Paul Menzel wurde 2005 in Mönchengladbach geboren. 2018 hat er mit gerade einmal 13 Jahren seinen Thriller „Rache des Gleichaussehenden“ veröffentlicht – sein Debütwerk. Er ist vom Schreiben begeistert, weniger von der Reaktion vieler Mitschüler auf das Lesen allgemein. Viele junge Menschen lesen kaum noch und zeigen wenig Interesse an Büchern – ein allgemeiner Trend, der Verlagen und Autoren im Markt zusetzt. Paul Menzel will sich damit nicht abfinden und kämpft auch mit der Veröffentlichung des eigenen Buches gegen diese Entwicklung. Mit seinem spannenden kurzweiligen Werk will er junge Menschen wieder zum Lesen bringen. Ein Autor mit Vorbildfunktion! Ein großer Erfolg, der sich für die Zukunft abzeichnet, ist eine mögliche Aufnahme seines Buches in die Schulagenda. Der talentierte Jungautor  hat der tredition-Redaktion ein Interview gewährt und offenbart darin einen kleinen Einblick in sein Leben als aufstrebender und engagierter Schriftsteller. Chapeau!

Paul Menzel Jungautor

Das Autoreninterview mit Paul Menzel

Erfahren Sie im Interview alles über:

  1. Die Lust am Lesen entfachen – Hier erfahren Sie mehr über den Werdegang von Paul Menzel
  2. Wie kommt man eigentlich zum Schreiben? – Erfahren Sie, woher Paul Menzel seine Ideen nimmt
  3. Das Buch  – „Rache des Gleichaussehenden“
  4. Der perfekte Leeseeinstieg für Jugendliche – Paul Menzels spannende Mission
  5. Das Schreiben an sich – Alle Informationen zum Schreibprozess und den Herausforderungen des Schreibens
  6.  Die Erfüllung eines Traumes – Das eigene Buch
  7. Zwischen Marketing und neuen BuchprojektenWas hat Paul Menzel in Sachen Marketing gemacht und wie sieht seine Zukunft als Autor aus?

Paul Menzel im Wortlaut

Paul Menzel Schule

1. Die Lust am Lesen entfachen

tredition: Lieber Paul Menzel, Sie haben bereits mit 13 Jahren Ihr erstes Buch geschrieben – Andere spielen in Ihrem Alter Computerspiele oder schauen Netflix. Woher kam die Inspiration in diesem frühen Alter?

Paul Menzel: Auch ich schaue Netflix, spiele ab und an Computerspiele, mache auch das, was andere in meinem Alter machen. Doch dazu lese ich auch gerne. Als ich in meiner Klasse gefragt habe, was denn das Lieblingsbuch gerade ist, bekam ich Antworten wie: „Lesen, wer macht das denn noch?“, oder „Also ich lese nicht. Mir reichen schon diese langweiligen Lektüren in der Schule.“ Und auch ich habe erst wieder Anfang 2018 angefangen zu lesen. Und ich habe entdeckt, dass mir das enormen Spaß macht. Ich wusste es nur einfach nicht. Durch nichtssagende Schullektüren wurde ich demotiviert, ein Buch zu lesen. Ich meine, die Schullektüren sind auch ziemlich langweilig. Und genau das hat mich inspiriert das Buch zu schreiben. Den perfekten Leseeinstieg für Jugendliche zu schaffen. Jugendliche durch ein kurzes spannendes Buch wieder an andere Bücher heranzuführen.

tredition: Können Sie den Inhalt Ihres Buches in wenigen Sätzen zusammenfassen?

Paul Menzel: In meinem Buch „Rache des Gleichaussehenden – ist deine Familie wirklich so sicher?“ geht es um die Staatsanwältin Sabrina Nadelbusch, die entführt wird. In einer kalten Herbstnacht wird in ihrem Bett ein Messer an ihrer Schulter angesetzt. Sie schwebt in Lebensgefahr. Ob sie der Gefahr im tiefen Osten Deutschlands entkommen wird?

2. Woher kommen eigentlich die Ideen zum Schreiben?

tredition: Sie haben mit einen eiskalten Thriller über das Schicksal einer Staatsanwältin erdacht, ein für einen 13-Jährigen ja eher ungewöhnliches Genre. Beliebt sind in diesem Alter ja eher Fantasy oder Abenteuerromane. Wie sind Sie zu Ihrem Thema gekommen? Wieviel Paul Menzel steckt in Ihrer Hauptfigur? Gab es vorab auch schlaflose Nächte?

