Trauen Sie sich mehr Wissen zu – Céline von Knobelsdorffs Plädoyer für die Intuition

Céline von Knobelsdorff

Bild: Céline von Knobelsdorff vermittelt in ihrem Buch „Intuition für Rationalisten“ mehr Wissen für Mutige. Trauen Sie sich!

Die 1971 in München geborene Autorin hat bereits eine spannende Laufbahn hinter sich. Neben Tätigkeiten für Fernsehanstalten und als Creative Consultant gründete sie ihr eigenes Unternehmen »Creative Visual Knowledge« mit den Schwerpunkten Beratung, Gestaltung und PR. Darüberhinaus ist sie als  Psychologische Beraterin, Coach und Trainerin tätig. Mit „Intuition für Rationalisten“ legt sie ihr Debüt als Sachbuchautorin vor. 

Das Werk ist ein informativer Leitfaden, der sich an den scharfen Verstand richtet, aber zur Wurzel des Wissensgutes von Intuition führt. Die Autorin blickt darin über den Tellerrand eingerosteter Haltungen und Paradigmen hinaus. Was zunächst in liebevoller Kleinstarbeit auseinandergenommen wird, fügt sich wachsend und praxisorientiert in ein großes Bild über die wahre Bedeutung und den immensen Einfluss unserer Intuition im persönlichen und beruflichen Leben zusammen.

Wir haben mit Céline von Knobelsdorff über Ihr Buch, die Intuition und die sogenannten Rationalisten gesprochen.

 

Wer meint, dass alles über Intuition gesagt wurde, der irrt.

 

tredition: Sie arbeiten als Personal Coach und als Psychologische Beraterin. Entspringt das Buch Ihrer Arbeit oder hat es eine ganz andere Entstehungsgeschichte?

Céline von Knobelsdorff: Ich schreibe schon sehr lange und habe es bislang als Ausgleich betrachtet. Als ich meinen Roman fertig geschrieben hatte, legte ich ihn einer Verlegerin vor. Wir kamen ins Gespräch auch über meine Tätigkeit als Psychologische Beraterin und mein Steckenpferd: die Intuition. Prompt sagte sie: „Schreiben Sie ein Buch darüber!“ Ähnliches bekam ich von unterschiedlichen Menschen zu hören, Kursteilnehmern, Kollegen, Klienten und Freunden. Ich fing an mit einzelnen Themenskizzen, daraus entwickelte sich die Struktur zusammen mit dem wachsenden inneren Druck, alles zu Papier bringen zu wollen. Heute würde ich sagen: meine Intuition hat mir einfach keine Ruhe gelassen, und mich durch viele Unwegbarkeiten hindurch gelotst. Ich „musste“ dieses Buch einfach schreiben. 😉

tredition: Sie vermitteln in ihrem Buch „Intuition für Rationalisten“ Wissenswertes zur Intuition für rational denkende Menschen. Wer sind diese Rationalisten eigentlich und ist es heutzutage schwierig, einen Weg zur eigenen Intuition zu finden?

Céline von Knobelsdorff Intuition für Rationalisten Lesung

Bild: Céline von Knobelsdorff liest in der Buchhandlung aus ihrem Buch.

