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Die Seelengespielin

Ein Roman um das weltbekannte Rothenburg ob der Tauber

Anne Schneider
Romane & Erzählungen, Geschenkbücher

In Rothenburg, das durch sein mittelalterliches Stadtbild Touristen aus aller Herren Länder anzieht, lebt eine junge Frau namens Amelie, die insofern außergewöhnlich ist, als sie sich Meisterin der Gegensätze nennt. Sie beschäftigt sich mit Aberglauben einer gottesfürchtigen Zeit. Ihre Vorfahren, wegen ihres Handwerks einstmals allesamt 'Unehrenhafte', haben ihr den Hang zum Aberglauben vererbt, genauso, wie die roten Haare. Andererseits ist sie mit so brisanten Dingen vertraut, wie Aktien, Börse und Weltmärkten.

Eines Nachts sieht Amelie ihren Vorfahren im Traum das Richtschwert schwingen. Die erstarrten Augen des abgeschlagenen Kopfes verfolgen sie, zumal die Hinrichtung unrechtens war. Sie führen sie zu dem Nachkommen des Gerichteten: Arno von Winterhausen. Dessen Vorfahren, und mit ihnen der Gerichtete, hatten maßgeblichen Anteil am Dornröschenschlaf der Stadt, den sie wohl berechnet bis heute schläft. Sowohl des Freiherrns als auch Amelies Blick zerren etwas an die Oberfläche, das beiden Unbehagen bereitet. Jeden auf seine Art. Sie meidet ihn. Er ist trotz des Unbehagens von ihrer Schönheit angetan. Amelie lässt seine Annäherungsversuche unbeantwortet, leugnet ihre Abstammung und damit die unrechtmäßige Hinrichtung seines Ahnen. Daraufhin treibt er ein böses Spiel mit ihr. Er stellt ihr Bild wirkungsvoll neben einer mittelalterlichen Hinrichtungsszene platziert ins Internet und schreibt, die Abgebildete, Hexe und Henkerstochter in einem, wäre zu besehen. Zusammen mit den Hinrichtungsutensilien ihrer Sippe wäre sie da zu besehen, wo sich das Mittelalter bis heute gehalten hat: in Rothenburg ob der Tauber.

Das wirkt. Die Fantasien sind schnell geweckt in den Köpfen und treiben wild ihre Blüten. Zumal, wenn es sich um einen altertümlichen Ort wie diesen handelt. Amelie, einstmals als Baby von ihrer Mutter ausgesetzt wegen deren Scham über ihre Herkunft, hat mit ihren inzwischen zweiunddreißig Jahren ein starkes Selbstbewusstsein aufgebaut. Sie toppt die ihr angedachte Verunglimpfung, indem sie sich als 'moderne Hexe' gibt und zu ihren Vorfahren steht. Amelie kommt den Fantasien der extra Angereisten sehr gerne nach. Ohne Scheu zeigt sie ihnen die Folterinstrumente ihrer Vorfahren, die im Kriminalmuseum vor Ort in Augenschein genommen werden können. Äußerst effektvoll vermarktet sie dabei – quasi als ein Gesamtkunstwerk - den mittelalterlichen Ort. Aber nicht nur das...