Martha Kindermann ist freiberufliche Musikpädagogin, Sängerin und Moderatorin. Ob musikalische Früherziehung, Märchenmuscials oder Musical-Dinner – sie zieht alle Register der musikalischen Betätigung und liebt es dabei auch, andere für Musik zu begeistern. Ganz nebenbei ist die umtriebige Künstlerin auch noch als Moderatorin tätig und dabei für fast jeden Anlass zu haben und unterwegs.

Der Zufall wollte es, dass sie im Zuge einer Stimmbandentzündung ihre Leidenschaft für das Schreiben entdeckte, die nun nicht mehr zu bremsen ist. Im Marketing für Ihr Buch kommt ihr dabei ihre langjährige Erfahrung aus dem musikalischen Bereich zugute: Wer in der Kunst weiterkommen mag, muss Ausdauer beweisen.

Martha Kindermann ist verheiratet und hat zwei Kinder, sie lebt mit ihrer Familie in Leipzig.

Das Autoreninterview mit Martha Kindermann

Erfahren Sie im Interview alles über:

  1. Wie kommt eine Sängerin zum Schreiben? – Wie der Zufall eine ungeahnte Leidenschaft weckt.
  2. Helden ohne Superkräfte – eine etwas andere Dystopie – Erfahren Sie, was Martha Kindermanns Buch so besonders macht.
  3. Das Buch  – „BePolar“
  4. Protagonisten und ihre Eigendynamik – Geschichten schreiben ist wie Zauberei
  5. Trendgetrieben: Die Zielgruppe Jugendliche erreichen – Gestern noch hip, heute langweilig.
  6.  Marketing mit Ausdauer: Gegen jede Tür klopfen – Durchhaltevermögen beweisen und zielgruppen gerecht agieren.
  7. Trailer und Fortsetzung: Jetzt geht’s erst richtig losWann die Fantasy-Trilogie weitergeht.

Martha Kindermann im Wortlaut

1. Wie kommt eine Sängerin zum Schreiben?

tredition: Sie sind studierte Musikpädagogin, wie entstand die Idee, ein Buch zu schreiben? 

Martha Kindermann: Leider, oder vielleicht auch glücklicherweise, aus der Not heraus. Aufgrund einer Stimmbandentzündung wurde ich zu mehreren Monaten Schweigen verdonnert, und bereits nach kurzer Zeit ging dann meine Phantasie mit mir durch. Ich brauchte ein Ausdrucksmittel, wollte mich mitteilen und auf einmal braute sich in meinem Kopf eine Geschichte zusammen, die sich schwer aufhalten ließ. Meine Liebe zum Schreiben begann als Zeitvertreib und nun möchte ich diesen nicht mehr missen. 

tredition: Aktuell ist der Auftakt einer fesselnden und vielschichtigen Fantasy-Trilogie veröffentlicht, die Fans von Serien wie »Hunger Games« und »Maze Runner« ansprechen wird. Haben Sie sich an diesen Vorbildern orientiert? 

Martha Kindermann: Ich selbst bin ein großer Fan dieser Reihen und fühle mich natürlich geschmeichelt, mit derartigen Vorbildern in einem Satz genannt zu werden, Danke. Und ja, selbstverständlich schlägt sich meine Faszination für dystopische Jugendbücher auch in meinen Zeilen nieder. Es gibt eine Heldin, die das Land retten soll, welches von Katastrophen und Intrigen überschattet wird und die Liebe kommt auch nicht zu kurz. Im Grunde habe ich das Rad also nicht neu erfunden und dennoch eine völlig andere Szenerie zusammengebastelt. »BePolar« ist nicht so futuristisch wie die Tribute von Panem, nicht so brutal wie »Maze Runner« oder »Die Bestimmung«, besticht dafür aber mit einer gehörigen Portion Humor, jugendlicher Leichtigkeit und ehrlichen Gefühlen. 

2. Helden ohne Superkräfte – eine etwas andere Dystopie

tredition:  Was unterscheidet Ihren Roman von anderen Dystopien? Haben Sie klassische Vorbilder? Orwell, Shaw und Co?

Martha Kindermann: Ehrlich gesagt, hat mir vor allem meine ganz subjektive Abneigung gegen bestimmte dystopische Szenarien geholfen, Polars Welt zu erschaffen. Ich mag keine blutrünstigen Fabelwesen, also muss dieses Land ohne Drachen oder Werwölfe auskommen. Zombies sind eklig, mit Aliens kenne ich mich nicht aus und an Edward Kiles Sippe hätte ich mich nicht rangewagt (lacht). Liebe, Freundschaft, Mut, Trauer und Selbstlosigkeit spielen wie in jeder Romantasy-Reihe eine wichtige Rolle, werden aber von Dreiecksbeziehungen, intriganten Machenschaften, künstlichen Intelligenzen und allerhand überraschenden Wendungen begleitet. Die Hauptfiguren sind aus dem Leben gegriffen und kommen völlig ohne Superkräfte aus – langweilig? Ganz und gar nicht – eben anders, lasst euch darauf ein! 

tredition: Fassen Sie uns Ihren Romaninhalt in wenigen Sätzen zusammen! Wie entstand die Idee zum Buch?

