Jetzt wird’s eisig: Tim Berg ueber seinen Thriller „Baumgrenze“

Buchhändler, die  Tim Bergs Thriller-Debüt „Baumgrenze“ bestellen, belassen es nicht bei einem Exemplar  denn Cover, Kurzbeschreibung und die gesamte Umsetzung des Werkes sind schlichtweg überzeugend! Die spannungsgeladene Geschichte um den Topmanager Marc Bloom, der zermürbt von fragwürdigen Geschäftspraktiken seiner Berufswelt entflieht, um in der abgeschiedenen Bergwelt nur scheinbar wohltuende Ruhe zu finden, begeistert auch die Leserschaft. Autor Tim Berg, selbst Finanzmanager, erläutert im Interview mit tredition, wie es zu dem Plot des Thrillers kam, weshalb Fans frostiger Spannung sein Buch keinesfalls auslassen sollten und welche Vorteile er im Self-Publishing sieht.

Tim Berg

Tim Berg hat als Finanzmanager die Spielregeln der Wirtschaftswelt genau beobachtet und diese mit Fiktivem zu einem Thriller verdichtet.

tredition: Lieber Herr Berg, mit „Baumgrenze“ haben Sie einen packenden Thriller als Debüt vorgelegt – ein anspruchsvolles Genre. Wie ergab sich die Idee dazu?
Tim Berg: Den Wunsch, berufliche Erfahrungen niederzuschreiben, trug ich mehrere Jahre in mir. Allerdings hatte ich zunächst keine Idee, wie man das Erlebte so zu Papier bringen kann, dass es beim Leser auch auf Interesse stoßen wird. Insofern vergingen die Jahre ohne ein konkretes Vorhaben. Einige Jahre später, Weihnachten 2013, stieß ich im Bücherregal auf ein Buch, das ich zuletzt vor 20 Jahren gelesen hatte. Ich weiß nicht warum, aber ich griff zu „Via Mala“ von John Knittel und las es in zwei Tagen aus. Ich war fasziniert von der eindrucksvoll beschriebenen schönen, aber auch bedrohlichen Bergwelt. Und dann kam mir die Idee: ich muss meinen Protagonisten in die Bergwelt schicken. Ich war mir sicher, dass diese beiden Welten – der berufliche Alltag und die archaisch anmutenden Hochalpen – in ihrer Funktion als Antipoden genügend dramaturgische Kraft aufbieten, einen Roman über 400 Seiten zu tragen. Danach ging alles sehr schnell. Ich skizzierte die Personen und begann jedes einzelne Kapitel schlagwortartig zu gestalten. Ich benötigte für die Skizzen der ersten 37 Kapitel zwei Monate. Mir fehlte allerdings noch das Finale. Ich brauchte einen weiteren Monat bis ich mich entschied, nach dem vermeintlichen Ausgang der Geschichte in Kapitel 37, drei Kapitel folgen zu lassen. Mir gefiel der Gedanke, dass sich doch der Leser die Frage stellen müsste, warum er noch rund 40 weitere Seiten zu lesen hat.

tredition: Wie sind Sie beim Schreiben vorgegangen? Stand der Plot von Anfang an oder ergab sich der Handlungsverlauf beim Schreiben?
Tim Berg:
Ich hatte mir von Beginn an vorgenommen, dass ich mit dem Schreiben erst beginne, wenn wirklich alle Kapitel auch skizziert sind; daran hielt ich mich. Der Schreibprozess ging sehr schnell voran. Ich schrieb jeden Abend ab 20 Uhr, an allen Wochenenden sowie im Urlaub. Insofern hatte ich auch allen Grund, meiner Frau und den Kindern für ihre Nachsicht im Nachwort zu danken.

tredition: Sind persönliche Erfahrungen aus Ihrem eigenen Berufsleben in das Buch eingeflossen?
Tim Berg:
Meine persönlichen Erfahrungen waren ausschlaggebend und prägen – so hoffe ich – die Authentizität der beschriebenen Wirtschaftswelt. Selbstverständlich habe ich aber auch aus dramaturgischen Gründen Fiktives einfließen lassen.

Auf den Duktus kommt es an

Baumgrenze im Buchhandel

Prominent platzeiert bei Zweitbuch in Oberhausen: „Baumgrenze“ von Tim Berg nebst Neuerscheinungen aus Verlagen wie S. Fischer, Suhrkamp oder Piper

tredition: Waren Sie mit Ihrer Entscheidung zufrieden, ein Lektorat durchführen zu lassen? Hat sich Ihr Buch dadurch stilistisch auch verändert?
Tim Berg: Ein Lektorat sollte meines Erachtens grundsätzlich eingebunden sein. Die Hinweise meiner Lektorin waren stets hilfreich. Doch hinsichtlich des Duktus hatte ich mich bereits im Vorfeld entschieden, die Eigenart der beschriebenen Welten auch sprachlich zu transportieren, d.h. den Rhythmus entsprechend zu gestalten; vermehrt kurze, nüchterne Sätze für die Szenen in der Berufswelt und dem Alltag sowie längere Sätze in bildhafter Sprache mit zum Teil lyrischen Motiven für die Bergwelt. Ich hoffe, dass der Leser somit noch intensiver deren Gegensätzlichkeit erlebt.