Céline von Knobelsdorff: Eine grandiose Frage: Wer sind diese Rationalisten eigentlich? In der Lesung kürzlich kamen wir ganz zum Schluss auch auf dieses Thema. Ich behaupte sehr provokant: wir alle sind Rationalisten. Denn schauen wir uns den Begriff doch mal genauer an. Rational bedeutet einfach formuliert vernünftig. Aber wer bitte hat den festgelegt, was „vernünftig“ ist? Vernünftig zu sein gibt einen Wert an, und dieser Wert ist gepaart mit Emotionen, die vertretbar sein sollen. Wir glauben, dass die Begriffe Vernunft, Ratio, Denken, Gedanken, Verstand abgekoppelt von Gefühlen funktionieren. Und das ist meiner Meinung nach ein verheerender Irrtum. Ist es möglich einen Gedanken OHNE begleitendes Gefühl zu haben? Was sind Gedanken? Es sind Bilder, die zu uns sprechen, auch wenn es Bilder von Zahlen oder Buchstaben sind. Der Trugschluss beginnt damit, dass wir uns der meisten Gefühle nicht bewusst sind, weil wir sie aus verschiedenen Gründen selektieren. Dadurch sehen wir uns darin bestätigt, dass wir unabhängig denken und fühlen können. Zugegeben gibt es besondere (Ausnahme-)Situationen, in denen wir derart fokussiert agieren, dass wir unsere Gefühle erst im Nachhinein wahrnehmen, z.B. Rennfahrer, die während eines Rennens unter extremen Stress stehen oder Menschen, die anderen bei einem Unfall geholfen haben und dies nur tun konnten, weil sie ein schockartiger Zustand dazu befähigt hat. Danach erleiden zumindest letztere oft selbst eine Art regenerativen Zusammenbruch. Es gibt andererseits auch Situationen, in denen wir durchaus von unseren Gefühlen überwältigt werden und die uns keinen klaren Gedanken fassen lassen. Das können freudige, aber auch traurige Ereignisse sein. Diese Zustände sind aber nicht unser Alltagszustand, weshalb es im Grunde für uns alle zutrifft, dass wir rational sind und gleichzeitig Gefühle haben.

Intuition für Rationalisten

Bild: Buchcover „Intuition für Rationalisten“ von Céline von Knobelsdorff

Ein Buch mit dem Titel „Intuition für Gefühlsmenschen“ legt nahe, dass nur diese mit Intuition etwas anfangen können. Aber nein: hinter der Fassade der vielen Rationalisten wohnen erstaunlich intuitive Menschen, die sich in der zunehmend technisch orientierten Welt weniger zutrauen, auf ihre innere Stimme zu hören. Unsere rasante Entwicklung und die Spezialisierung haben leider die Bedeutung der Ganzheitlichkeit ziemlich überrannt, sodass heute kaum noch einer in größeren und scheinbar zufälligen Zusammenhängen denken und fühlen kann. Wir haben unseren Körper isoliert von unserem Geist und unserer Seele. Wir haben uns als Menschen abgeschnitten von den kosmischen Wurzeln und unterbinden damit auch den Zugang zum höheren Wissen der Intuition. Wir vertrauen lieber dem Internet oder dem Rat anderer, als uns nach innen zu orientieren und autarke Entscheidungen zu fällen. Oft wissen wir gar nicht mehr, welcher Stimme wir folgen sollen, weil der Verlust der Ganzheitlichkeit auch zu einer instabilen Mitte geführt hat. Viele sind orientierungslos, was aber nicht auffällt, da die Flut der Medien für ständige Unterhaltung und Ablenkung sorgt. Intuition ist unser innerer Kompass, den wir seit unserer Geburt „eingebaut“ bekommen haben und der uns in und durch ein selbstbestimmtes Leben navigiert.

Es ist sicherlich eine Herausforderung, nicht in allem mit der Masse mit zu schwimmen, sondern stattdessen, seinen eigenen authentischen Weg zu gehen. Man wird gerne beäugt, gleichzeitig vielleicht auch still bewundert und oft genug fälschlicherweise beneidet. Ich möchte mit diesem Buch jeden ermuntern, der sich in der Welt der Rationalisten nicht mehr zuhause fühlt, den Weg zu seiner individuellen Ganzheitlichkeit zu beschreiten. Hierbei wird die Intuition zu einer wichtigen Stütze.

Intuition bestimmt mein gesamtes Leben, ich kann sie aus keinem Bereich draußen halten – und will es auch nicht. Konkret im Arbeitsleben weist sie mir den Weg, was ich als nächstes tun soll.

tredition: Sie eröffnen Lesern in Ihrem Buch die richtige Strategie im Umgang mit der eigenen Intuition. Was sind kurz zusammengefasst die wichtigsten Erkenntnisse aus Ihrem Werk?