Martha Kindermann: Der menschliche Schlaf und was in unserem Gehirn in dieser Zeit passiert, hat mich schon als kleines Kind gefesselt. Träume, deren Wahrhaftigkeit und komplexe Verarbeitung unserer Erlebnisse faszinieren mich – also wollte ich eine Geschichte auf zwei Ebenen spielen lassen. Roya erwacht eines Nachts in einer Akademie für politische Bildung und soll mit weiteren fünfzehn Jugendlichen zur nächsten Führerin Polars herangezogen werden. Sie hält zunächst alles für einen Traum, doch wird mit jedem weiteren Besuch in der seltsamen Einrichtung stutziger. Sie begegnet einem Jungen, der alles hinterfragt und ihr Leben Tag und Nacht auf den Kopf zu stellen beginnt. Was ist Traum, was ist Wirklichkeit und wie weit sind Roya und Tam noch davon entfernt, zu unfreiwilligen Waffen eines längst stattfindenden Krieges zu werden? 

3. Das Buch

Bepolar von Martha Kindermann

Das Jugenbuch „BePolar“ von Martha Kindermann ist der Auftakt einer fesselnden und vielschichtigen Fantasy-Trilogie, die Fans von Serien wie „Hunger Games“ und „Maze Runner“ anspricht. Im Zentrum steht die siebzehnjährige Roya. Ihre Welt dreht sich um Schule, peinliche Eltern, Jungs und das anstrengende Erwachsenwerden, bis das scheinbar friedliche Land Polar, in welchem ihre Geschichte spielt, vor die Hunde geht und sie maßgeblich an dessen Rettung beteiligt werden soll. Als sich Roya auch noch Hals über Kopf verliebt, überschlagen sich die Ereignisse und die Grenzen zwischen Traum und Realität beginnen zu verschmelzen.

4. Protagonisten und ihre Eigendynamik

tredition: Wie sind die Charaktere gewachsen? Wieviel von Ihnen steckt in der charmanten Romanheldin Roya?

Martha Kindermann:  Oh, sie wachsen noch, glaubt mir. Es ist wirklich wahr, Buchhelden neigen dazu, einem über den Kopf zu wachsen. Sie entwickeln ein Eigenleben und möchten ihre Geschichte selbst erzählen. Leider kann ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber es gibt Charaktere in Polar, die haben so oft versucht, gegen meinen Willen die Seiten zu wechseln, dass ich irgendwann nachgegeben habe. Roya gehört nicht dazu, sie ist ein nettes, ruhiges Mädchen und eigentlich ganz anders, als ich in ihrem Alter war, fragt meine armen Eltern! Allerdings fließen meine Worte aus ihrem Mund und so teilen wir uns den trockenen Humor, den Hang zum zügellosen Gebrauch von Schimpfwörtern, die Abneigung gegen lästige Hausarbeiten wie bügeln und die Liebe zu kuschligen Hausschuhen im Großvater-Style. 

tredition: Was lieben Sie beim Schreiben und worauf hätten Sie lieber verzichtet? Welche Rückmeldungen haben Sie bisher von Lesern auf Ihr Buch erhalten? 

Martha Kindermann: Geschichten schreiben ist wie Zauberei, langsamer und beschwerlicher, nehme ich an, aber auf magische Weise bezaubernd. Ich kann etwas Neues erschaffen, dass nur in meinem Kopf entsteht und oft fehlt mir die Zeit, diese Gedanken auf’s Papier zu entlassen. Schreiben ist für mich Freiheit und Glückseligkeit und ich bin dankbar für jede Minute, die ich diesem Hobby widmen darf. Verzichten könnte ich gut und gerne auf das Korrigieren, werben, an fremde Türen klopfen oder stundenlang an Layouttechniken verzweifeln.
Überraschenderweise sind meine »Leser« gefesselt und verlangen nach mehr. Was ich als heimliche Leidenschaft im stillen Kämmerlein angefangen habe, darf ich nun mutig weiterführen, weil es Menschen gibt, die Royas Geschichte hören wollen. Puh – Glück gehabt! 

5. Trendgebtrieben: Die Zielgruppe Jugendliche erreichen

tredition: Haben es Autoren heutzutage schwerer, weil immer weniger Menschen zum Buch greifen?

Martha Kindermann: Ich denke nicht, ehrlich gesagt, die Umstände sind bloß andere. Heutzutage muss man sich schneller an den Markt anpassen, weil gerade im Bereich der Jugendliteratur die Zeit nie still steht. Was gestern noch hip und angesagt war, ist morgen langweilig und verstaubt. Als Autorin werde ich mit bloßen Buchstaben auf dem Papier die Jugend nicht mehr erreichen. Der digitale und mediale Fortschritt schafft uns zwei Möglichkeiten: Entweder man lässt sich von der Flut überrollen, oder man schnappt sich ein Surfbrett und schwimmt auf der Welle mit. 

tredition: Wie sind Sie zum Self-Publishing gekommen?

