Wolfgang Kofler: Im 15-Minuten-Countdown zum eigenen Buch

Wolfgang-Kofler

Wolfgang Kofler ist Anfang der 1970er-Jahre am östlichen Stadtrand von Villach/Kärnten geboren. Es folgen: Studium der Politikwissenschaften, Traumfrau, Jobs bei diversen Zeitungen, Superkind, dieses Buch.

„Wir alle sind die Summe unserer Fehler. Na und?“ Das Motto, das Wolfgang Kofler seiner Kurzgeschichten-Sammlung „Früher war ich jünger“ voranstellt, könnte treffender nicht sein: In 41 höchst amüsanten und herrlich ironischen Episoden schildert er mal einschneidende, mal alltägliche Ereignisse aus seinem Leben, in denen er nicht nur sich selbst den Spiegel vorhält, sondern sich auch manch ein Leser wiedererkennen mag, der um die 40 Jahre alt ist und somit „statistisch gesehen die Hälfte seiner Lebenszeit hinter sich gebracht“ hat, wie Kofler es zu Beginn seines Buches formuliert. Die eine oder andere Erninnerungslücke stellte Kofler in letzter Zeit durchaus bei sich fest, deshalb entschied er sich das Erlebte doch einfach einmal niederzuschreiben.

tredition: Lieber Herr Kofler, erst einmal Gratulation zu Ihrer Buchveröffentlichung! Gibt es schon erste Resonanz auf das Buch aus dem näheren Leserkreis?
Wolfgang Kofler:
Danke. Ja, gibt es. Viele freundliche Menschen kaufen es. Ich habe die ersten Ergebnisse hochgerechnet: Wenn es so weitergeht, kann ich in 30 Jahren vom Bücherschreiben leben.

tredition: Wie lange haben Sie am Buch geschrieben?
Wolfgang Kofler:
Ich habe eigentlich an gar keinem Buch geschrieben. Ich habe eineinhalb Jahre lang einen Blog über mein Leben betrieben. Der hatte knapp 40.000 Zugriffe, nachdem mir Experten 2000-3000 prognostiziert hatten. Irgendwann habe ich dann fast alle Storys gelöscht, überarbeitet und gebündelt. Einfach, weil ich einmal ein Buch veröffentlich haben wollte.

Wobei die Entstehungsgeschichte der einzelnen Blog-Beiträge vielleicht ganz interessant ist: Ich habe einen 15-Minuten-Countdown am Smartphone eingestellt und drauflos geschrieben. War ich nach der Viertelstunde nicht fertig, habe ich die Story weggeschmissen. 80 Geschichten schafften den Cut, 20 nicht. Mit dem Zeitlimit habe ich sichergestellt, dass ich am Punkt bleibe und mich nicht verzettle. Das war das Ziel: präzise und unterhaltend zu erzählen.

tredition: Ihre Kurzgeschichten sind humorvoll und oftmals wohltuend ironisch. Liest sich dies nur im Rückblick so oder meistern sie Stresssituationen „live“ auch mit so viel Humor?
Wolfgang Kofler:
Vorweg: In meinem Leben ist viel passiert, auch viel Kacke. Mittlerweile bin ich diesbezüglich ein Routinier, also in der Lage, mit stressigen Situationen gut umzugehen, auch mit Humor. Das war nicht immer so. Deshalb sind die Tollpatsch-Geschichten vermutlich auch lustig zu lesen. Niemand findet einen coolen Hund lustig.

tredition: Wen möchten Sie mit Ihrem Buch erreichen?
Wolfgang Kofler:
Im Idealfall 100 Millionen deutschsprachige Menschen. 1.000 wären aber auch sehr ok. Das einzige Ziel des Buches ist bereits erreicht:
es ist erschienen.

Bild: Cover "Früher war ich jünger"

Bild: Cover „Früher war ich jünger“

tredition: Weshalb haben Sie sich für Self-Publishing und tredition entschieden?
Wolfgang Kofler:
Ich wollte es so unkompliziert wie möglich haben. Und ich wollte mit niemanden über Inhalte diskutieren müssen. Diese 41 Kurzgeschichten sind mein Angebot. Wenn der Markt es annimmt – fein. Wenn nicht – blöd. Aber ok.

tredition: Welche Tipps können Sie anderen Autoren geben, die selbst ein erstes Buch schreiben möchten?
Wolfgang Kofler:
Hüten Sie sich vor Kollegen, die Tipps geben. Ansonsten: einfach machen. Was soll schon passieren?

tredition: Wie werben Sie für Ihr Buch?
Wolfgang Kofler:
Von der ursprünglichen Idee einer europaweiten TV-Werbekampagne habe ich aus finanziellen Gründen leider Abstand nehmen müssen. Daher informiere ich nur via Facebook und Twitter. Das funktioniert ganz gut, glaube ich. Meine Follower sind sehr geduldige und nette Menschen. Zudem habe ich ein paar Freunde in der österreichischen Medienszene. Da versuche ich etwas Lobbying. Ein paar Zeilen in einer Zeitung können nicht schaden, denke ich.

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