Mittendrin – drei Polizisten treffen mit Buch zur Flüchtlingskrise einen Nerv

Mittendrin - Conrads, Franke und Hodenius im Einsatz während der Flüchtlingskrise

Das Autoren- und Polizistenteam Dirk Conrads, Philipp Franke und Marcel Hodenius legen mit „Mittendrin“ einen packenden Bericht über Grenzerfahrungen während der Flüchtlingskrise vor.

Während des Höhepunkts der Flüchtlingskrise werden die Polizisten Dirk Conrads, Philipp Franke und Marcel Hodenius an die deutsch-österreichische Grenze beordert. Ohne Vorbereitung und mit viel Improvisation müssen sich die Polizisten als erste Ansprechpartner dem nicht abreißenden Strom der Flüchtlinge von der Balkanroute stellen. Was erwartet uns? Wer kommt da zu uns? Wie lange wird der Einsatz dauern? Diesen und vielen weiteren Fragen stellen sich die Polizisten und verarbeiten ihre Erlebnisse während der Flüchtlingskrise in ihrem Buch „Mittendrin“. Alle Erfahrungen, von denen die Bundespolizisten in „Mittendrin“ berichten, basieren auf wahren Begebenheiten von einem Winter zwischen deutscher Willkommenskultur, Chaos und Rufen nach Abschiebungen. Ihre Erlebnisse offenbaren wahre „Grenzerfahrungen“.

Dabei erleben die Autoren tragische Geschichten, aber auch heitere Momente, die ihr Leben prägen und die sie niemals vergessen werden. Eine Klarstellung täglicher Vorurteile gegenüber Flüchtlingen ist für die Autoren unerlässlich, gleichzeitig sprechen sie in ihrem Buch aber auch auch kritische Erlebnisse und Momente an. Conrads, Franke und Hodenius legen mit ihrem Werk ein Buch vor, das authentisch von tragischen, erschütternden, aber auch hoffnungsvollen Momenten berichtet. Ihre packenden Erzählungen bieten einen kompromisslos ehrlichen und ganz anderen Einblick in die Flüchtlingskrise.

In einem packenden Interview mit Dirk Conrads und seinen Kollegen erzählen die drei Polizisten von erschütternden Grenzerfahrungen, den Reaktionen der Kollegen und wie den drei Erstautoren recht schnell eine erfolgreiche Medienplatzierung gelang.

 

Mittendrin Auffanglager Conrads Flüchtlingskrise

Bild: Mittendrin – drei Bundespolizisten erzählen in ihrem Debüt von einem Winter zwischen Flüchtlingsstrom, Willkommenskultur und Abschieberufen.

tredition: Lieber Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp Franke, Sie arbeiten als Bundespolizisten und haben gerade bei uns Ihr Buch „Mittendrin“ herausgegeben, in dem Sie von Grenzerfahrungen während der Flüchtlingskrise berichten. An Silvester sind Sie wieder am Kölner Hauptbahnhof im Einsatz gewesen. Wir freuen uns, dass Sie sich trotz Ihres vollen Terminplaners Zeit für ein Interview genommen haben …

Wie haben Sie die Zeit erlebt, als besonders zahlreiche Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten nach Deutschland gekommen sind, um hier Schutz zu suchen?

Polizist Conrads vor Auffanglager

Bild: Mittendrin – Dirk Conrads im Schnappschuss bei seinem Einsatz an der Grenze.

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp FrankeEs war anfangs eine sehr unübersichtliche Zeit, mit viel Improvisation. Man musste ja erst mal die Lage überblicken und vor Ort einschätzen können. Teilweise gelang dieses auch sehr schnell. Es war natürlich eine neue Lage die wir so, in diesem Ausmaße noch nicht kannten und schnell in den Griff bekommen mussten.

tredition: Wie ist die Lage momentan, gibt es mittlerweile einen Plan, wie man mit der Situation umgeht?

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp Franke: Mittlerweile hat sich die Situation ja entschärft, wie man auch in den Medien verfolgen kann.

tredition: Wann kam der Entschluss, diese Erlebnisse in einem Buch zusammenzufassen?

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp Franke: Unser Entschluss, dieses Buch zu schreiben, kam uns abends nach Feierabend in einer Hotelbar, nach einem Wasser, oder zwei. Wir sprachen davon, unsere erlebten Eindrücke und Geschichten einfach einmal aufzuschreiben. Die Menschen zu Hause haben nur über die Medien dieses Erlebnis begrenzt mitverfolgen können, wir aber waren MITTENDRIN und ganz nah dabei und auch da, wo die Medien nicht hinkamen.

Tja und so haben wir dieses Projekt dann tatsächlich in die Tat umgesetzt.

tredition: Was ist Ihre Hauptmotivation, die hinter dem Buch steht, was wollen Sie erreichen?

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp FrankeWir wollten einfach einmal eine ganz andere, neutrale Sicht für die Leser  vorstellen.

Eine Klarstellung täglicher Vorurteile gegenüber Flüchtlingen.

MIttendrin während der Flüchtlingskrise

Bild: Buchcover „Mittendrin“ von Dirk Conrads, Philipp Franke und Marcel Hodenius.

Polizist Conrads Franke

Bild: Die Polizisten Dirk Conrads und Philipp Franke bei einem Schnappschuss während eines Polizeieinsatzes.

tredition: Können Sie nach oft erschütternden Erlebnissen und Berichten nachts überhaupt noch schlafen, wie halten Sie die Distanz?

