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Unter der Sonne, die nicht schien

Meine Kinder- und Jugendjahre von 1938 bis 1948 als Chronik einer Verblendung

Annemarie Johann-Wessel
Biografien & Erinnerungen

Annemarie Johann-Wessel (Jahrgang 1933) ist gebürtige Solingerin und lebt auch heute noch in ihrer Heimatstadt. Sie schildert in ihrem Memoir ein sie prägendes Jahrzehnt ihrer Kinder- und Jugendzeit: Es beginnt ein Jahr vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs (1938) und endet mit der Währungsreform (1948).
Durch ihre Erziehung auf einer sogenannten "Hauptschule" (damals die Bezeichnung für eine weiterführende NS-Ausleseschule) hat die als begabt eingestufte Schülerin hohe Erwartungen an ihre Zukunft. Noch herrscht zwar Krieg, doch ein rascher Endsieg steht angeblich kurz bevor.
1943 werden sie und ihre Mitschüler aus der von Bombenangriffen bedrohten Klingenstadt im Rahmen einer "Kinderlandverschickung" in ein provisorisch eingerichtetes Landschulheim in Tabarz, Thüringen, evakuiert, wo ein straff organisiertes Lagerleben beginnt. Schließlich erleben sie fern ihrer Heimatstadt noch den Einzug amerikanischer Soldaten, die Etablierung einer Besatzungszone und - beinahe noch - die Übernahme Thüringens durch russische Truppen, bevor sie in eiliger Flucht ins kriegszerstörte Solingen zurückkehren können.
All ihre Träume sind zerplatzt, doch schon sind sie abgelenkt, weil die Notjahre des Nachkriegs zu vielerlei Improvisationen und - häufig illegalen - Aktivitäten zwingen, um das tägliche Leben irgendwie zu bewältigen. Zum Nachdenken kommt man erst später ...

Rezensionen

gudrun tossing


 

Neuigkeiten

Vorwort von Dr. Horst Sassin

18.01.2021
 
Der Historiker Dr. Horst Sassin schreibt im Vorwort:

"In einer politisch weit gefächerten Familie von glühenden Nationalsozialisten und überzeugten Kommunisten erlebte die 1933 geborene Autorin im "Dritten Reich" eine unbekümmerte Kindheit als begeisterte kindlich-naive Hitler-Verehrerin. Sie vermisste ihren jüdischen Kinderarzt nach dem Novemberprogrom 1938 und betete für den Sieg Hitler-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg. Sie war ein "Sonnenkind". "Schattenkinder" waren ihr fern.
...
Eine Chronik der Verblendung zu verfassen heißt, sich ihr zu stellen, ein Anlass zur Selbstreflexion. Ihre Veröffentlichung beweist Haltung."
 

 

Presseberichte

Nazis missbrauchten die Seele eines Kindes - Annemarie Johann-Wessel hat über ihre Jugend geschrieben

07.11.2020
 
„Anhand ihrer Familie beschreibt sie, wie tief die Gräben sein können, wenn glühende Anhänger des NS-Regimes auf Gegner der Hitler-Diktatur treffen.“
Im Solinger Tageblatt (ST) vom 7. November 20 ist eine Buchbesprechung zu ´Unter der Sonne, die nicht schien` publiziert, die Episoden aus dem Memoir aufgreift und herausstellt, wie gerade durch die ´unschuldige Erzählweise` der Kindheitserinnerungen offenbart wird, auf welche Art ´aus Kindern regimetreue Soldaten im Geist und im Feld erzogen wurden`.
 
Quelle: Solinger Tageblatt, ST vom 7. November 2020