Leben mit einem hochbegabten Kind: Renate Eichenberger über ihr Buch

Bastian und Renate Eichenberger

Bastian und Renate Eichenberger: Der Studienbeginn des erst 14-Jährigen an der Uni Freiburg sorgte für großes Medieninteresse

„Mein ganz großes Kompliment für ein großartiges Buch mit viel Emotionen, ohne ‚kitschig‘ zu sein, spannend geschrieben und mit der richtigen Prise an Informationen und Beschreibungen angereichert.“ Solcherlei Komplimente erreichten Renate Eichenberger nach der Veröffentlichung Ihres Buches „Fluch oder Segen? Das Leben mit einem hochbegabten Kind“. Ihr Sohn Bastian – dessen Leben mit all seinen Herausforderungen Renate Eichenberger im Buch schildert – steht in diesen Tagen im Licht der Öffentlichkeit: Im Alter von gerade einmal 14 Jahren hat er gerade an der Universität Freiburg das Studium der Chemie aufgenommen. Focus, Die Welt und N24 sind nur einige der Medien, deren Aufmerksamkeit der jüngste Student Deutschlands auf sich gezogen hat. Wie das Buch über Bastian entstand, welche Beweggründe Renate Eichenberger hatte, ihre Erfahrungen niederzuschreiben und wie sie ihr eigenes Werk werblich unterstützt, erläutert die Autorin im Interview mit tredition.

tredition: Liebe Frau Eichenberger, in diesen Tagen des Semesterbeginns ist der Medienrummel um Ihren Sohn groß. Wie fühlt sich das für Sie und Bastian an?

Renate Eichenberger: Wir wussten, dass es zu Medienanfragen kommen würde. Dass das Interesse jedoch so groß sein würde, hätten wir nie gedacht. Bis anhin waren die Meldungen meist positiv. Dies ist eine schöne Anerkennung für Bastian. Zudem gibt es die großartige Möglichkeit wieder einmal auf das nicht immer einfache Thema „Hochbegabung“ einzugehen. Nun hoffen wir aber, dass Bastian sich fortan auf die Uni konzentrieren darf.

„Ich setzte mir zum Ziel, zu sensibilisieren und aufzurütteln.“

tredition: Wann entstand die Idee, ein Buch über das Leben mit Bastian und alle damit verbundenen Herausforderungen zu schreiben?

Fluch oder Segen - Das Leben mit einem hochbegabten Kind

Der Erfahrungsbericht von Renate Eichenberger ist im Oktober dieses Jahres bei tredition erschienen

Renate Eichenberger: Die ersten Zeilen schrieb ich während unseres Aufenthaltes in Singapur – aus Langeweile. Als ich zurück in der Schweiz war, wurde mir klar, dass das Thema „Hochbegabung“ immer noch ein schwieriges in unserer Gesellschaft ist. In Asien ging/geht man viel entspannter damit um. Ich setzte mir zum Ziel, mich nicht in meinem Frust zu räkeln sondern zu versuchen, zu sensibilisieren, aufzurütteln und aufzuzeigen, wie es ist, hochbegabt zu sein. Ziel war es, jede Person, die diesem Thema offen gegenüber steht, die Möglichkeit zu geben, einen Einblick in das nicht immer einfache Leben einer hochbegabten Person zu geben.

tredition: Wie sind Sie beim Schreiben des Buches vorgegangen? Waren Ihnen dabei z.B. Tagebucheinträge hilfreich o.ä.?

Renate Eichenberger: Zum einen halfen mir Notizen, die ich angefertigt hatte, während Bastian klein war, und zum anderen schrieb ich das Buch in den letzten Jahren fortlaufend. Ich habe – wie oben erwähnt – während unserer Zeit in Singapur damit begonnen und dann immer einmal wieder geschrieben. Es ist schwierig genau zu sagen, wie lange ich am Ende dafür gebraucht habe. Auf alle Fälle war es ein Prozess und nicht etwas, was von heute auf morgen entstanden ist.

tredition: Vor der Veröffentlichung haben Sie ein professionelles Lektorat durchführen lassen. Inwiefern würden Sie dies auch anderen Autoren empfehlen?