Céline von Knobelsdorff Intuition für Rationalisten

Bild: tredition-Autorin Céline von Knobelsdorff vermittelt mit ihrem Buch essenzielle Tipps für einen angemessenen Umgang mit der eigenen Intuition.

Céline von Knobelsdorff: Eine richtige Strategie gibt es für die unterschiedlichen Menschentypen leider nicht. Es gibt aber grundsätzliche Erfahrungswerte, wie der Zugang zur Intuition und das Empfangen intuitiver Botschaften gefördert und gepflegt werden kann. Wir sollten, bevor wir eine Wahl in unserem Leben treffen, die Angebote und Ratschläge genau hinterfragen; wir sollten sowohl unseren Verstand (= Kopf) anhören, als auch unsere Ängste (= Bauch) kennen und auf die Empfehlung unserer Intuition (= Herz) achten. Intuition wird gerne mit Gefühlen verwechselt, die oft genug auf Konventionen oder Erziehungsmustern basieren. Daher gehört es wesentlich zum angemessenen Umgang mit Intuition, sich selbst zu reflektieren. Um dies tun zu können, müssen wir uns für die Stille öffnen, und das gelingt nur, wenn wir uns bewusst Auszeiten hierfür suchen. Intuition löst mit ihren Wahrheiten oft genug eine Kaskade von Emotionen aus. Wer ihr folgen möchte, darf sich davon nicht zerreißen lassen, sondern sollte sich zum Ziel machen, eine eigene innere Stärke zu entwickeln, aus der er die mutige Entschlossenheit schöpft, den intuitiven Botschaften zu folgen. Ein intuitiver Mensch verpflichtet sich der Wahrhaftigkeit, und das alleine fordert ihn immer wieder selbst heraus. Führung über sich selbst (seine Gedanken und Gefühle) zu haben, sich seiner selbst bewusst zu werden, eröffnet jedem die Ebenen zum höheren Wissen, zu denen Instinkt, Intuition und Inspiration zählen. Der intuitive Mensch kontrolliert nicht, er ist lebendiges Vorbild. Er teilt sein Wissen, weil er nicht darauf besteht, dass es seines ist, sondern dass er es ebenfalls übermittelt bekommen hat. Damit akzeptiert er sich als Wesen mit spirituellen und irdischen Wurzeln und knüpft an eine urzeitliche Auffassung von Ganzheitlichkeit an.

Celine von Knobelsdorff

Bild: Die Autorin ist als Psychologische Beraterin, Coach und Trainerin tätig. „Intuition für Rationalisten“ ist ihr Sachbuchdebüt.

tredition: Wie sind Sie dazu gekommen, Ihre Erkenntnisse in Buchform festzuhalten?

Céline von Knobelsdorff: Ich sah mein geistiges Postfach einfach irgendwann überquellen: „Wenn Du das jetzt nicht aufschreibst, vergisst Du die Hälfte.“ 😉

 tredition: Welche Auswirkungen hat die Intuition auf Ihre eigene Arbeit?

Céline von Knobelsdorff: Intuition bestimmt mein gesamtes Leben, ich kann sie aus keinem Bereich draußen halten – und will es auch nicht. Konkret im Arbeitsleben weist sie mir den Weg, was ich als nächstes tun soll. Ich finde dann zum Beispiel bei einer ganz einfachen Recherche die richtigen Partner zur Umsetzung meiner Ideen. Außerdem gibt sie mir selbst wunderbare Anregungen bei bereits vorhandenen Projekten und sie lässt mich immer wieder spüren, ob ich mit dem Herzen dabei bin. Sie ist allerdings auch unerbittlich, wenn Zweifel oder alte Verhaltensmuster hochkommen, dass ich auf dem eingeschlagenen Weg bleibe, statt es mir so lange klein zu reden, bis ich die Freude daran verliere. Sie schützt sozusagen wertvolle Herzensentscheidungen und navigiert mich durch die seichten Gewässer der Ungeduld.

tredition: Was hat Sie besonders am Thema Intuition fasziniert?

