Susanne Toelcke: Eine Drehbuchautorin feiert ihr Krimidebuet

Bild: Susanne Toelcke

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Bereits vor zwanzig Jahren kam tredition-Autorin Susanne Toelcke auf die Idee, einen Roman zum Thema Reproduktionsmedizin zu schreiben. Heute sind Leihmutterschaften, künstliche Befruchtung und Samenbanken vielfach Gegenstand öffentlicher Diskussion. Ihr gerade erschienener Krimi „Millionen auf Eis“ besitzt mehr denn je Aktualitätswert. Im Interview mit tredition erzählt die Buchautorin und Drehbuchautorin Susanne Toelcke, wie sie auf die Idee für ihre hochspannende Story kam.

tredition: Liebe Frau Toelcke, „Millionen auf Eis“ ist Ihr erster Roman und direkt ein spannender Krimi! Wie ergab sich die Idee zum Buch?
Susanne Toelcke: In einer Tageszeitung fand ich bereits vor 20 Jahren eine Randnotiz. Industrieller und seine Frau mit Privatflugzeug abgestürzt – in einer Hamburger Klinik lagern noch Embryonen des Ehepaares. Wie elektrisiert fragte ich mich: Was passiert mit diesen Nachkommen? Werden die irgendwann entsorgt? Kann sie jemand für seine Zwecke missbrauchen? Und so entstand die Story mit der Leihmutter, die in kriminelle Vorgänge verwickelt wird. Mit dem steinreichen Erben im Bauch.

tredition: Bitte nennen Sie drei Gründe, weshalb Ihr Buch unbedingt lesenswert ist?
Susanne Toelcke: Zum einen, weil es sich um ein sehr aktuelles Thema handelt: Immer mehr Menschen nehmen Dienste von Reproduktionsmedizinern in Anspruch – und da kann so einiges passieren! Zum anderen, weil meine Handlung die Probleme mehrerer Generationen anspricht: Erstens die Auftraggeber, Menschen in der Lebensmitte, zweitens die potenziellen Leihmütter und ihr Lebensumfeld, meist eine oder zwei Generationen darunter, und natürlich drittens die Problematik derer, die da geboren werden sollen.
Und last but not least, weil der Krimi auf zwei Kontinenten spielt und die Leser gedanklich in interessante Landschaften bzw. Städte eintauchen können.

tredition: Verbindet Sie mit San Francisco, einem der Hauptspielorte, des Romans, eine besondere Beziehung?
Susanne Toelcke: Ich würde jetzt gern sagen: Ja! Da bin ich zweimal im Jahr! Aber leider ist es so nicht. Zumindest habe ich die Stadt vor Jahren auf einer Traumreise den Highway One entlang besuchen können und diese unfassbar schöne Atmosphäre erleben dürfen. Diese Stadt und ihr Klima sind für mich geradezu märchenhaft und ich möchte unbedingt auch einmal wieder hin.

tredition: Zum Teil spielt Ihr Buch auch in Hamburg. Haben Sie dazu bestimmte Schauplätze in der Hansestadt vorher zur Inspiration besucht?
Susanne Toelcke: In Hamburg lebe ich ja und kenne die Stadt deshalb natürlich recht gut. Ich musste also nur überlegen, welcher Geldbeutel meiner Figuren lässt sie welche Wege in dieser Stadt einschlagen. Da spielen natürlich im Falle vermögender Hamburger Pöseldorf und Blankenese eine Rolle.

tredition: Was haben Sie beim Schreiben als größte Herausforderung empfunden?
Susanne Toelcke: Einen Roman zu schreiben ist anstrengend, wie man aus den Schilderungen aller Schreibenden weiß. Man muss sich möglichst jeden Tag für viele Stunden hinsetzen und eine Handlung vorantreiben, die sich oft erst in genau diesem Augenblick entwickelt – auch wenn man viele Pläne im Kopf bewegt und gute Recherche betrieben hat.

tredition: Sie sind als Texterin und Drehbuchautorin tätig. Was unterscheidet das Verfassen eines Drehbuches von dem Texten für einen Roman?
Susanne Toelcke: Wer Drehbücher schreibt, hangelt sich an einer klar strukturierten Handlung entlang. Diese entsteht von einem Exposé ausgehend über ein Treatment bis hin zur Dialogfassung. Meist schreiben die Autoren auch Vitae ihrer handelnden Personage. Bei Drehbüchern für Serien liegen diese natürlich bereits von Seiten der Produktionsfirma vor, zumindest die der wiederkehrenden Figuren.
Die Herausforderung beim Drehbuchschreiben ist neben der möglichst spannenden Handlung dann die Dialoggestaltung, bzw. die Szene so zu bauen, dass sie die an dem jeweiligen Punkt der Handlung wichtige Informationen über den Dialog transportiert.
Beim Romanschreiben hat man wesentlich mehr Freiheiten, aber auch mehr Arbeit, da diese Form eines möglichst ausgefeilten Stils bedarf, man alle Schauplätze ansprechend vorstellen muss, Figuren auch durch ihre Beschreibung ein Profil erhalten müssen und die Handlung eben als ganzer Text gestaltet wird. Aber es gibt keine Vorgaben seitens einer Produktionsfirma oder des Senders – man hat die unendliche Freiheit!

tredition: Weshalb haben Sie sich für Self-Publishing entschieden?
Susanne Toelcke: In Verlagen heutzutage mit einem Buch unter zu kommen grenzt an einen Lottogewinn. Deshalb ist es grandios, wie revolutionär sich die Szene der Buchveröffentlichungen verändert hat! Raus mit dem Buch und schauen, was passiert! Möglicher Untergang einkalkuliert… tredition bietet sehr gute, konkurrenzfähige Bedingungen, das

war für mich ausschlaggebend.

tredition: Welche Werbemaßnahmen werden Sie für Ihr Buch ergreifen?
Susanne Toelcke: Ich möchte Belegexemplare zu Zeitungen schicken. Zudem ist eine Seite zum Buch auf Facebook in Vorbereitung und einige begeisterte Leser aus meinem Bekanntenkreis werden zusätzlich für den Roman trommeln.

 

 

1 Antwort
  1. Dr. J. C. Riedel-Lorjé says:

    Das Thema ist hochaktuell: „Millionen auf Eis“ …. Millionen Dollar oder heute bereits Millionen Sperma- und Eizellen oder vielleicht sogar schon Embryonen?
    Es ist nicht nur ein sehr spannender Krimi sondern auch eine gesellschaftpolitische Herausforderung, sich mit der „Vorratshaltung künftiger Nachkommen“ auseinanderzusetzen. Es ist eine tolle Lektüre für Ferien oder dunkle Wintermonate. Beginnt man das Lesen abends, sollte man unbedingt den nächsten Tag frei haben, da es kaum möglich ist, das Buch zwischenzeitlich zur Seite zu legen.
    Dr. J. C. Riedel-Lorjé

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