Reinhard Zellinger beriet mit seinen Teams über mehr als 20 Jahre große Firmen rund um den Globus, bevor er sich der Schriftstellerei zuwandte. Als Sohn eines begnadeten, von Franz Lehar unterrichteten Komponisten sowie einer Bankkauffrau gräflichen Geblütes, wuchs er in einem Umfeld auf, in welchem Kreativität und Etikette eine große Rolle spielten. Dann wurde er Schlossherr des Mozartschlosses Stuppach in der Nähe Wiens.

„Dan Brown meets Mozart-Schloss“ könnte die plakative Überschrift einer Buchbesprechung seines Buches „14/2 Verfluchte Sieben“ sein, und zwar im wahrsten und besten Sinne des Wortes. Denn das Mozartschloss, das durch Mozarts Requiem weltbekannt ist, wird dabei mit all seinen spannenden Geheimnissen, Räumen und Stockwerken nicht nur als der perfekte Schauplatz präsentiert, es erscheint fast als handelnde Person, wenn nicht sogar als eine der Hauptfiguren. Wo Dan Brown von Recherchen ausgeht, schöpft Zellinger aus selbst Erlebtem, aus jahrzehntelang gewachsenen Erfahrungen. Passend zum Roman veranstaltet Zellinger seit kurzem auch Leseevents im Schloss. Ein spannendes Gesamtkonzept, über das Reinhard Zellinger uns heute mehr erzählen wird .

„Es steht ein Schloss am Alpenrand, durch Mozarts Requiem weltbekannt.“

Das Autoreninterview mit Reinhard Zellinger

Erfahren Sie im Interview alles über:

  1. Wie kommt ein Schlossbesitzer zum Schreiben? – Wie Mozarts letztes Märchenschloss einen Kriminalfall inspirierte
  2. Das Geheimnis um das Mozartschloss – Erfahren Sie, was Mozart mit Zellingers Thriller zu tun hat
  3. Das Buch  – „14/2 Verfluchte Sieben“
  4. Von Schreibroutinen – und Lesermeinungen 
  5. Der Handlungsort als treibender Protagonist: das Mozartschloss
  6. Die Lesung als Event – Marketing auf ganz besondere Art umgesetzt
  7. Vom Wert des gedruckten Buches
  8. Werben, werben, werben  – und an die Leser denken

Reinhard Zellinger im Wortlaut

1. Wie kommt ein Schlossbesitzer zum Schreiben?

tredition: Lieber Herr Zellinger, als Sohn des von Franz Lehar unterrichteten Komponisten, sowie einer Bankkauffrau aristokratischen Ursprungs, sind Sie in einem Umfeld erzogen worden, in welchem Kreativität und Etikette eine große Rolle spielte. Welchen Einfluss hatte dies auf Ihre Kreativität?

Reinhard Zellinger: Die Disziplin und den eisernen Willen habe ich wohl von meiner Mutter erhalten. Mein Vater spendierte das musische Talent. Dies drückt sich aus in diversen Interessen in diesem Segment wie: Malerei, Musik (Klavier & Komposition) … und  Schriftstellerei. Meine Großtante (Schwester meines Großvaters mütterlicherseits) brachte mir alten Familientraditionen näher. Die Urgroßmutter war eine ungarische Gräfin. Ein klein wenig von diesem Blut fließt heute durch meine Adern. Meine Kreativität erscheint mir eher in die Wiege gelegt. Dafür danke ich meinen Eltern und Vorfahren.

tredition: Sie haben mit Ihren Teams über mehr als 20 Jahre zum Erfolg großer Firmen rund um den Globus beigetragen, bevor er sich der Schriftstellerei zuwandten. „14/2 VERFLUCHTE SIEBEN“ ist Ihr Thriller-Debüt, wie wurden Sie zum Schriftsteller – zum Thrillerautor?

Reinhard Zellinger: Zur Schriftstellerei kam ich über die Geschichte rund um das Schloss von Stuppach, das Requiem von Mozart sowie die Verbindung zwischen dem Reichsgrafen von Walsegg und seinem Logenbruder Wolfgang Amadeus Mozart. Auf diesen Stoff stiess ich 1996. Damals skizzierte ich ein Theaterstück das dann von Profis zu einem Schauspiel ausgearbeitet wurde. Es wurde am 13. & 14. Februar 1997 im zum Teil noch ruinösen Schloss von Stuppach aufgeführt. Das österreichische Fernsehen war am 13.02.1997 dabei.  Diese beiden Anlässe stellten den „Urknall“ in meiner schriftstellerischen Laufbahn dar. Nach langen Recherchen erschien 2011 das Sachbuch „Mozarts letztes Schloss“ in dem die Entstehungsgeschichte von Mozarts Requiem aufgearbeitet wurde. Bei den langen Forschungsreisen (die immer wieder – auch längere Zeit – unterbrochen wurden) fiel sehr viel Zusatzmaterial an. Im Sommer 2015 startete ich damit, dieses Material zu verarbeiten indem ich begann einen Thriller zu schreiben. Er wurde im Sommer 2018 fertiggestellt. Das magische Schloss von Stuppach spielt darin die Hauptrolle. 

