Autorin Anneloes Goetze: Mit 13 Jahren zu Fuß ueber die Alpen

Anneloes-Goetze_WebItalien ist für so manche Schülerin und manchen Schüler, insbesondere Süddeutschlands, ein Reiseziel der ersten Wahl in den Sommerferien. Wohl die wenigsten werden sich dieses Ziel aber zu Fuß erwandern! Anneloes Goetze wanderte 2014 zu Fuß von München über die Alpen bis ins italienische Tarzo. Über ihre Tour, die einzelnen Etappen, ihre Erlebnisse und die Begegnungen mit anderen Bergsteigern hat die ambitionierte Schülerin ein Buch geschrieben, das bei tredition erschienen ist. Im folgenden Interview erzählt sie von ihrer Faszination für das Wandern – und das Schreiben!

 

 

tredition: Liebe Anneloes, wohin hat Dich Deine letzte Wandertour geführt und wie gefiel Dir die Tour?
Anneloes Goetze:
Das war in den Pfingstferien, als ich mit meiner Mutter eine viertägige Chiemgautour unternommen habe. Diese Tour habe ich gewählt, da noch sehr viel Schnee lag und der höchste Punkt auf dem Geigelstein nur auf 1813 Metern liegt. Die Tagesetappen in der Wegbeschreibung waren mit nur vier bis fünf Stunden Gehzeit angegeben und da ich damit noch nicht ausgepowert war, habe ich jeden Tag zusätzlich mindestens noch einen Gipfel mehr erklommen. Am Ende der Tour sollte man eigentlich mit der Kampenwandbahn ins Tal fahren, doch dies wollte ich nicht und bin dann noch 1,5 Stunden ins Tal abgestiegen, damit die Tour auch komplett zu Fuß abgeschlossen war. Die Tour hat mir gut gefallen.

tredition: Vor etwa einem Jahr bist Du von München nach Tarzo über die Alpen gewandert. Was war Dein schönstes Erlebnis auf der Tour?
Anneloes Goetze:
Das ist eine schwierige Frage, denn es gab viele besondere Erlebnisse auf der Tour. Ein sehr schönes Erlebnis war die Besteigung des Piz Boè. Der Piz Boè liegt auf 3152 Metern und ist somit der höchste Punkt auf der Alpenüberquerung gewesen. Auf dem Gipfel haben wir im Rifugio Capanna Fassa im Dach der Hütte übernachtet. Der Piz Boè war mein erster 3000er, den ich bestiegen hatte.

tredition: Die 23-tägige Tour muss sehr anstrengend gewesen sein. Haben Dir nicht ziemlich die Muskeln geschmerzt?
Anneloes Goetze:
Im Vorfeld habe ich viel trainiert. Ich war mit meinen Eltern in den Voralpen unterwegs, war Joggen, beim Hockey, beim Klettern und Bouldern. Im Durchschnitt habe ich sechs Mal die Woche trainiert. Ich war somit körperlich für die Tour fit und hatte keinen Muskelkater. Ich habe mich jeden Tag auf die bevorstehende Etappe gefreut. Das Wetter war im Sommer 2014 ziemlich schwierig. Trotzdem war die Tour wunderschön und ich habe gar nicht an schmerzende Muskeln gedacht.

tredition: Wie hat Dein Freundeskreis auf dieses doch nicht ganz gewöhnliche Wanderprojekt reagiert?
Anneloes Goetze:
Einige konnten mich nicht verstehen. Es gab aber auch viele, die mitfieberten und alle Details über die Wanderung wissen wollten.

tredition: Wann entstand die Idee, Deine Erlebnisse als Buch zu veröffentlichen?
Anneloes Goetze:
Während der Wanderung habe ich jeden Abend viel in meinem Tagebuch geschrieben, da ich als Jahresarbeit der achten Klasse über die Alpenüberquerung einen Bericht schreiben wollte. Beim Abtippen der zwei handgeschriebenen Tagebücher kam mir dann die Idee, dass ich das Buch auch veröffentlichen könnte und somit erweiterte ich meine Arbeit und suchte einen Verlag für Self-Publishing und Print on Demand.

tredition: Was hast Du bei der Buchveröffentlichung als größte Herausforderung empfunden?
Anneloes Goetze:
Das Probeexemplar habe ich noch mehrmals durchgelesen und natürlich jedes Mal noch ein paar neue kleine Fehler gefunden und dann verbessert. Nachdem ich fand, dass alles korrekt war, beschloss ich, mein Projekt abzuschließen. Ich wusste, dass mir jedes Mal, wenn ich es noch einmal durchlesen würde, noch irgendetwas auffallen würde, was ich vielleicht doch anders machen sollte. Somit war für mich die größte Herausforderung das Buch fertig hochzuladen und dann zu veröffentlichen.

tredition: Hast Du Dich beim Schreiben bzw. der Vorbereitung des Buches unterstützen lassen?
Anneloes Goetze:
Das Buch habe ich selber geschrieben, überarbeitet und das Cover gestaltet. Meine Deutschlehrerin hat es für mich Korrektur gelesen und die Fehler, die sie gefunden hat, angestrichen, sodass ich sie verbessern konnte. Meine Eltern haben natürlich auch einen Blick auf das Buch geworfen.

tredition: Weshalb hast Du Dich entschieden, Dein Buch bei tredition zu veröffentlichen?
Anneloes Goetze:
Ich wollte mein Buch bei einem Self-Publishing-Verlag veröffentlichen, um alle Vorgänge einer Buchveröffentlichung mitzuerleben. Ich suchte einen Verlag und stieß auf tredition. Hier erfüllten sich meine Vorstellungen und als ich ein paar Fragen zur Veröffentlichung hatte, wurden diese mir auch innerhalb weniger Stunden per E-mail beantwortet.

tredition: Möchtest Du gerne weitere Bücher veröffentlichen?
Anneloes Goetze:
Ja. Das Schreiben hat mir viel Arbeit aber auch sehr viel Freude bereitet und ich habe auch schon wieder eine neue Idee für ein weiteres Buch.

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