemerkt: Amazon als Händler würde in meiner kleinen Zukunftsvision plötzlich ersatzlos gestrichen sein! In meinem skizzierten Eco-System aus Verlagen, Autoren, Kunden und „Buchhandlungen“ benötigen wir dank moderner Technik keinen Postversand von Büchern.

Solche Szenarien hat der Handelsriese, der zwar groß aber auch schnell/innovativ ist, natürlich längst erkannt und bastelt selbst an neuen Ideen, um anderen hier zuvor zu kommen. Die erste eigene stationäre Buchhandlung mit neuem Konzept wurde bereits eröffnet. Warum wohl nur…?

Der Erfolg liegt daher im Erfinden und Umsetzen neuer Marketingideen unter Nutzung aller technologischen Möglichkeiten, nicht im Nachahmen und/oder Schlechtreden anderer Marktteilnehmer. Das macht momentan einen Teil des Erfolges der Self-Publisher Branche (und einigen innovativen Verlagen) aus.

tredition: Könnten Sie beispielhaft ein paar Marketingmaßnahmen schildern, die Sie für Ihre Bücher unternehmen? Haben Sie da aufgrund der Kenntnisse aus Ihrer Branche besondere Tipps für angehende Autoren/innen?

Jens Thaele: Eine Autorenhomepage, wo sie etwas über sich als Autor berichten können, gehört heute ebenso dazu, wie ein Autorenportrait bei Amazon. Damit alleine wird sich als Self-Publisher jedoch noch sehr wenig bewegen lassen, es sei denn, sie sind bereits bekannt. Für Sachbuchautoren sind Beiträge in den jeweiligen Fachmedien sinnvoll, ergänzt durch Aktivitäten in verschiedenen sozialen Medien. Aktuelle, interessante Tipps auf ihrer Webseite schaffen bei Lesern vertrauen, gerade wenn diese nützlich sind und zum Buchthema passen. Video gewinnt ständig an Bedeutung in der Vermarktungsstrategie, ich selbst arbeite gerade an einem Buchtrailer, der in Kürze live geht. Jeder muss für sich bzw. sein Buchgenre den eigenen Weg der Vermarktung finden. Auf der Seite von tredition sind so ziemlich alle wichtigen Tipps zur Selbstvermarktung aufgeführt. Weiterhin kann ich die „Self-Publishing“ Facebook Seite als Informationsquelle und zum Austausch untereinander sehr empfehlen, auf der auch der Branchenexperte Matthias Matting viele seiner Beiträge aus seiner Self-Publisher-Bibel einstellt. Damit ist man bestens informiert.

 

„Schluss mit lustig war dann immer beim Vertrieb, denn der gibt heute in der Regel die Richtung im Verlag vor und die suchen den Mainstream und wollen kein Risiko.“

 

tredition: Weshalb haben Sie sich bei Ihrem Buch für Self-Publishing und tredition entschieden?

Jens Thaele: Das klingt oben im Blick auf die Buchbranche bereits an. Meine Verlagssuche war recht kurz und äußerst lehrreich für mich. Ich kaufte mir kurz nach Fertigstellung meines Manuskriptes ein „Autorenhandbuch“ und befolgte die Ratschläge darin; schrieb ein gutes Exposé, suchte Verlage, die zu meinem Buch passen etc. und dann ging es hoffnungsvoll los, etliche Verlagslektoren bekundeten Interesse. Mit den Lektoren/innen kam ich in der Regel gut klar, die suchten meist wirklich neue Ideen und kreative Texte. Schluss mit lustig war dann immer beim Vertrieb, denn der gibt heute in der Regel die Richtung im Verlag vor und die suchen den Mainstream und wollen kein Risiko. Dieser Umstand und die Erkenntnis, dass ich auch nach einem Verlagsvertrag noch sehr lange auf eine Veröffentlichung warten müsste, ließen mich nach Alternativen suchen. Ich wollte ein Buch in Verlagsqualität, gedruckt und als E-Book, zu einem angemessenen Preis, mit ISBN-Nummer und über alle gängigen (Web-) Shops kostenlos bestellbar. tredition war für mich an der Stelle daher nahezu perfekt! Ein Lektorat hatte mein Buch eh schon genossen, das Coverdesign nach eigenen Ideen und den Satz kaufte ich mir vom treditions-Expertennetzwerk dann noch entsprechend dazu. Das Ergebnis ist wirklich ausgezeichnet; selbst meine eingefleischte (freie) Verlagslektorin, die bis dato nichts vom Self-Publishing hielt, war sehr positiv überrascht und könnte sich mittlerweile vorstellen, ihre eigenen Bücher auf diese Weise auf den Markt zu bringen.