Martha Kindermann: Ganz einfach: Kein Verlag wollte mein Buch haben. Ich hatte eine Geschichte, ich hatte ein tolles Cover und den Mut, es einfach einmal selbst zu versuchen. Fragt nur nicht, ob ich es empfehlen würde. (lacht)

tredition: Und weshalb sind Sie gerade bei tredition gelandet?

Martha Kindermann: tredition gibt mir die Möglichkeit die Rechte an meinem Buch zu behalten und so bin ich frei für jegliche Art der Entfaltung. Ich habe die Möglichkeiten, auf vielen Kanälen aktiv zu werden, ohne an meinem Baby herumdoktern zu lassen. Durch das breitgefächerte Marketing von tredition erhalte ich die Chance, »BePolar« erst einmal bekannt zu machen. 

Flyer zum Buch: Aufmerksamkeitsstarkes Cover auf der Vorderseite…

… und weitere Informationen zum Buch auf der Flyer-Rückseite

6. Marketing mit Ausdauer: Gegen jede Tür klopfen

tredition: Welche Marketingmaßnahmen haben Sie für Ihr Buch bereits vorgenommen? Hatten Sie von Anfang an einen Marketingplan?

Martha Kindermann: Marketingträume – ja,  Plan – nein! Ich versuche, mich allmählich in die undurchdringlichen Weiten der sozialen Medien vorzukämpfen und sehe auf diesem Gebiet auch die größtmöglichen Erfolgschancen. Meine Leser sind 12 plus und somit schwer über eine Tageszeitung zu erreichen. Ich habe es mit Bookcrossing versucht, ebooks verschenkt, zwei tolle Leserunden auf der Plattform Lovelybooks abgehalten, Buchläden abgeklappert und werde im Februar einen Trailer zum Buch drehen, um pünktlich zur Leipziger Buchmesse 2019 tolles Werbematerial zur Hand zu haben.

tredition: Sie haben viel Erfahrung als Sängerin und Moderatorin, kann davon das Marketing Ihres Buches profitieren?

Martha Kindermann: Ich bin als Musikerin in ähnlichen Bereichen ein gebranntes Kind und weiß, dass man nur mit Durchhaltevermögen, Geduld und einer dicken Haut in der Kunst weiterkommen kann. Niederlagen und stetiges Lernen gehören einfach dazu. Solange ich noch Lust, Laune und meine Wanhsinnsfamilie habe, die hinter mir steht, wird mir die Puste nicht ausgehen. 

tredition: Was sind Ihre Erfahrungen im Bereich Marketing? Wie sollte man als Autor an das Marketing für das eigene Buch herangehen?

Martha Kindermann: Nun, hier lerne auch ich Tag für Tag dazu. Prinzipiell würde ich dazu raten, alles zu versuchen und wirklich gegen jede Tür zu klopfen. Immer neue Ideen entwickeln, hartnäckig, aber freundlich nachfragen und den Glauben nicht verlieren. Das klassische »Vorausdenken« und »Zeitpläne erstellen« ist sicher sinnvoll, aber für mich als verpeilte Musikerin und Mama schwer zu realisieren. Wer das beherrscht, ist aber klar im Vorteil. 

7. Trailer und Fortsetzung: Jetzt geht’s erst richtig los

tredition: Sie wollen BePolar (als Buchtrailer) auf die große Leinwand bringen? Erzählen Sie uns etwas zu diesem engagierten Projekt!

Martha Kindermann: Jawohl, Anfang Februar starten die Dreharbeiten und ich bin furchtbar gespannt und aufgeregt. Wir casten einige junge Schauspieler, haben ein klasse Team von engagierten Filmemachen und werden sogar in einem Meeresaquarium drehen dürfen. 2020 holen wir uns mit diesem 60 Sekunden-Film den deutschen Buchtrailer-Award – so weit der Plan! Ganz easy… (lacht)

tredition: Haben Sie beim Schreiben Blut geleckt? Dürfen Ihre Leser sich auf weitere Bücher freuen?

Martha Kindermann: Ich hoffe doch! Im April 2019 wird zunächst »BeTwi(e)n«, der zweite Teil der Trilogie erscheinen, der gerade lektoriert und für die Veröffentlichung aufgehübscht wird. Danach geht es auf die Zielgerade der Jugendbuchreihe zu und ich kann es kaum erwarten. Ich habe nicht nur Blut geleckt, sondern bin nahezu süchtig geworden. Mein Kopf ist voller Ideen und großer Träume, also schließe ich mit einem klaren JA!

Martha Kindermann

Über die Autorin

Martha Kindermann ist als Musikerin sowohl selbst auf der Bühne tätig als auch in der musikalischen Erziehung von Kindern. Ihre besondere Liebe gilt dem Musical, das sie in vielen Facetten und Stilen auf die Bühne bringt. Nebenbei ist sie außerdem als Moderatorin tätig. Mit dem Schreiben legt Martha Kindermann nun erst richtig los: Ihr Buch „BePolar“ ist erst der Auftakt einer dreibändigen Fantasy-Reihe. Man darf gespannt sein!