Paul Menzel: Schlaflose Nächte habe ich nur wenn ich aufgeregt bin. Eher gäbe es dann Albträume. Aber diese gab es nicht.  Die Genres Krimi, Thriller und Horror mögen für Jugendliche ungewöhnlich klingen, aber Fantasy fand ich in der Vergangenheit einfach unglaublich langweilig. Jugendliche brauchen etwas spannendes. Zum Leseeinstieg muss es so spannend sein, dass man wissen will, wie es ausgeht und nicht in einer sogenannten „Leseflaute“ steckenbleibt. Das wichtigste ist, dass es keine langweiligen Teile oder es langweilige Figuren gibt. Das bin ich in meinem Buch komplett umgangen. Ich habe mich gefragt: Wie wäre eigentlich dein perfektes Buch? Meine Antwort war die ganze Zeit spannend – und nicht zu lang  „Rache des Gleichaussehenden“ ist mein Traumbuch – nur dass ich das Ende ja schon kenne …  Ich denke jeder Autor kann sich selbst nicht aus den Figuren bzw. dem Protagonisten lassen. Bei mir ist es sicherlich unterbewusst passiert, jedoch habe ich nicht extra dem Protagonisten das Klavierspielen und Autor sein zugeteilt.

tredition: Woher nehmen Sie Ihre Ideen?

Paul Menzel: Meine Ideen sind Touristen. Sie kommen in mein Gedächtnis (die Urlaubstadt), halten sich dort auf (machen Urlaub). Wenn sie mir gefallen, schreib ich mir sie auf oder arbeite direkt daran. Wenn sie mir nicht gefallen oder es einfach zu viele gibt, dann reisen die Ideen wieder ab, so wie Touristen. Nach Ideen suchen kann ich nicht. Es kann sein, dass sie in einer Klausur kommen. Blöd, wenn dann der Lehrer denkt, dass der Zettel, auf dem ich die Idee unbedingt wie aufschreiben muss, ein Spicker wäre. Zum Glück noch nie passiert. Es kann auch sein, dass Sie beim Einschlafen kommen. Überall können sie sein. Überall können sie kommen.

Paul Menzel Jungautor

3. Das Buch

Rache des Gleichaussehenden

Liegst du auch abends in deinem Bett? Liegst du auch unter einer warmen Decke? Wird auch ein Messer an deiner Schulter angesetzt? Staatsanwältin Sabrina Nadelbusch schwebt in Lebensgefahr. Wird sie der Gefahr entkommen, bevor sie der Tod ereilt?

Leseeinstieg für Jugendliche

4. Der perfekte Leseeinstieg für Jugendliche

tredition: Wen möchten Sie mit Ihrem Buch erreichen?

Paul Menzel: Wie oben schon erwähnt möchte ich so viele Jugendliche wie nur möglich durch mein Buch einen Leseeinstieg geben. Durch mein Buch können Jugendliche selbst erforschen, ob ihnen das Lesen Spaß macht. Nach meiner Umfrage an meiner Schule war ich geschockt. Von der Klasse fünf bis zur siebten Klasse nimmt das private Lesen um zwei Drittel ab. Deshalb habe ich das Projekt „Der perfekte Leseeinstieg für Jugendliche“ gestartet. Meiner Meinung und eigener Erfahrung nach, wissen viele Jugendliche gar nicht, dass ihnen das Lesen Spaß macht. Durch die Kürze des Buches und der durchgehend spannenden Handlung können Jugendliche in das Lesen einsteigen. Auch kommen immer wieder Anfragen von Eltern, wie sie ihr Kind/Jugendliche/n zum Lesen bekommen. Alle Informationen zum Projekt und für Eltern sind auf www.paulmenzel.de zu finden.

tredition: Wie ist bisher die Resonanz aus dem Bekanntenkreis und weiterer Leser?

