Sabine Steger – eine Jungautorin mit Vorbildfunktion

Bild: tredition-Autorin Sabine Steger bei einem Fernsehinterview

Sabine Steger ist gerade einmal 18 Jahre alt und hat kürzlich ihren fesselnden 700-seitigen Fantasyschmöker „Lúnlight – Die Chroniken von Leyan“ veröffentlicht – bereits ihr zweites Buch! Mit gerade einmal 13 Jahren hat sie ihr erstes Werk herausgebracht. Mit viel Liebe zum Detail ist danach über mehrere Jahre nicht nur die eigene Welt Leyan gewachsen, sondern auch die Sprache Canej der von ihr lebendig beschriebenen Rasse der Feyj, die in Leyan leben. Ihre nahbare und ungewöhnliche Heldin Sulay ist selbst eine junge Frau, die durchaus einige Parallelen zur Autorin aufweist. Ein großer Erfolg, der sich für die Zukunft abzeichnet, ist die Umsetzung des Buches in ein Musiktheaterstück an ihrer Schule. Die talentierte Jungautorin  hat der tredition-Redaktion ein Interview gewährt und offenbart darin einen kleinen Einblick in ihr Leben als aufstrebende Autorin.

 

 

„Ich habe bereits sehr früh meine Leidenschaft fürs Lesen entdeckt und gerne im Kopf eigene Geschichten weitergesponnen.“

 

tredition: Liebe Frau Steger, Sie haben bereits mit 13 Jahren Ihr erstes Buch geschrieben. Woher kam die Inspiration in diesem frühen Alter und wie kam es dazu, dass Sie jetzt – mit 18 Jahren – als zweites Buch einen solch umfangreichen Fantasyschmöker verfasst haben?

Sabine Steger: Ich habe bereits sehr früh meine Leidenschaft fürs Lesen entdeckt und gerne im Kopf eigene Geschichten weitergesponnen. Irgendwann, mit etwa 10 Jahren, kristallisierte sich bei mir die Idee, ein eigenes Buch zu verfassen, heraus. Ich muss aber zugeben, dass ich damals nie hundertprozentig davon überzeugt war, dass aus meiner ersten Geschichte „Kanjak“ jemals ein wirkliches Buch werden würde. Mein Motto zu der Zeit war: „Es haben so viele Leute geschafft, ein Buch zu schreiben – du kannst es ja wenigstens einmal versuchen.“ Mit elf begann ich dann mit der wirklichen Schreibarbeit.
Nachdem „Kanjak“ veröffentlicht war, erinnerte ich mich an einen Traum aus der dritten Klasse zurück, den ich seitdem in Gedanken stetig weiterentwickelt hatte – aus diesem Traum ist letztendlich die Idee zu „Lúnlight“ entstanden. Die Geschichte hatte mich bis zu meinem dreizehnten Lebensjahr über viele Jahre hinweg belgeitet und für mich als Autorin wurde es nun Zeit, sie aufzuschreiben. Allerdings bestand für mich nun die Schwierigkeit, den Film, die genauen Szenen, die ich bereits im Kopf hatte, zu Papier zu bringen. Eine dem Leser vollkommen neue, unbekannte Fantasywelt mit einer eigenen Rasse, der eigenen Sprache Canej, die ich eigens für „Lúnlight“ entwickelt habe, einem eigenen Glauben und Kultur zu entwerfen war doch eine größere Hürde als „Kanjak“.
Ich wusste, dass „Lúnlight“ ein größeres Projekt werden würde – die 700 Seiten waren so jedoch nicht geplant!

tredition: Wen möchten Sie mit Ihrem Buch erreichen?

Sabine Steger: Erreichen möchte ich mit meinem Buch allen voran begeisterte Fantasy-Leser (Jugendliche, aber auch Erwachsene), die es lieben, die Realität für einen Moment lang links liegen zu lassen und vollkommen in eine Fantasiewelt abzutauchen. Durch die von mir entwickelte Sprache Canej und die selbst gezeichnete Karte am Anfang des Buches möchte ich dem Leser die Möglichkeit bieten, sich vorzustellen, dass irgendwo dort draußen tatsächlich eine Welt names Leyan existiert, in der die Hauptfiguren ihren Alltag bestreiten.

Bild: Cover "Lúnlight"

Bild: Cover „Lúnlight – die Chroniken von Leyan“

tredition: „Lúnlight – die Chroniken von Leyan“ ist bereits Ihr zweites Buch. Wie ist bisher die Resonanz aus dem Bekanntenkreis und weiterer Leser?