tredition: Die wichtigste Frage zum Schluss! (Wann) wird es ein weiteres Buch von Ihnen geben?

Jens Thaele: Das hängt entscheidend auch vom Erfolg des vorliegenden Werkes ab. Mein vorliegendes Buch hat sehr viel Zeit gekostet. Dabei war die reine Schreibarbeit mit ca. 3-4 Monaten inklusive sehr vieler Nachtschichten nur ein kleiner Teil. Sachbücher erfordern meist viel Recherchearbeit, die auch, trotz langjähriger Erfahrung in einem Themengebiet, immer notwendig ist. Jetzt kümmere ich mich als „Verleger“ intensiv um die Vermarktung und dann sehen wir weiter …

tredition: Lieber Herr Thaele, wir danken für ein informatives und fesselndes Gespräch!

2 Antworten
  1. Sommet Pierre says:

    Eine sehr kluge, messerscharfe Analyse von Jens Thaele. Die Welt der „etablierten“ Verlage, die ich als „Hybridautor“ gut kenne, ist sehr merkwürdig, starr und undurchsichtig. Es geht in erster Linie um Profit, um Arbeitsplätze und nicht um inhaltliche Qualität. Von daher fast immer Mainstream, und wie Herr Thaele es trefflich formuliert, entscheidet der Vertrieb. Entscheidendes Kriterium: was verkauft sich gut? Gewalt, Krimis (…schon wieder ein verschrobener Kommissar), Sex und Liebesromane/Historienromane.Nach erfolgter „Marktanalyse“ brummt die Vermarktungmaschinerie. Fairerweise muss gesagt werden, dass es noch Verlage gibt, die Wert auf Qualität legen, z. B. Hanser und Ch. Beck.

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  2. Gunnar Schanno, M.A. says:

    Vielleicht generiert sich dieser späte Comment noch im System – soeben erst auf Jens Thaeles perfekte Zustandsbeschreibung gestoßen. Wirklich zutreffendst charakterisiert – das elitäre Gebaren gestandener Verlage und übrigens wohl noch allzu vieler unter den Buchhändlern (es gibt freilich aus beiden Branchenbereichen viele wunderbare darunter – war selbst Autor einer Branchenmagazin-Serie vom Buchhandel unter Druck). Eher konservativ und kritisch gegenüber allem „Selfietum“, wurden mir die Folgen der von Thaele beschriebenen Internetrevolution gerade für die Medienwelt (als erste war Zeitungsbranche getroffen) immer drängender – so dass ich die letzten drei Titel (mit dem ersten davon ähnliche Erfahrungen wie Thaele gemacht) pro tredition entschied. Die Börsenvereins-Umsatzzahlen-Meldungen à la Die Buchbranche sei nicht in der Krise: das klänge anders ohne den Self-Publishing-Anteil. – Noch eine Anmerkung: wenn Buchbranche ungeteilte und synergetische Power aller Publikationsformate erreichen will, so muss als Qualitätskriterium auch im Self-Publishing-Bereich möglichst striktes Lektorenprinzip gelten.

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