2. Das Geheimnis um das Mozartschloss

tredition: Ihr Roman stellt das Bild „Mozartschloss“ – Schloss Stuppach in der Nähe von Wien – in den Mittelpunkt. Was hat es mit diesem Schloss auf sich, wieso haben Sie es gerade zum Hauptschauplatz Ihres Thrillers gemacht?

Reinhard Zellinger: Das Mozartschloss birgt eine ganze Menge an Geheimnissen in sich. Ein ganz großes wurde über den Roman gelüftet.  Viele große bzw. berühmte Persönlichkeiten gingen hier ein und aus. Papst Pius VI las eine Messe in der kleinen Schlosskapelle, Napoleon weilte hier genauso wie Kaiser Franz I. von Lothringen, Isabella von Bourbon Parma u.v.a.. Musik spielte unter den Grafen von Walsegg (während der Dauer von 200 Jahren) eine sehr große Rolle am Schloss. U.a. spielte Franz Schubert auf der Orgel in der Schlosskapelle. 

tredition: Was unterscheidet Ihren Thriller von anderen Mordfällen? 

Reinhard Zellinger: Bei diesem Thriller ist vieles völlig einzigartig. Zwei prominente Personen starben im gleichen Jahr (1791). Die Umstände die zu ihrem Tod führten wurden längere Zeit diskutiert. Durch einen Kapellenfund am Schloss (heute) kommt Licht in das Dunkel und rasch wird klar, dass es sich um zwei grausame Verbrechen gehandelt hat. Alles war damals und ist es auch jetzt ganz stark mit dem Schloss von Stuppach und den Eigentümern (von einst bzw. heute) verwoben. Die Aufklärung findet am Schloss statt und es kommt durch etliche Nebenschauplätze zu diversen spannenden Entwicklungen. Ich denke ein Alleinstellungsmerkmal ist der Umstand, dass der Schlossherr von heute diesen Thriller geschrieben hat in dem er und seine Gattin (mit anderen Namen) ebenfalls mitwirken. Sehr vieles was in diesem Roman erzählt wird existiert in der Realität. Dies macht es aus meiner Sicht einzigartig. 

tredition: War Dan Brown ein großes Vorbild?

Reinhard Zellinger: Nein, aber ich schätze seine Arbeiten sehr.

Reinhard Zellinger Mozartschloss Presse

Bild: Der Kurier aus Österreich hat dem Mozartschloss und Reinhard Zellingers einen ausführlichen Pressebericht gewidmet. Foto: Der Kurier, Österreich

3. Das Buch

14 2 VERFLUCHTE SIEBEN

Es steht ein Schloss am Alpenrand – durch Mozarts Requiem weltbekannt. Das Mozartschloss ist ein zentraler Handlungsschauplatz, man könnte fast sagen, ein wesentlicher Protagonist in Reinhard Zellingers „14/2 VERFLUCHTE SIEBEN“. Als in dessen Schlosskapelle ein geheimnisvolles Paket gefunden wird, werden eine Reihe von Ereignissen ins Rollen gebracht und Geheimnisse aus der Vergangenheit enthüllt. Der  packende Roman bietet im Stil von Dan Brown Spannung bis zur letzten Seite. Fans des Da Vinci Codes, die sich nach mehr Romanen ähnlicher Art sehnen, erhalten mit diesem Roman wunderbaren Thriller-Nachschub, den man nur ungern wieder aus der Hand legen mag.

4. Von Schreibroutinen – und den Lesermeinungen

tredition: Welche Beziehung hatten Sie zum Schreiben? Fiel Ihnen der Schreibfluss einfach, gab es auch Schreibblockaden?

Reinhard Zellinger: Geschrieben habe ich schon immer sehr gerne. Kleinere Geschichten, Gedichte (einige Dutzend) … auf Papier und meist mit Feder. Der Rohling des Romans entstand übrigens ebenfalls in dieser Form. Auf Papier und geschrieben mit der Füllfeder. Schreibblockaden gab es keine. Wenn mal der Fluss unterbrochen war, dann setzte ich mit Stichworten fort um in der Handlung zu bleiben. Der Start des Thrillers erfolgte in Frankreich…. genauer gesagt in Épernay. Die nächsten 50 Seiten wurden in Kroatien geschrieben…. direkt am Strand vor unserem Tipizelt. Dann folgten Österreich und die Schweiz. Geplant war ein Zweiteiler.

tredition: Hatten Sie eine bestimmte Schreibroutine?