Sabine Steger: Um ehrlich zu sein bin ich selbst sehr positiv überrascht, da ich bisher noch keinerlei negative Resonanz zu hören bekommen habe. Zunächst scheint ein wenig Überwindung nötig, um sich an die 700 Seiten Lesestoff zu wagen, doch je weiter die Seiten voranschreiten, desto begeisterter werden auch die Leser von der Geschichte. Besonders mit den Hauptfiguren Sulay und Muyak scheinen sich viele Leser zu identifizieren.
Außerdem gefällt vielen die vielschichtige Darstellung der Protagonistin Sulay, welche mit ihrem schlagfertigen und rebellischen Mundwerk keine zu einem Ideal hinstilisierte, unnahbare Heldin ist.

 

„Mit ihrem schlagfertigen und rebellischen Mundwerk ist Sulay keine hinstilisierte, unnahbare Heldin.“

 

tredition: Was sind Sie für eine Art von Autorin? Wie kann ein Leser sich den Schreibprozess bei Ihnen neben einem gewöhnlichen Schultag vorstellen oder schreiben Sie nur in den Ferien?

Sabine Steger: Wenn ich mich als Autorin beschreiben müsste, wäre dies wohl folgendermaßen: emotionaler Schreibstil, Detailverliebtheit in Bezug auf meine Figuren und die mit viel Herzblut entwickelte Welt Leyan.
Ich muss zugestehen, dass die Tage, die mir zum Schreiben verbleiben, deutlich weniger geworden sind, seitdem ich in der zwölften Klasse dem Abitur entgegenstrebe. Dies bedeutet für mich als Autorin, dass ich pro Tag mehr schreiben muss, um voranzukommen, da dies grundsätzlich nur an den Wochenenden oder in den Ferien möglich ist. Ich schreibe dann schonmal 7 bis 10 Stunden am Tag (circa 15 – 25 Seiten).

tredition: Wann wurde in Ihnen der Wunsch wach, Ihre Texte auch einem breitem Lesepublikum zugänglich machen zu wollen?

Sabine Steger: Scherzhaft wurde mir bereits in der ersten Klasse geraten, dass ich doch irgendwann ein Buch veröffentlichen sollte – bei mir wurde diese Idee jedoch erst mit 10 Jahren wach, nachdem mich besonders die moderne Fantasyliteratur vollkommen in ihren Bann gezogen hatte.

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Bild: Autorin Sabine Steger mit ihrem Fantasy-Roman „Lúnlight – die Chroniken von Leyan“

tredition: Mit „Lúnlight“ haben Sie einen spannenden Fantasy-Roman über das Schicksal eines jungen Mädchens geschaffen. Wie sind Sie zu Ihrem Thema gekommen? Wieviel Sabine Steger steckt in Ihrer Hauptfigur?

Sabine Steger: Zu dem Thema gekommen bin ich aufgrund eines Traumes, der mir bis heute in Erinnerung geblieben ist. Wichtig war mir auch, meine eigene, neue Rasse, die Feyj, zu erfinden, um auf keine bereits bestehenden Wesen wie beispielsweise Werwölfe oder Vampire zurückzugreifen.
Um ehrlich zu sein, steckt sehr viel von mir selbst in der Hauptperson Sulay – Leser, die mich persönlich kennen, bestätigen mir dies an der ein oder anderen Stelle im Buch. Sulay sieht mir äußerlich recht ähnlich – allerdings ist sie mutig, stärker als ich, in gewisser Weise vielleicht sogar ein Vorbild für mich selbst als die Autorin des Werkes.

tredition: Sie haben ein sehr schönes Cover für Ihren Roman. Hatten Sie eine Vorstellung, die Sie umgesetzt haben oder hat sich das Cover so entwickelt?

Sabine Steger: Zunächst freut es mich wirklich, dass das Cover bei den Lesern so gut ankommt! Ich wollte von Anfang an ein ansprechendes Cover, welches zu der Magie und der Emotionalität der Geschichte passt. Eine hundertprozentige Vorstellung hatte ich jedoch nicht – es war somit ein wirklicher Glücksfall, dass ich auf der internationalen Künstlerwebsite „deviantart“ auf das Werk „July“ der amerikanischen Künstlerin Anna Dittmann gestoßen bin.

tredition: Wie lange hat es von der Idee bis zur Veröffentlichung gedauert?

