Hier spielt die Musik: Autor Ralf-Axel Krause im Interview

Ralf-Axel Krause

Ralf-Axel Krause: Der Musikpädagoge steht hin und wieder auch selbst auf der Bühne

„Erst die Präzision und dann die Kondition. Nur das ist der Nährboden für die Qualität einer guten Musik“, schreibt Ralf-Axel Krause in seinem Lehrbuch „Das kleine Musiklexikon“. Diese Maxime ließe sich auch auf das Verfassen und die Publikation eines Buches übertragen. Ralf-Axel Krause veröffentlichte in den vergangenen Monaten gleich zwei Bücher bei tredition – eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Als Musiklehrer mit über 20-jähriger Erfahrung manifestierte er seine Fachkenntnisse in einem Lehrbuch für angehende Musiker und Kollegen. In seiner kurz darauf veröffentlichten Biographie „Friendly Fire“ zeigt er auf, welche Folgen Mobbing, Intoleranz und Ausgrenzung für Körper und Seele eines Menschen haben. Über die Beweggründe für und die Zielgruppe seiner Bücher spricht Ralf-Axel Krause im Interview mit tredition.

tredition: Lieber Herr Krause, erst vor wenigen Monaten haben Sie das Lehrbuch „Dein kleines Musiklexikon“ bei tredition herausgegeben. Da Sie selbst als Musiklehrer tätig sind, brennt uns die Frage unter den Nägeln: Wie ist die Resonanz? Wird es von Ihren Schülern mit Interesse aufgenommen?
Ralf-Axel Krause: Ich bin sehr zufrieden, weil ich anscheinend mit einigen Ausführungen eine Marktlücke getroffen haben muss. Man begrüßte z.B. dass ich übersichtlich alle Tonleitern in verschiedenen Darstellungsformen erklärt habe und vor allem, was man aus diesen Tonleitern alles so machen kann bzw. was sich für Harmonien daraus ergeben. Ich würde mir wünschen, das Buch vielleicht auch einmal in Schulen vorzustellen.

tredition: Wie kam es zu der Idee, ein Lehrbuch zu veröffentlichen?
Ralf-Axel Krause: Ach, das ist eine lange Geschichte. Ich habe ja schon seit einiger Zeit an meiner Biografie gearbeitet. Da ich hier viele Traumata aufgearbeitet habe, was auch Kraft kostet, brauchte ich ein Regulativ. Einige Freunde und Schüler ermutigten mich, ein Lehrbuch zu schreiben. Ich hatte ja gewissermaßen schon alles an Material über 20 Jahre gesammelt und brauchte es „nur“ noch sortieren und kommentieren. Auch das war eine intensive Arbeit, aber lange nicht so hart wie eine Biografie zu schreiben.

tredition: Welche Zielgruppe haben Sie im Blick?
Ralf-Axel Krause: Erreichen möchte ich mit dem Lehrbuch alle, die Musik machen oder dies vorhaben: Kollegen, Lehrer, Schüler. Ich wünsche mir, dass man Musik nicht immer nur als eine „Hau-Drauf-Kunst“ mit „kommerziellen Verwerflichkeiten“ betrachtet, sondern auch wieder als Wissenschaft, die ganz viele wunderbare Dinge bewirken kann. Musik ist Heilung und ein wichtiger Kraftgeber! Vor allem ist es aber wichtig, wie man Musik lernt. Das Know-How haben nach meiner Einschätzung nur wenige Kollegen und die, die es haben, sind z.B. durch das Schulsystem und die Lehrpläne blockiert.Dein kleines Musiklexikon von Ralf-Axel Krause

tredition: Sie sind selbst als Jazz- und Rockmusiker aktiv. Kann man Ihnen in diesem Jahr auf, einer der zahlreichen Bühnen Deutschlands lauschen?
Ralf-Axel Krause: Ich arbeite gerade an einem 60er Jahre Projekt. Also Beat, Rock`n`Roll und ein bisschen Mowtown. Ich würde mich freuen, wenn ich es irgendwann mit geeigneten Kollegen aufführen kann. Ich mag diese Zeit. Sie hat eine Symbiose aus Rebellion und Romantik. Wenn ich die Musik aus dem Hamburger Starclub der früheren 60er Jahre höre, dann spüre ich den Geist dieser Zeit, als die Jugend eine eigene Sprache bekommen hat. War das nicht großartig?