Céline von Knobelsdorff: Gute Frage. Mich reizt grundsätzlich das nicht Offensichtliche – und Intuition hat mich sozusagen zum Meisterkurs eingeladen. 😉 Ich habe irgendwann angefangen, mich zu fragen, was diese „innere Stimme“ ist, und warum ich dennoch oft auf andere gehört habe, statt auf sie, um mich danach genau deswegen zu ärgern. Ich habe eine lange Zeit anderen mehr vertraut als mir selbst, wollte mich aber möglichst eigenständig entwickeln. Das funktionierte eben nicht. So begann ich mich selbst zu erforschen und das Phänomen dieser kraftvollen Botschaften. Einmal in ihren Bann gezogen, konnte ich nicht mehr aufhören. Ich würde sagen, Intuition hat mich ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr losgelassen.

tredition: Was waren Ihre Motivation und Ziele für das Buch, wen wollen Sie erreichen?

Céline von Knobelsdorff: Die Motivation zum Thema Intuition ein Buch zu schreiben, wurde primär angeregt durch die Aufforderungen aus meinem Umfeld. Das Schreiben selbst braucht bei mir keinen Vorsatz, ich schreibe wie aus einem inneren angenehmen Zwang heraus – es ist, glaube ich, die Schöpfungskraft, die sich hier selbst erleben will, indem ich Dinge zu Papier bringe. Das ist für mich im Kern Kreativität. Sie gehört sich selbst. Ich fühle mich während des Schreibens einfach beseelt, bereichert und zufrieden. Ich habe mir zu Beginn wenig Gedanken darüber gemacht, wen genau ich erreichen will. Da der Drang aus dem Herzen kam, alles Wissenswerte zur Intuition nieder zu schreiben, war ich, und bin es bis heute, voller Vertrauen, dass es alle diejenigen lesen werden, die damit in Resonanz stehen. Natürlich freut es mich, wenn ich möglichst viele Menschen erreichen würde, zu denen der Titel und die Botschaft des Buchs spricht. Ich werde hier immer wieder unterstützend aktiv, aber letztlich vertraue ich darauf, dass, so wie dieses Buch überhaupt zu einem fertigen Werk wurde, es nun auch seinen Weg in diese Welt findet.

tredition: Ein Slogan des Buches ist „Mehr Wissen für Mutige“! Gehört Mut dazu, weenn man der eigenen Intuition mehr Gehör verschaffen will?

Céline von Knobelsdorff Intuition für Rationalisten Lesung Unterschrift

Bild: Es kostet Mühe und Zeit, sich mit sich selbst auseinander zu setzen, denn die Intuition wirbelt einigen emotionalen Staub auf.

Céline von Knobelsdorff: Absolut! Intuition wirbelt mit ihrer Klarheit jede Menge emotionalen Staub auf, der oft dazu führt, dass die Botschaft wieder in Vergessenheit gerät. Keiner wünscht sich inneres und äußeres Chaos, und es kostet Mühe und Zeit, sich mit sich selbst auseinander zu setzen und sich zu fragen, warum die Wahrheit einen gerade so umhaut, sodass man sie lieber nicht wahrhaben will. Wir betonieren unser Innenleben lieber mit vernünftigen Argumenten zu, als dass wir die Diskrepanz zeitweise aushalten lernen. Wir brauchen nicht nur Mut, uns dieser Aufgabe zu stellen, sondern auch Durchhaltevermögen. Es kostet auch Überwindung, sich den gegebenenfalls aufkommenden Fragen aus dem unmittelbaren sozialen Umfeld zu stellen und stabil zu bleiben, wenn sie unter Umständen an den Stäben der eigenen Unsicherheit rütteln. Es heißt nicht umsonst: „Hand aufs Herz und raus mit der Wahrheit“, wenn es uns leicht fiele. So bekommt die Botschaft natürlich auch einen ganz anderen Stellenwert. Etwas, wofür wir Mut aufbringen müssen, das werden wir auch pflegen und stärken wollen – insofern macht es durchaus Sinn, dass Intuition von uns fordert mutig zu sein!

