Paperback

Denn die Würde hast Du uns geschenkt

Autobiographische Erzählungen aus der Jugendzeit

Andriana Andreou
Biografien & Erinnerungen

Die Würde des Menschen ist unantastbar, so steht es in der Verfassung. Dieser Grundsatz gilt nicht überall auf der Welt und vor allem in patriarchischen Gesellschaften wird die Würde des Menschen oft mit Füßen getreten. Dieses Buch erzählt die Geschichte einer jungen Frau aus dem Norden Griechenlands, deren Familie als Gastarbeiter nach Deutschland kam, aber alten Traditionen anhing und das Mädchen im Interesse überkommener Stammesriten ihrer Würde und Freiheit beraubte. Unter anderem heiratet diese Volksgruppe nur untereinander, um »das Blut reinzuhalten«, die Ehen werden von den Eltern arrangiert und Liebesheiraten sind nicht vorgesehen.
Eine angesehene Familie aus dem heimatlichen Dorf wollte das besonders schöne Mädchen für ihren Sohn. Für die Schwiegermutter war dabei entscheidend, dass das Kind aus einer deutlich ärmeren und weniger angesehenen Familie kam, sodass sie nahezu vollständige Macht über die minderjährige Braut erlangen und sie nach ihrem Willen formen konnte; es wurden absoluter Gehorsam und Unterwürfigkeit verlangt.
Nach langen Jahren der Demütigung und Unterdrückung, unter anderem wurde versucht, dem Mädchen den weiteren Schulbesuch in Deutschland zu verwehren und sie von Gleichaltrigen zu isolieren, wurde sie schwanger und gebar der neuen Familie den ersten Nachkommen. Die junge Mutter begann nun, sich der Schwiegermutter zu widersetzen, erreichte sogar die Scheidung, doch ihre mittlerweile zwei Kinder sollten ihr weggenommen werden.
Die jahrelangen Demütigungen und kräftezehrenden Kämpfe gegen das patriarchische und sozial ungerechte, auf Gewalt und Unterdrückung basierende System werden dem Leser sehr nahe gebracht. Es gibt Einblicke in das allgemeine griechische System, das letztlich scheiterte und den Staat in den Ruin trieb, sowie in die Traditionen der Vlachen, die in der damalige Zeit sowohl in Griechenland als auch in Deutschland vorzugsweise unter sich blieben.