Paul Menzel: Mein Bekanntenkreis hat super reagiert. Meine Familie ist begeistert und auch meine Freunde fanden das ganze total klasse. Dafür bin ich jedem dankbar. Meine Schule unterstützt mich sehr gut und viele Lehrer haben das Buch auch gekauft. Natürlich gibt es dann auch Leute aus meinem Umkreis, die gar nicht damit zurechtkommen und oft lästern. Ich habe diese Leute, die einfach nur neidisch sind, aus meinem Leben gestrichen und danke jedem, der hinter mir steht.
Genauso steht auch meine Instagram-Community (Auch genannt Bookstagram-Community) hinter mir. Alle sind vom Buch begeistert.  Ich habe nur positives Feedback bekommen. Ein Mitschüler wollte das Buch, nachdem er es vor dem Unterricht gekauft hat, in der Stunde lesen. Er konnte einfach nicht aufhören. Und das Projekt „Der perfekte Leseeinstieg für Jugendliche“ schlägt an. Viele haben ein neues Hobby entdeckt: Lesen! Und deshalb bin ich überglücklich!

5. Das Schreiben an sich

tredition: Was sind Sie für eine Art von Autor? Wie kann ein Leser sich den Schreibprozess bei Ihnen neben einem gewöhnlichen Schultag vorstellen oder schreiben Sie nur in den Ferien?

Paul Menzel: In den Ferien habe ich natürlich mehr Zeit, jedoch schreibe ich nicht unbedingt mehr. In den Ferien habe ich dann mehr Zeit um mich dann um das ganze drum herum vom Buch zu kümmern. Ich habe nicht gerechnet, dass das so viel ist. Aber ich mache die Arbeit sehr gerne.
Oft schreibe ich abends. Dann bin ich am kreativsten. Beim Schreiben höre ich Musik (instrumental) und esse gerne etwas dabei (Kaugummi geht auch.)

tredition: Wann wurde in Ihnen der Wunsch wach, Ihre Texte auch einem breitem Lesepublikum zugänglich machen zu wollen?

Paul Menzel: Das passierte ungefähr in der Mitte des Buches. Die Verlagssuche hat mich motiviert und nicht demotiviert, wie es bei vielen anderen Autoren ist. Da habe ich Glück, denn die Veröffentlichung ist eigentlich das spannendste. Und dann war es geschehen und ich fühle mich in meiner Rolle als Autor prima! Und andere in meine Welt der Thriller eintauchen zu lassen, ist eine Ehre für mich.

tredition: Was hat Sie beim Schreiben am meisten herausgefordert?

Paul Menzel: Ich glaube am Meisten war es die Zufriedenheit. Viele Szenen fand ich einfach nur blöd, weil sie mir zu unrealistisch waren, oder zu langweilig. Jetzt bin ich aber doch zufrieden.

tredition: Wie unterstützt Sie eigentlich Ihr Umfeld bei Ihrem Unterfangen, die eigenen Eltern, Freunde etc.?

Paul Menzel: Alle, die mich unterstützen, tun das durch Mundpropaganda oder durch z.B. meinen Flyern. Das ganze Buch ist komplett meine Sache. Ich mache alles am Buch alleine und bekomme an manchen Stellen gute Unterstützung durch die tolle Autorenberatung von tredition. Aber das, was mein Umfeld für mich macht, ist einfach nur toll! Ich danke allen so sehr!

Paul Menzel Schreiben Jungautor

 

Paul Menzel Jungautor Vorbild

6. Die Erfüllung eines Traumes: Das eigene Buch

tredition: Wie lange hat es von der Idee bis zur Veröffentlichung gedauert?

Die Idee kam und ich habe sofort angefangen. Ende Februar habe ich angefangen zu schreiben. Fertig war ich am 29.07.2018. Die Überarbeitung ect. dauerte dann bis zum 16.10.2018, an dem mein Buch erschienen ist.

tredition: Weshalb haben Sie sich für Self-Publishing und speziell tredition entschieden? Wo sehen Sie die Vorteile von Self-Publishing?