tredition: Weshalb lohnt es sich, mehr Intuition zu wagen?

Céline von Knobelsdorff: Ohne Intuition sind wir steuerbare Hüllen, die unreflektiert den Angeboten und Versprechungen anderer folgen – Kompetenz und Glaubhaftigkeit werden oftmals vorschnell und leichtfertig vorausgesetzt. Ich habe früher häufig den Fehler gemacht, andere auf einen Sockel zu stellen, weil ich sie für viele Äußerlichkeiten voreilig bewunderte: berufliche Positionen, Titel, Vermögen, gesellschaftlichen Status, Verdienste etc. Den einen oder anderen lernte ich besser kennen und war erstaunt bis stellenweise erschüttert, wie es hinter den Kulissen wirklich aussah. Intuition hilft uns, statt voreiliger Schlüsse mit sorgfältiger Wahrnehmung alles zu prüfen, was uns mit besonderem Nachdruck angepriesen wird. Statt unsere persönliche Entwicklung durch Vergleiche mit anderen abhängig zu machen, sollten wir lieber unsere Intuition stärken, weil sie uns hilft, autark und selbstbewusst zu werden.

tredition: Weshalb haben Sie sich bei Ihrem Buch für Self-Publishing entschieden?

Celine von Knobelsdorff Intution für Rationalisten BuchlesungCéline von Knobelsdorff: Ehrlich gesagt, habe ich das nicht gleich ins Auge gefasst. Meine Ratio als Werbefachfrau und PR-Beraterin war so überzeugt vom traditionellen Weg, dass alle Hinweise aus dem Umfeld, es selbst zu verlegen, abprallten. Heute würde ich behaupten, weil ich meiner Intuition nicht gleich zu folgen bereit war, benutzte sie andere, um ihre Botschaft an mich hinzutragen und ließ den von mir eingeschlagenen Weg derart morastig werden, dass ich freiwillig umkehrte: „Ist schon gut, ich habe es nun auch eingesehen und löse mich von meiner ursprünglichen (zu) fixen Idee.“ Ich sehe heute darin etwas, was mir mal auf einem Persönlichkeitsseminar als Lebensmotto mitgegeben wurde: SELBSTÄNDIG sein. Und dazu gehört es auch, für seine „Babies“, seine Kreationen von A bis Z einzustehen. Ich gebe gerne zu, dass der Weg bis hin zum Self-Publishing ein persönlicher Reifeprozess war, den ich nicht missen möchte. Es macht eben alles einen Sinn!

tredition: Wie schätzen Sie die Zukunft des Self-Publishing ein?

Céline von Knobelsdorff: Ich wünsche mir, dass es mehr Anerkennung für Self-Publishing-Verlage, wie tredition, gibt. Ich habe auch andere kennengelernt, die bei weitem nicht mit einem solchem Herzen und mit einem überzeugenden Anspruch dabei sind. Ich wünsche mir, dass sich hier die Spreu vom Weizen trennt und die halsstarrige Haltung von Buchhändlern und Vertriebsnetzwerken einer interessierten weicht. Ich wünsche mir eine Aufwertung in der Akzeptanz, die natürlich auch mit einer entsprechenden Kompetenz im Self-Publishing einhergehen sollte. Eben mal geschwind ein Buch herausbringen, dazu mag das SP vielleicht verführen, aber wie sagte mir ein bekannter Lektor: „Lieber soll sich der Autor quälen, als der Leser!“ – Wie wahr! Der Leser spürt, ob Herzblut mit dabei war oder nicht, und dann ist es ihm letztlich egal, ob das Buch auf dem herkömmlichen Verlagsweg oder im SP das Licht der Welt erblickt hat.

tredition: Wie kam es zu der Entscheidung für eine Veröffentlichung bei tredition? 