Sabine Steger: Geschrieben habe ich das Buch ab meinem 13. Lebensjahr bis kurz nach meinem 16. Geburtstag. Allerdings musste ich anschließend recht entsetzt feststellen, dass sich in diesen vier Jahren mein Schreibstil so maßgeblich weiterentwickelt hatte, dass ich die Geschichte so, wie sie mir nach so vielen Jahren harter Arbeit und überwundenen Selbstzweifeln vorlag, noch immer nicht veröffentlichen konnte. Dies stellte für mich eine ziemlich nervenaufreibende Erkenntnis dar, wollte ich die Geschichte doch nun endlich veröffentlichen.
Ich nahm mir jedoch noch einmal ein halbes Jahr Zeit, um „Lúnlight“ von vorne bis hinten neu umzuschreiben – letztenlich bin ich mit mir selbst und dem fertigen Werk zufrieden und der zeitliche Mehraufwand war es in meinen Augen wirklich wert.

 

„Ich habe ‚Lúnlight‘ in einem halben Jahr noch einmal von vorne bis hinten neu umgeschrieben.“

 

tredition: Weshalb haben Sie sich für Self-Publishing und speziell tredition entschieden? Wo sehen Sie die Vorteile von Self-Publishing?

Sabine Steger: Leider muss an dieser Stelle angeführt werden, dass es für deutsche Jungautoren ohne bekannten Namen schwierig ist, von einem „großen“ Verlag angenommen zu werden. Oftmals sind die Kontingente bereits bis auf 5 Jahre besetzt, der Verlag greift lieber auf seine festen Autoren zurück oder aber die Verlagsgruppe befindet sich unter „amerikanischer Hand“. Dies bedeutet, dass hauptsächlich Übersetzungen von amerikanischen Bestsellern übersetzt und veröffentlicht werden, was für den Verlag natürlich rentabler ist als das Veröffentlichen einer noch vollkommen unbekannten Geschichte.
Der Verlag „tredition“ hat mich speziell mit seinem Angebot gelockt, das eigene Buch in drei Formaten (Paperback, Hardcover und ebook) zu veröffentlichen. Auch gefällt mir die freundliche, kompetente und vor allem individuelle Unterstützung – bei einem größeren Verlag wäre dies vielleicht nicht auf einer solchen Basis möglich gewesen.
Vorteilhaft finde ich auch die Tatsache, dass der Verlag viele Freiheiten in Bezug auf die Gestaltung des Innenteils und des Covers lässt. Natürlich bedeutet dies für einen Autor auch ein erhebliches Maß an mehr Arbeit – es steckt jedoch letztendlich im fertigen Buch noch so viel mehr als „nur“ die geschriebene Geschichte.

 

„In jedem fertigen Buch eines Selfpublishers steckt viel mehr als ’nur‘ die geschriebene Geschichte!“

 

tredition: Würden Sie gerne in Ihrer Fantasy-Welt leben oder bevorzugen Sie das reale Leben?

Sabine Steger: (lacht) Das ist wahrlich eine interessante Frage! Ich persönlich könnte es mir sehr gut vorstellen, in der von mir geschaffenen, naturverbundenen und magiedurchzogenen Welt Leyan zu leben. Mir gefällt die Achtung, welche die Feyj vor der Natur und ihren Bräuchen haben, ich mag ihre Definition von Ehre und der Wertschätzung des Gegenübers. Außerdem würde ich gerne einmal einen niedlichen „Vanya-Fuchs“ oder einen „Dunja-Hasen“ aus der Nähe sehen!
Allerdings würde meine Schreibarbeit deutlich unter dem Mangel an Elektrizität und Technik leiden – als Autorin bin ich auf meinen PC angewiesen wie ein Feyj auf sein Schwert.

Haben Sie jetzt nach der Veröffentlichung irgendwelche Tipps für angehende Autoren, die noch davor stehen, ihr Buch herauszubringen?