Aus dem Grund, weshalb Sönke Schulz und Sandra Latußeck tredition gegründet haben, habe ich mich für das Self-publishing entschieden. Es wird bei einem traditionellen Verlag einfach nur jedes 200. Manuskript angenommen. Und ich denke es ist gut, dass ich im Self-publishing bin: denn die Arbeit, die sonst ein Verlag komplett alleine macht, finde ich sehr interessant. Und im Selbstverlag kann ich einfach genau das alles machen. Dazu ist mein Buch viel mehr Paul Menzel und nicht Carlsen, Droemer, Lübbe oder sonst ein Verlag. Als ich mich am Telefon beraten lassen wollte, wie das Ganze bei tredition funktioniert , war ich mir allein schon von dem Telefonat mit Theresa Reichelt sicher: da gehst du hin, Paul! tredition hat wirklich das mit Abstand freundlichste, kompetenteste und beste Team, das es überhaupt gibt! Ich bin einfach nur begeistert, wie toll Sylvia Anderson, Mirko Esquivel und Theresa Reichelt die Autorenbetreuung machen! Auch eine tolle Marketing Beratung von Nadine Otto habe ich bekommen. Das Team ist super! Ich hoffe, ich darf auch alle anderen Mitarbeiter mal am Telefon haben. Die Qualität vom Druck ist auch bestens. Einfach klasse!

tredition: Haben Sie jetzt nach der Veröffentlichung irgendwelche Tipps für angehende Autoren, die noch davor stehen, das eigene Buch herauszubringen?

Ich möchte jedem angehenden Autor ans Herzen legen, dranzubleiben. Jeder muss seinen Weg machen! Und jedes Buch ist wertvoll. Auch deins! tredition steht dir bei jedem Schritt zur Seite! Ich wünsche jedem Autor viel Erfolg und eine tolle Leserschaft!

7. Zwischen Marketing und neuen Buchprojekten

tredition: Sie haben Ihren Roman in Ihrer Schule als Lektüre vorgestellt, nutzen das Netzwerk Schule, um Ihren Roman bekannter zu machen. Wie gehen Sie im Bereich Marketing genau vor?

Jedes Buch ist anders. So braucht jedes auch eine andere Strategie. Das wichtigste ist, den Leser zu finden. Das geht nur da, wo diese sich aufhalten. Ich finde meinen Leser auf Instagram und in der Schule. Für Sachbücher ist Twitter  mehr zu empfehlen als Instagram . Flyer können hilfreich sein. Bei Fragen, lassen Sie sich am besten bei Nadine Otto von tredition beraten. Auch Buchhandlungen im Umfeld helfen gut! Meine Autogrammstunde kam sehr gut an!

tredition: Und zu guter Letzt, was sind Ihre Pläne für die Zukunft? Können Ihre Leser sich auf weitere Bücher freuen? Haben Sie Blut geleckt, was das Schreiben angeht oder bleibt es bei einem Buch?

Ich kann versichern: das nächste Buch ist gar nicht so weit weg! Mir macht das Schreiben und die Arbeit um das Buch unheimlich viel Spaß. Jedem, dem das Buch gefallen hat, kann sich auf ein weiteres freuen. Und genauso freue ich mich auf Sie als Leser!

tredition: Lieber Herr Menzel, vielen Dank für die ausführlichen Antworten auf unsere Fragen!

Sehr gerne! Viele liebe Grüße an alle Leser, Autoren und dem ganzen treditions Team!

Paul Menzel Schule

Über den Autor

Paul Menzel Jungautor

Paul Menzel, 2005 in Mönchengladbach geboren, besucht ein Gymnasium und veröffentlichte 2018 mit „Rache des Gleichaussehenden“ sein erstes Buch. Nach der Grundschulzeit, wo man Bücher wegen Lesestempeln lesen musste, hat er eigentlich nur noch wenig gelesen. Auf dem Gymnasium musste er in der fünften Klasse ein Buch vorstellen, doch danach war Lesen zu Hause Fehlanzeige. In der sechsten Klasse mussten er mit seinen Mitschülern dann die erste Lektüre lesen. Alle waren gespannt: Wie wird das wohl, so ein Buch lesen und damit arbeiten?  Zu Gottfried Preußlers „Krabat“ war ein Lesetagebuch Pflicht. Im Gegensatz zu „Kleider machen Leute“ war das noch ganz spannend. Aber: Am Silvesterabend 2017 hat er sich gelangweilt und deshalb ins Regal geschaut. Eric Bergs „Nebelhaus“ flog in seine Hand. Und wie hat Paul Menzel das neue Jahr 2018 begonnen? Richtig! Mit Lesen. Wäre das am Silvesterabend nicht passiert, hätte er höchstwahrscheinlich nicht im August sein erstes Buch veröffentlicht. Seitdem wirbt er bei Freunden und Bekannten für das Lesen. Er hat Spaß am Schreiben und möchte weitere Werke verfassen.