Céline von Knobelsdorff Intution für Rationalisten Intuition

Bild: Auch bei ihrer Veröffentlichungsentscheidung vertraute Céline von Knobelsdorff ihrer eigenen Intuition.

Céline von Knobelsdorff: Ich wollte meiner Intuition auch hier mal wieder meinen Willen entgegen halten und das Buch zu einem  bestimmten Zeitpunkt herausbringen. Dafür gab es bereits einen anderen SP-Verlag. Erst schien alles recht zügig zu laufen, aber interessanterweise stolperte ich bereits beim Abgleich des Vertrags über den letzten Passus, der dem Verlag das Recht einräumte, zu jedem Zeitpunkt aus dem Projekt aussteigen zu können, wenn es sich als unrentabel herausstellt. Ich machte noch Witze darüber… Aber es kam dann genauso. Ich hatte meine Mithilfe an vielen Stellen eindringlich bekundet, da ich vom Design nicht überzeugt war. Es wirkte alles so, als müsse es innerhalb eines kalkulierten Rahmens hingezaubert werden, egal, ob es zu mir und zum Buch passt. Es fing an sich festzufahren. Die Abstände der Abstimmungen wurden immer größer, und natürlich hatte ich bereits eine Ahnung. Weil ich das Ende der Kooperation kommen sah, orientierte ich mich um. Dabei hatte ich zunächst das Gefühl hoffnungslos im Sumpf der vielen SP-Angebote unterzugehen, weil ich überhaupt keine Einschätzung von der Qualität und den Versprechungen hatte. Gerade nach der gemachten ungünstigen Erfahrung. Da half mir auch wieder meine Intuition, die mir riet, mich von allen Foren unabhängig zu machen, einfach im Internet zu stöbern und offen zu sein, was mir da begegnen würde. So landete ich auf der Webseite von tredition. Die Philosophie gefiel mir, die Seite wirkte klar und aufgeräumt, und ich spürte mit dem Herzen, dass ich hier wohl gut aufgehoben wäre. Meine Intuition hat die Wahl getroffen – und wer weiß, was sich hieraus noch alles ergeben wird.

tredition: Sie haben bereits mehrere Lesungen organisiert. Haben Sie vor der Veröffentlichung eine spezielle Marketingstrategie für Ihr Buch entwickelt?

Celine von Knobelsdorff Intution für Rationalisten Buchlesung

Bild: Alles was nach der Veröffentlichung an Ideen in Sachen Presse kam, entwickelte sich aus dem Fundus von Céline von Knobelsdorffs Erfahrungen, die stets von ihrer Intuition begleitet wurden.

Céline von Knobelsdorff: Nein. Ich habe keinen PR-Plan geschmiedet. Das ist meiner begrenzten Zeit geschuldet. Ich habe das Buch mitunter deshalb geschrieben, damit ich als psychologische Beraterin im Umgang mit Unternehmern etwas anbieten kann, was meine Kompetenz nachlesbar macht. Eine „ausführliche Visitenkarte“ sozusagen. Alles was nach der Veröffentlichung an Ideen in Sachen PR kam, entwickelte sich aus dem Fundus meiner Erfahrungen, folgte aber den Impulsen meiner Intuition. Nicht alles, was möglich gewesen wäre, habe ich verfolgt. Ich habe mich auf das konzentriert, was machbar war und habe darauf geachtet, hierfür alles zu bedenken. Es ist schließlich eine Frage des Budgets, nicht nur monetär, sondern an Zeit und persönlicher Nachbereitung. Es gab und gibt immer wieder Anlässe, mein Buch Instituten oder wichtigen Personen vorzustellen, und denen folge ich ohne konkret zu wissen, was sich daraus ergibt. Ich plane allerdings weitere Lesungen, wenn die Sommer- und Urlaubszeit vorbei ist. Irgendwie weiß ich, dass das Buch sich seinen Weg bahnen wird.

tredition: Welche Maßnahmen gehen Sie konkret an?