tredition: Bereits im Januar gaben Sie mit „Friendly Fire“ ein zweites Buch – Ihre Biographie – heraus. Was ist der Beweggrund dafür?
Ralf-Axel Krause: Vorausgegangen ist hier eine widerliche Straftat gegen mich. Ich bin bis heute Opfer von Cybermobbing und mache eine Traumatherapie. Da ich selber eine pädagogische Ausbildung habe, weiß ich, dass es sehr hilfreich sein kann alles schriftlich aufzuarbeiten. Also schrieb ich alles auf, was mir zu meinem Leben eingefallen ist. Erst was es sehr quälend. Sie müssen sich vorstellen, das Traumata das sog. kognitive Denken blockieren können. Dann habe ich eine längere Pause, vielleicht von einem halben Jahr, gemacht. Ich habe mir daraufhin gesagt „Du musst weiter machen“ und es einfach fließen lassen.

tredition: Was möchten Sie mit Ihrem Buch erreichen?
Ralf-Axel Krause: Es gibt im Leben immer Opfer und Täter und ich möchte beiderlei erreichen. Die Opfer möchte ich zu mehr Selbstwert motivieren und die Täter für Empathie begeistern. Leben bedeutet Verantwortung tragen und das gilt für uns alle. Durch das Cybermobbing bin ich übrigens auf tredition gestoßen bzw. die Bücher von Sylvia Hamacher, die selbst Opfer von Mobbing wurde. Ihre Bücher haben mich beeindruckt und das war dann der Auslöser für mich, selbst eine Autobiographie zu schreiben.Friendly Fire von Ralf-Axel Krause

tredition: Nach zwei Titeln innerhalb so kurzer Zeit dürften Sie manchen Tipp haben, den Sie anderen Self-Publishern an die Hand geben können: Was waren die größten Herausforderungen für Sie beim Schreiben?
Ralf-Axel Krause: Ich weiß nicht ob es eine Herausforderung an sich war, aber – und das muss hier unterstrichen werden – es war eine der besten Lebenserfahrungen die ich machen durfte. Ich kann nur jedem raten, so etwas einmal zu machen. Einfach drauf los schreiben uns alles aus sich heraus schreiben, was die Seele hergibt. Das ist ein wunderbares Gefühl. Bei tredition fühle ich mich sehr gut aufgehoben. Die Herzlichkeit und die prompte Beratung ist nicht vergleichbar zu dem was ich in der Musikbranche erlebt habe.

tredition: Wie machen Sie auf Ihre Bücher aufmerksam?
Ralf-Axel Krause: Den Schwerpunkt lege ich auf mein Lehrbuch. Beispielsweise habe ich Schulen und Büchereien angeschrieben, in Bandforen dafür geworben und ein Youtube-Video erstellt. Eine Facebook-Seite habe ich ebenfalls angelegt.

tredition: Haben Sie bereits ein weiteres Buch in Planung?
Ralf-Axel Krause: Nicht nur eins! Ich schreibe noch ein Buch über meine Erlebnisse mit Cybermobbing. Auf diese Veröffentlichung freue ich mich deshalb ganz besonders, weil es der Anlass war, dass ich überhaupt mit dem Schreiben begonnen habe. Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber ich denke, es wird bei den Lesern einiges bewegen und viele werden kritisch reflektieren, was sie so alles im Internet machen. Eine zweite Auflage von „Dein kleines Musiklexikon“ ist ebenfalls in Arbeit. Ich kann schon ankündigen, dass die neue Version 40 (!) Seiten mehr hat! Große Lust hätte ich auch, mit meinen Geschwistern ein Kochbuch zu realisieren. Die sind allesamt Gourmets und ihre Kochkünste sollten anderen nicht länger vorenthalten bleiben.

1 Antwort
  1. F. Landvoigt says:

    Ich kenne Axel schon seit vielen Jahren, habe Ihn damals als kompetenten und geduldigen Musiklehrer kennengelernt. Über Die Jahre sind wir Freund geworden und sehen uns auch heute noch regelmäßig, obwohl ich aus zeitlichen Gründen schon einige Jahre nicht mehr in seinem Unterricht bin (von der Musik habe ich allerdings nie losgelassen !).

    Mit der Musik beschäftige ich mich schon sehr lange und ich muss sagen, dass ich bisher noch keinen Musiker Kennen gelernt habe, der so gut Musiktheorie, aber auch die Technik und Praxis allgemein vermitteln kann !

    Bis heute bin ich froh, dass ich an diesen Musik Lehrer geraten bin. Nicht nur wegen seiner Fähigkeiten, sondern auch weil er ein so klasse Mensch ist. Ich bewundere sein Standhaltevermögen in Hinsicht auf die starken (Cyber-) Mobbingerfahrungen und wünsche Ihm alles gute, denn nur wenige Menschen sind so ehrlich und gleichzeitig sie selbst wie unser Ralf-Axel !

    Ales Gute weiterhin mein Freund !

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