tredition: Wie würden Sie die Zielgruppe Ihres Buches beschreiben?
Tim Berg: Ich bin überzeugt, dass viele von uns den Wunsch in sich tragen, einfach mal auszusteigen; der eine mehr, der andere weniger. In unserer Kindheit und Jugend formt sich unser Verständnis, wer wir sind und wie wir später sein wollen. Doch je älter wir werden, desto mehr treiben uns scheinbare Notwendigkeiten und Kompromisse von unseren ursprünglichen Zielsetzungen und Wünschen ab und wir kommen zu dem Punkt, an dem wir merken, dass wir uns selbst irgendwann abhandengekommen sind. Ich bin mir sicher, dass viele Menschen zur Mitte ihres Lebens dieses spüren. Ich hoffe, dass dieses Leitmotiv meines Buches von vielen Lesern nachempfunden werden kann. „Baumgrenze“ ist keineswegs nur ein Buch für betriebswirtschaftlich Interessierte. Ohnehin spielt ja der überwiegende Teil der Handlung im weiteren Verlauf in den Hochalpen, wo die eigentliche Thriller-Handlung beginnt.

tredition: Bitte nennen Sie drei Gründe, weshalb Ihr Buch unbedingt lesenswert ist!
Tim Berg: Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich viele Leser gut mit dem Protagonisten identifizieren können und seine Motive verstehen, aus dem System auszubrechen; d.h. also erstens: Identifikation mit dem Protagonisten. Zweitens: Dramaturgie, schafft der Protagonist den wirklichen Ausstieg aus dem System, oder setzt sich am Ende das System durch? Drittens: Spannung, wird er in seinem verzweifelten Kampf ums Überleben in der verschneiten und bedrohlichen Bergwelt bestehen?

tredition: Weshalb haben Sie sich für Self-Publishing und speziell tredition entschieden?
Tim Berg: Nach zwei Drittel des Buches beschäftigte ich mich erstmals mit der Frage nach der Veröffentlichung. Ich studierte all die Erlebnisberichte junger Autoren. Ich stöberte auf den Homepages der großen und kleinen Verlage. Recht schnell entschied ich mich für das Self-Publishing, da ich mich dem entwürdigenden Prozess im Verlagswesen nicht aussetzen wollte. Sicherlich gibt es bei Verlagen Unterschiede, wie sie mit Jungautoren umgehen, allerdings blieb mir der Satz eines Verlages abschreckend in Erinnerung. Man verwies darauf, dass solange man nicht zuvor Werke veröffentlicht hätte und diese auch bereits in einschlägigen Foren besprochen worden wären, die Einsendung von Manuskripten unterlassen solle. Schließlich käme kein Autor aus dem Nichts. Im Internet las ich dann all die vielen positiven Erfahrungsberichte der Autoren mit tredition. Tredition gilt als Pionier im Self-Publishing, insofern versprach ich mir hiervon den Vorteil, von seinem reichen Schatz an Erfahrungen partizipieren zu können. Die Nicht-Exklusivität von tredition ist sicherlich auch ein starkes Argument und ein Wettbewerbsvorteil im Self-Publishing Markt, erlaubt sie doch auch ggf. ein Hybridmodell, d.h. ein paralleles Verlagsverhältnis. Seit dem Erscheinen von „Baumgrenze“ Mitte Mai diesen Jahres, hatte ich bereits einige Kontakte, Telefonate und Korrespondenz mit tredition, die meine positive Wahrnehmung gänzlich bestätigen. Bemerkenswert finde ich auch, dass tredition hierbei durchaus proaktiv ist; weiter so!

Positive Resonanz von Buchhandel und Lesern

Baumgrenze von Tim Berg

Stell Dir vor, Du verbringst eine Auszeit im einsamen Hochgebirge. Du blühst auf. Doch Deine Vergangenheit holt Dich ein. Und alles, was nun zählt, ist zu überleben…

tredition: Ihr Buch ist erst kürzlich erschienen und liegt bereits in drei Buchhandlungen aus! Wie ergab sich das?
Tim Berg: Ich freue mich sehr, dass „Baumgrenze“ den Weg in die Buchhandlung fand. Dies ist ja alles andere als einfach. Wie soll der Buchhandel überhaupt von dem Buch Kenntnis erlangen? Bei mir geschah es so, dass nachdem der eine oder andere Kunde im Buchladen mein Buch bestellt hatte, die Buchhandlung entschied, gleich einige Bücher mehr zu bestellen, um sie auszulegen.

tredition: Welche werblichen Aktivitäten unternehmen Sie für Ihr Buch?
Tim Berg: Bislang reduziert sich mein Marketing auf die sozialen Netzwerke, wobei diese nicht zu unterschätzen sind. Insbesondere mein Twitter-Account erweist sich erfreulicherweise als ein Medium mit hoher Streukraft. Viele Follower haben mir geschrieben, dass sie „Baumgrenze“ gelesen haben oder zum Urlaub hin erwerben werden und geben mir ihr Feedback. Das sind alles wunderbare, positive Erfahrungen für mich.

tredition: Welche Resonanz haben Sie bisher von Lesern auf Ihr Buch erhalten?
Tim Berg: Die persönlichen Rückmeldungen in Gesprächen, die E-Mails und Twitter-Chats sowie auch die Amazon-Rezensionen stimmen mich froh. All jene, die mich kennen, meinen, der Thriller sei eine versteckte Autobiografie. Dem ist natürlich nicht so. Allerdings floss einiges Authentisches von mir ein, denkt man z. B. an mein „Monk-Wesen“. ;-). Eine professionelle Literaturkritik über mein Buch zu lesen, ließe mein Herz ein wenig höher schlagen.

tredition: Dürfen Ihre „Fans“ sich auf einen weiteren Thriller freuen?
Tim Berg: Ja, es wird nicht bei diesem einen Buch nicht bleiben. Die Skizze meines neuen Romans ist bereits kognitiv gespeichert. Die Reise geht weiter …

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