Céline von Knobelsdorff: Für  die Lesungen, aber auch für die Buchhändler haben wir neben Postern, Postkarten mit Zitaten aus dem Buch produziert. Jetzt aktuell noch verschiedene Stempelmotive und Aufkleber. Es ist wichtig, wenn Veranstaltungen ins Haus stehen, etwas parat zu haben. Und es macht einen guten Eindruck, wenn es Dinge kostenfrei gibt, Dinge, die an die Botschaft erinnern und tagtäglich Freude bereiten. Dafür sollte der Interessent nicht immer etwas bezahlen müssen. Freude zu teilen ist bereits ein Gewinn und ich möchte diese Energie unter die Menschen bringen. Wie kann es anders sein, dass die entsprechende Resonanz zu mir zurück kommt?

tredition: Haben Sie aufgrund der Kenntnisse aus Ihrer Branche besondere Tipps für angehende Autoren/innen?

Céline von Knobelsdorff Intuition für Rationalisten Intuition Wissen

Bild: Für die Lesungen, aber auch für die Buchhändler hat die Autorin neben Postern, auch Postkarten mit Zitaten aus dem Buch angefertigt.

Céline von Knobelsdorff: Weniger ist mehr. Ich würde in jedem Fall mit regionalen Kontakten beginnen. Wessen Augen leuchten, wenn er von seinem Werk erzählt, der weckt auf sehr natürliche Weise Begehrlichkeiten. Bitte nicht gleich aufgeben, wenn es ein paar Anläufe braucht. Kleinigkeiten rund ums Werk anzufertigen, die sich als Mitnahmeartikel eignen – das muss nicht immer viel Geld kosten. Ich fragte mich immer, was mir selbst Freude macht, was ich gerne mitnehme, sammle und es mir zuhause an einen Platz lege oder stelle, an dem ich öfters vorbeikomme und es sehe. Lieber nur eine Lesung, diese aber mit Liebe und Sorgfalt durchführen, als zu viel auf einmal anstoßen und sich nachher ärgern, wenn man nicht alles bedacht hat. Die Menschen spüren, ob hinter den Maßnahmen Geltungssucht steckt oder die Freude über die Vorstellung des eigenen Werks. Wichtig ist dabei: offen für Anregungen bleiben, auchd wenn es sich vielleicht wie Kritik anhört, eine Nacht darüber schlafen und dann neu entscheiden, wie man mit der Information umgeht. Manches Mal regt sie einen zu neuen Ideen an.

tredition: Planen Sie weitere Buchtitel?

Céline von Knobelsdorff: Da bin ich schon weiter. 😉 Der Roman ist bereits fertig, muss aber noch überarbeitet werden, am Cover sind wir gerade dran. Und es gibt bereits zwei weitere Themenbücher, zu dem ich etliche Kapitel verfasst habe. Einmal geht es um Beziehungen, in der mir eigenen Art hinterfrage ich: Wo fängt Beziehung eigentlich an und was macht eine gute Beziehung aus? Das andere Werk beschäftigt sich mit der Schwangerschaft und Elternschaft und hat den vorläufigen Arbeitstitel: Reif für die 9 Monate+ ? Ich hoffe, ich komme bald wieder zum Schreiben, mein inneres Postfach ist nämlich schon wieder ziemlich voll… ;-))

tredition: Liebe Frau von Knobelsdorff, herzlichen Dank für das spannende Gespräch!

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