Sabine Steger: Es ist schwer, konkrete Tipps zu geben, da der Schreibprozess eines jeden Autors wohl anders aussieht.
Während meiner Lesungen möchte ich jedoch besonders der jungen Leserschaft vermitteln, dass man auch in jungem Alter viel erreichen kann, wenn man sich mit Herzblut und Ausdauer seinem Ziel widmet. Ich möchte motivieren und vielleicht sogar eine Inspirationsquelle für diejenigen darstellen, die es bisher noch nicht gewagt haben, ihren ganz persönlichen Traum in Angriff zu nehmen.
Für das Schreiben an sich ist es wichtig, sich zunächst einen roten Faden zu überlegen und sich anschließend – auch wenn die Umsetzung zugegebenermaßen zuweilen äußerst schwer fällt – möglichst wenig Druck zu machen. Als Künstler lebt man nun einmal davon, dass einem die Ideen „zufliegen“. Sich während eines Krea-Tiefs zum Schreiben zu zwingen bringt nichts als Frust.
Bei der Verlagssuche sollte man beachten, ob die verfasste Geschichte überhaupt ins Verlagsprogramm passt und sich auch einmal den kleineren Verlagen zuwenden, da die großen Publikumsverlage auf ein eingesandtes Manuskript oftmals erst drei bis acht Monate später antworten können.

tredition: Sie haben Ihren ersten Fernsehauftritt bereits hinter sich – erstaunlich für so eine junge Autorin! Wie gehen Sie vor, um Ihr Buch bekannter zu machen?

Sabine Steger im Interview

Bild: Sabine Steger spricht mit TV Touring über ihren Fantasyschmöker „Lúnlight“

Sabine Steger: Um ehrlich zu sein war ich selbst überrascht, auf welches Interesse ich als Jungautorin in meiner Region gestoßen bin. Presse, Funk und sogar das Fernsehen berichten gerne über „Leute aus der Region“. An dieser Stelle möchte ich auch noch meine Schule, das FLSH Schloss Gaibach, erwähnen, die viele meiner Lesungen mitorganisiert und ermöglicht hat.
Aber auch meine „Fans“ helfen mir zum Beispiel durch Mundpropaganda oder das Verteilen von Flyern, dass das Buch im Umkreis noch ein wenig bekannter wird.
Eine besondere Chance eröffnete mir die Musiktheaterleiterin meiner Schule mit dem Angebot, in den nächsten beiden Jahren aus „Lúnlight“ ein Musiktheaterstück zu machen. Ich bin schon sehr gespannt auf die kommende Zusammenarbeit und danke bereits jetzt allen, die sich an dieser Herausforderung beteiligen möchten!

Sabine Steger liest vor den sechsten Klassen ihrer Schule.

Sabine Steger liest vor den sechsten Klassen ihrer Schule.

tredition: Sie haben kürzlich eine sehr erfolgreiche Veranstaltung in Ihrer Schule durchgeführt. Sogar auf der Seite des Bayerischen Rundfunk gibt es einen Beitrag über Ihre Lesung. Wie kam es dazu und was ist die Resonanz Ihrer Zuhörer?

Sabine Steger: Die am 04.02 im Konstitutionssaal des Gaibacher Schlösschens abgehaltene Lesung war auch für mich etwas ganz Besonderes. Anwesend waren vor allem geladene Gäste, wie die Vertreter von Büchereien, Buchhandlungen und Schulen im Umkreis, die Lehrerschaft und SMV. Geladen war ebenfalls ein Teil der Politikprominenz des Landkreises.
Zunächst war ich selbstverständlich sehr aufgeregt, da es sich um größtenteils erwachsenes Publikum handelte und zudem noch der Bayrische Rundfunk und das Fernsehen anwesend war, doch während des nach der Lesung stattfindenen Umtrunks wurde mir durch die Reaktion der Zuhörer bewusst, dass sowohl mein Auftreten als auch die Geschichte an sich guten Anklang gefunden haben – es wurden auch gleich ein paar neue Termine für zukünftige Lesungen ausgemacht.

tredition: Dürfen wir uns auf weitere Bücher freuen?

Sabine Steger: Geplant und in Arbeit ist bereits ein Nachfolgeband (voraussichtlich „Lúnrise – Die Chroniken von Leyan“), der jedoch vermutlich auch den Abschluss der Reihe darstellen wird. Wann ich mit der Arbeit fertig werde, kann ich jedoch selbst noch nicht genau sagen, da die anstehenden Abiturprüfungen erst einmal meine ganze Kraft und Ausdauer erfordern werden.

tredition: Liebe Frau Steger, vielen Dank für die ausführlichen Antworten auf unsere Fragen! Wir wünschen Ihnen alles Gute für die Zukunft und das bevorstehende Abitur!

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