Reinhard Zellinger: Nachdem der Rohling des ersten Teils fertiggestellt worden war, erfolgte die Ausarbeitung am PC. Hierfür hielt ich mich meist in der Kaminhalle im Schloss auf. Ein sehr inspirierender Ort. Herzstück des Mozartschlosses. Geschrieben wurde (außer an den Wochenenden) fast ausnahmslos am Abend und in der Nacht.

tredition: Welche Rückmeldungen haben Sie bisher von Lesern auf Ihr Buch erhalten?

Reinhard Zellinger: Die Rückmeldungen der Teilnehmer an den Lesungen und der Leser waren überwältigend.  Sehr sehr schön. Ich bedanke mich bei allen ganz herzlich. Besonders gefreut haben mich die Feedbacks von Herrn Emanuel Schulz, Frau Veronica Wolff und Frau Otto De-Giovanni.

5. Der Handlungsort als treibender Protagonist: das Mozartschloss

tredition: Sie veranstalten abenteuerliche Leseveranstaltungen direkt im Mozartschloss, so dass der Leser eigens vor Ort in die Handlung eintauchen kann. Wie wird das von Lesern angenommen? Ein Erfolgsmodell?

Reinhard Zellinger: Die Lesungen am Mozartschloss sind ein Hit. Ich begann voriges Jahr im Sommer …. es war eigentlich mehr ein Test für das Manuskript bevor es beim Verlag eingereicht wurde. Die Lesungen haben sich aber sehr schnell zu beliebten Inszenierungen entwickelt. Alle Anlässe bis Weihnachten waren sehr schnell ausgebucht weshalb wir Zusatzevents eingeschoben haben. Auch diese waren ausverkauft. Wir arbeiten nun mit einem Reisebüro in der Region sehr eng zusammen wo die einzigartigen Veranstaltungen gebucht werden können. Reservierungen sind aber natürlich auch über uns möglich unter www.mozart-schloss.com.

tredition: Sie möchten dem Mozartschloss mehr Aufmerksamkeit verschaffen, daher der Roman als Herzensangelegenheit?

Reinhard Zellinger: Das Mozartschloss hat durch seine besondere Geschichte und die vielen hundert Veranstaltungen die wir hier bisher durchgeführt haben einen sehr hohen Bekanntheitsgrad und einen exzellenten Ruf. Es ist schön, wenn sich der Roman so wunderbar einfügt. Die abenteuerlichen Lesungen bleiben jedenfalls auch weiterhin ein fixer Bestandteil des Angebotes. Es war mir keine Herzensangelegenheit den Roman zu schreiben um dem Schloss mehr Aufmerksamkeit zu vermitteln. Dazu könnte man Mittel wählen, die billiger sind und nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen. Nein, mir ging es um MEINE persönliche Herzensangelegenheit. 

Mozartschloss Reinhard Zellinger

Lesung Mozartschloss Reinhard Zellinger

6. Die Lesung als Event – Marketing auf ganz besondere Art umgesetzt

tredition: Wie kann man sich die Organisation einer solchen Veranstaltung vorstellen? Sind Sie vor einer Lesung noch nervös?

Reinhard Zellinger: Die Organisation einer Leseveranstaltung am Schloss ist sehr aufwändig. Etliche Protagonisten aus dem Roman sind während der Veranstaltungen vor Ort. D.h. die handelnden Personen im Roman sind Teil einer Inszenierung. Das Schloss ist die Bühne hat aber gleichzeitig „die tragende Rolle“. Die Gäste erhalten zuerst einen Aperitif in der Bar im Sockelgeschoss. Dort findet auch die erste Station der Lesung statt. Dann folgen Kapitel in der Kapelle und im Verlies. Anschließend begibt man sich auf die Beletage wo ebenfalls mehrere Kapitel in wunderschönen Räumen gelesen werden. Dazwischen werden der Amuse Bouche bzw. die Vorspeise gereicht. Während der Hauptgang serviert wird, werden die 7+1  Hauptdarsteller vorgestellt. Diese Anlässe dauern rund vier Stunden und sind vollständig von uns entwickelt worden. Gastköche bereiten jenes Menü zu, dass ein Schweizer Spitzengastronomenehepaar ausschließlich für meinen Roman entwickelt hat. Alleine dies ist schon den Besuch wert. Vor den Lesungen bin ich keineswegs nervös. Im Gegenteil…. große Freude kommt auf und die überträgt sich auf die Gäste. Ich denke, dies ist sehr wichtig um die Emotionen die im Roman stecken auch positiv vermitteln zu können.

tredition: Wie sind Sie zum Self-Publishing gekommen?Und wie sind Sie gerade bei tredition gelandet?