Renate Eichenberger: Die Sicht eines Autors ist nicht immer die Sicht eines Lesers. Dank einem geschulten Blick von außen konnten unklare oder zu überzogene Zeilen angepasst und die Rechtschreibung optimiert werden.

„Das Schreiben empfand ich als Bereicherung.“

tredition: Was haben Sie beim Schreiben und der Buchveröffentlichung als größte Herausforderung empfunden?

Renate Eichenberger: Das Schreiben empfand ich als Bereicherung. Das Veröffentlichen meines Buches war dann jedoch die schwierigere Geburt als meinen Sohn auf die Welt zu bringen (schmunzelt). Als ein Lektor und zwei weitere Personen begannen meine Zeilen zu lesen, war dies ein mulmiges Gefühl. Doch als das Buch die ersten Bekannten in den Händen hielten, war ich sehr angespannt und glücklich, als die ersten positiven Meldungen eintrafen.

tredition: Haben Sie bereits zuvor Erzählungen oder sogar Romane geschrieben?

Renate Eichenberger: Nein. Das Buch „Fluch oder Segen? Das Leben mit einem hochbegabten Kind“ ist mein Erstlingswerk.

tredition: Wie kamen Sie auf tredition als passenden Verlag und weshalb haben Sie sich für Self-Publishing und tredition entschieden?

Renate Eichenberger: Ich habe einige Verlage angefragt. Das Manuskript konnte ich beinahe überall einreichen. Am Ende entschieden sich die Verlage jedoch gegen mein Buch. Warum? Ich denke, es hat mit dem Thema zu tun. Mit „Hochbegabung“ verbindet man leider nicht nur positive Gedanken. Ich suchte daraufhin nach einer anderen Lösung und stieß beim Recherchieren per Zufall auf tredition. tredition bietet mir genau das, was ich brauche. Mir war es wichtig, dass mich jemand unterstützt mein Buch in die Buchkanäle zu bringen und ich mein Buch zu einem von mir gewünschten Zeitpunkt veröffentlichen kann. Die Zusammenarbeit mit tredition verlief bis anhin großartig.

tredition: Wie werben Sie für Ihr Buch?

Renate Eichenberger: Da ist als erstes der Bekanntenkreis, den ich per Email, über Facebook, Xing oder via Mund zu Mund informiert habe. Dann ließ ich Flyer drucken. Diese habe ich zum einen den Bekannten mitgegeben zum Verteilen und gleichzeitig überall dort deponiert, wo man mich oder Bastian kennt und Personen ein- und ausgehen (Ärzte, Optiker, Fahrradgeschäft, Cafés, Schulen, Vereine …). Dann habe ich eine Homepage (renateeichenberger.ch) auf der u.a. eine Leseprobe, Informationen über mich oder Meinungen zum Buch zu finden sind. Tredition unterstützt mich mit einer Pressemeldung, Meldungen über Erwähnungen in der Presse usw. Und dann habe ich natürlich aufgrund der vielen Presseanfragen für meinen Sohn die Möglichkeit immer mal wieder das Buch zu erwähnen.

tredition: Was gab es bisher für Resonanzen aus dem Bekanntenkreis und von Lesern auf Ihr Buch?

Renate Eichenberger: Die Reaktionen sind unglaublich positiv. Bereits erhielt ich mehrere Emails, die mich sehr berührt haben. Hier ein paar Auszüge:

– „Dein Buch berührt, wühlt auf, es macht traurig, gibt Moment zum Schmunzeln.“

– „Das Buch hat mich vom ersten bis zum letzten Buchstaben gefesselt.“

– „An meinem Schlafmangel ist dein Buch schuld, ich kann es nur schlecht aus der Hand legen.“

– „Dein Buch liest sich wie ein Krimi.“

– „Mir kamen beim Lesen immer wieder die Tränen.“

– „Ich erlebte das, was ihr in den letzten Jahren durchgemacht habt nicht nur emotional, sondern nahezu körperlich mit.“

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