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp FrankeMan darf einfach diese erlebten Situationen nicht zu nah an sich heran lassen und nicht persönlich nehmen. Natürlich berühren uns  auch solche Erlebnisse, wir sind ja auch nur Menschen. Wichtig ist aber auch, dass man einfach im Freundeskreis, oder mit der Familie ganz neutral über erlebte Dinge sprechen sollte, um dieses zu verarbeiten, oder eben ein Buch schreibt 😉

tredition: Was sagen Sie den Menschen, die verunsichert sind und härtere Abschiebungsgesetze fordern?

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp Franke: Eigentlich sollte das Asylpaket II schon vor Weihnachten dass Parlament passieren. Mit ein wenig Verzögerung wird es vermutlich noch im Januar zur Verabschiedung weiterer Verschärfungen kommen.

tredition: Welche Menschen kommen da nach Deutschland?

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp FrankeAus Syrien kommen nicht nur Ärzte, das stimmt. Aber die Syrer sind gebildeter als andere Flüchtlinge. Die Altersstruktur ist auch positiv, da viele Migranten im richtigen Alter sind, um sich hier eine Existenz aufzubauen und lange arbeiten, bevor sie das Rentenalter erreichen. Es kamen damals doppelt so viele Männer wie Frauen zu uns. Offenbar schicken Familien ihre kräftigsten und belastbarsten Mitglieder vor und das sind nicht selten Jugendliche. Es hat sich auch herumgesprochen, dass Minderjährige aus Deutschland nicht abgeschoben werden.

tredition: Was würden Sie sich von der Politik oder von Ihren Mitmenschen wünschen?

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp FrankeUm es kurz auszudrücken:  Verständnis, Überlegung,  Geduld und Vertrauen!

Marcel Hodenius

Bild: Der Polizist Marcel Hodenius im Einsatz.

tredition: Haben Sie privat eine andere Einstellung, als ihre dienstliche? Gibt es eine Trennung zwischen Ihnen als Polizist und Dirk Conrads als Privatmensch?

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp FrankeKann man das überhaupt trennen?

tredition: Haben Sie keine Angst, dass Sie durch ein so ehrliches und offenes Buch zu viel vom Dienst oder zu viel von sich selbst preisgeben?

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp Franke: Nein,  es wurden auch keine polizeitaktischen Maßnahmen offen gelegt, sondern alles Erlebte  nur aus unserer Sicht geschildert.

tredition: Was sind die Reaktionen Ihrer Leser?

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp FrankeBislang sehr positiv, was sich auch in den zahlreichen Interviews und Zuschriften wiederspiegelt.

tredition: Wie gehen die Kollegen mit dieser Aufmerksamkeit um? Gibt es auch negative Resonanz?

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp Franke: Wie in allen Bereichen des Lebens, gibt es natürlich auch in den eigenen Reihen Neider bzw. negative Resonanzen, aber so lange das Positive überwiegt, ist doch alles ok.  Jeder hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern.

tredition: Wie geht es mit Ihnen und Ihrem Buch nun weiter?

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp Franke: Ich bzw. wir (Philipp Franke, Marcel Hodenius) hoffen natürlich, dass das Buch ein Erfolg wird und viele Menschen begeistert und einmal eine andere Sichtweise auf die Sache zeigt. Es  ist derzeit noch zu früh zu sagen, ob es vielleicht einen Teil II des Buches geben wird. Wir werden schauen und uns auch dann noch einmal zusammensetzen.

tredition: Wie kam es zu Ihrer Entscheidung für eine Veröffentlichung im Self-Publishing-Verlag / und warum gerade für tredition?

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp Franke: Die positive Resonanz und Empfehlungen des Verlages waren mit ausschlaggebend.

MIttendrin Focus

Bild: Viele Medien, wie Focus, WAZ oder WDR berichten über die Neuerscheinung der drei Polizisten.

tredition: Das Buch erfährt großes Medienecho, Sie wurden bereits von diversen großen Medien angesprochen. Wie sind Sie herangegangen, um Ihr Buch einer breiten Öffentlichkeit und auch den Medien vorzustellen? Gab es vorab einen Marketingplan?

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp Franke: Wir haben uns einfach auf viele wichtige regionale und auch überregionale Medienanstalten konzentriert und diese ganz simpel angeschrieben. Kurz etwas zu uns und unserem Buchprojekt mitgegeben und ein Exemplar des Buches mitgeschickt, damit die Journalisten wussten, wovon wir reden bzw. schreiben.

tredition: Haben Sie im Bereich Veröffentlichung besondere Tipps an andere Autoren?

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp FrankeEinfach nach Veröffentlichung passende Medienbereiche  anschreiben, manchmal sogar mehrmals, da auch wir des Öfteren nicht wahrgenommen wurden. Durch wiederholtes Kontaktieren haben wir dann aber doch Gehör gefunden …

tredition: Wollen Sie in Zukunft wieder von Ihrer Arbeit berichten, gibt es weitere Projekte?

Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp Franke: Man wird bestimmt wieder von uns hören bzw. lesen.

tredition: Lieber Dirk Conrads, Marcel Hodenius und Philipp Franke, wir danken Ihnen herzlich für das informative Interview und wünschen Ihnen für Ihr Erstlingswerk weiterhin viel Erfolg!

 

1 Antwort
  1. Annika Richter says:

    ich finds wunderbar und freu mich, die `Menschen´ hinter den `Polizisten´ sehen zu dürfen. Man könnte ja manchmal meinen da sind keine mehr. Ich meine nicht, weil sie unmenschlich sind, nein, sondern, weil sie sich als Menschen sonst kaum zeigen (dürfen?). Als Uniformierter, ja, aber wo ist das Individuelle, das Wesen, das ganz einmalig ist und einmalige Gefühle u Gedanken hat???
    Da ist es!!!!!!!! super und Danke!!!!!!!
    Annika Richter

    Antworten

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