Reinhard Zellinger: Zum Self-Publishing bzw. tredition kam ich durch einige Empfehlungen von Konzertgästen. Auch mein Lektor empfahl mir – nachdem er mich zuvor gequält und verdonnert hatte, den zweiten Teil des Romans ebenfalls sofort fertigzustellen und dann mit dem ersten zu verbinden – das Werk als Self-Publisher dem Verlag tredition anzubieten.

7. Vom Wert des gedruckten Buches

tredition: Haben es Autoren heutzutage schwerer, weil immer weniger Menschen zum Buch greifen? Wie schätzen Sie wird sich der Buchmarkt in den nächsten Jahren entwickeln?

Reinhard Zellinger: Ich schätze es werden immer weniger Menschen zum gedruckten Buch greifen. Leider. Alleine aus Bequemlichkeit, aber auch weil es deutlich teurer als ein E-Book ist. Wenn man sich vor Augen führt, dass digitale Bücher praktisch kostenlos oder um einige wenige Euros zu erwerben sind, dann ist dies für viele Autoren keine gute Perspektive. Selbstverständlich bevorzuge ich die gedruckte Buchversion und speziell die Ausgaben als Hardcover. Aber wir verfügen am Schloss auch über eine eindrucksvolle Bibliothek und dort finden nur wenige Taschenbücher einen Platz. Es gibt wohl nicht mehr sehr viele Menschen, die sich in ihrem Heim eine Bibliothek einrichten. Stichwort: Buch als Staubfänger.

tredition: Haben Sie im Bereich Veröffentlichung besondere Tipps an andere Autoren?

Reinhard Zellinger: Für die Veröffentlichung habe ich nur wenige Tipps für andere Autoren. Die vielleicht wichtigste Empfehlung: Unterschätzt bitte den Aufwand nicht. Es ist schon eine große Anstrengung ein Buch (speziell einen Roman) fertigzustellen. Aber damit wurde noch kein Exemplar verkauft. Der mindestens genau so große Aufwand steckt in der Vermarktung des Werks.

Lesung Reinhard Zellinger

Erfolgsautor Reinhard Zellinger Mozartschloss

Bild: Einer von vielen Presseberichten zu Reinhard Zellingers Buchveröffentlichung in der Kronen Zeitung, Österreich. Foto: KRONEN ZEITUNG

8. Werben, werben werben – und an die Leser denken

tredition: Welche weiteren Marketingmaßnahmen haben Sie für Ihr Buch bereits vorgenommen? Hatten Sie von Anfang an einen Marketingplan?

Reinhard Zellinger: Wir haben die Lesungen am Schloss eingerichtet. Diese sind ungemein aufwändig aber ein hervorragendes Tool um tolle Mundpropaganda und Presseberichte zu erhalten und natürlich auch um Bücher im Schloss-Shop zu verkaufen.

  1. Wir führen Lesungen in Buchhandlungen durch.

III. Wir verbinden das Buch mit diversen Anlässen um neue attraktive Zeitungsberichte auszulösen.

  1. Direct-Marketing (unsere Kundendatei)
  2. Zusammenarbeit mit Firmen die einen exklusiven Literaturabend mit Dinner für ihre Top-Kunden (der Mitarbeiter) buchen.
  3. Märkte & Ausstellungen bei uns am Schloss

tredition: Sie haben viel Erfahrung in Bezug auf Lesungen, welche Tipps können Sie anderen Autoren dabei geben?

Reinhard Zellinger: Bei den Lesungen sollte man die Reaktionen der Gäste bzw. Besucher immer im Auge behalten. Eine Lesung muss fesseln bzw. sollte man die Besucher auf eine Reise mitnehmen.

tredition: Dürfen Ihre Leser sich auf weitere Bücher freuen?

Reinhard Zellinger: Das nächste Projekt ist wieder ein Buch. Mehr möchte ich aber noch nicht verraten.

Über den Autor

Reinhard Zellinger Lesung Stuppach

Es steht ein Schloss am Alpenrand – durch Mozarts Requiem weltbekannt. Mozart gibt bei Reinhard Zellingers Thriller „14/2 Verfluchte Sieben“ den Ton an. Das Mozartschloss in Stuppach mitsamt seiner Geschichte ist bekanntlich eng mit dem Namen Mozart verbunden. Dort verfasste dieser sein „Requiem“. Schlossherr Reinhard Zellinger hat einen Thriller mit diesem historischen Schauplatz geschrieben – und veranstaltet regelmäßig Buchevents – abenteuerliche Literaturabende mit Dinnerbegleitung – live vor Ort.