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Gegen Politik

Über die Regierung und die geordnete Anarchie

Anthony de Jasay
Philosophie

Lässt sich die Autonomie des Menschen mit der Autorität des Staates in Einklang bringen?

Gegen Politik befasst sich mit kollektiven Wahlen und der angeblichen Notwendigkeit, individuelle Wahlen außer Kraft zu setzen.

In dieser Arbeit versucht Anthony de Jasay, die seiner Meinung nach illusorischen Vorstellungen über die wohlwollende Macht von Verfassungen und die Möglichkeit einer begrenzten Regierung zu zerstören. Er zeigt, wie tief in der Gesellschaft verwurzelte Konventionen in Bezug auf unerlaubte Handlungen, Verträge und Eigentum die Funktion einer erzwungenen Ordnung übernehmen und in Kombination mit der Freiheitsvermutung eine freiwillige Ordnung aufrechterhalten können.

Anthony de Jasays umfangreiches Werk zeichnet sich durch seine Klarheit und sein Vertrauen auf logische Argumente aus. Es ist eine umfassende Verteidigung der Freiheit, das dem Leser Erkenntnis verspricht und zu neuen Überlegungen anregt.
 

Presseberichte

Wer die Freiheit einschränken will, braucht Beweise

26.04.2021
 
„Anthony de Jasay achtet sehr auf die richtige Verwendung der Worte und auf die Zuordnung zu ihrer Bedeutung. Mit unscharfem Denken und schlampigem Gebrauch von Sprache lässt sich die Freiheit weder verteidigen geschweige denn wiedererlangen. Alles fängt mit dem korrekten Gebrauch und Verständnis der Begriffe Freiheit und Recht an. Für eine eindeutige Positionierung des Liberalismus sind diese beiden Begriffe elementar.“
Anthony de Jasay überprüft Aussagen mit der Methode der Epistemologie, das heißt durch Falsifizierung und Verifizierung. Tatsachen besitzen einen „Wahrheitswert“. Tatsachen sind entweder wahr oder unwahr. Aussagen ohne „Wahrheitswert“ sind Meinungen. Auch die Zukunft betreffende Aussagen über menschliche Handlungen besitzen keinen „Wahrheitswert“. „Menschen können nicht festgelegt und vorhergesagt werden wie Objekte ohne Verstand und ohne die Fähigkeit zu lernen und zu wählen“ (Murray N. Rothbard). Die Aussage „Da steht ein Pferd auf dem Flur“ besitzt einen „Wahrheitswert“ und lässt sich relativ leicht widerlegen (falsifizieren) beziehungsweise überprüfen (verifizieren). Auch Aussagen über Fragen der Freiheit oder der Gerechtigkeit sind letztendlich feststellbare Tatsachenfragen.

Wie bereits weiter oben gezeigt, liegt gemäß der Freiheitsvermutung nach der Regel „Sollen impliziert Können“ die Beweislast für die Unzulässigkeit einer Handlung bei dem Einsprechenden. Auch ein Vertrag ist eine Tatsachenfeststellung. Gesellschaftsverträge haben keinen „Wahrheitswert“, nur echte Verträge können ihn in der Realität bestätigen. Fiktiven Verträgen fehlt neben der Legitimation noch eine weitere unerlässliche Eigenschaft von Verträgen: die Kündigungsmöglichkeit. Reale Menschen würden ihnen nicht zustimmen. Die fehlende Legitimation ist das schlagende Argument, das Freunde der Freiheit gegen die Lockdowns vorbringen sollten. Die Waffe der Liberalen ist die Logik, die Waffe der anderen ist die Gewalt. Gewalt ist ein Zeichen von Schwäche und fehlender Toleranz, die Argumente der Anderen ertragen zu können. Sie werden es lernen müssen.
 
Quelle: Achse des Guten

Der archimedische Punkt bei Anthony de Jasay ist die Freiheitsvermutung.

01.02.2021
 
„Der archimedische Punkt bei Anthony de Jasay ist die Freiheitsvermutung.“
Interview mit Burkhard Sievert, der jüngst die Bücher „Social Contract“ und „Against Politics“ des Philosophen Anthony de Jasay (1925 – 2019) übersetzt hat.

Die logische Begründung der Freiheitsvermutung leitet Anthony de Jasay nach Karl Poppers Methode für erfahrungsabhängige Urteile durch Falsifikation und Verifikation her. Eine Handlung gilt als frei und darf nicht verhindert werden, bis der Einwand gegen sie bewiesen (verifiziert) ist. Die Beweislast, die Falsifizierung, obliegt dem Einsprechenden. Die Frage, welche Seite die Beweislast tragen soll, ist eine Frage der Effizienz. Je länger die Liste der Einwände, desto kostspieliger ist es für den Handelnden, die Legitimität seiner Handlung zu beweisen, d. h. die Behauptung des Einsprechenden zu widerlegen. Die Liste der Einwände gegen eine Handlung geht logisch gegen unendlich, denn es gibt eine unbestimmbar große Anzahl von möglichen Bedenkenträgern, die eine potentiell unendlich große Anzahl von Einwänden haben könnten. Dem Handelnden die Beweislast für die Zulässigkeit der Handlung aufzuerlegen, würde gegen die schon im römischen Recht bekannte Regel „Sollen impliziert Können“ verstoßen, denn die Beweislast würde von ihm das logisch Unmögliche verlangen. Im Gegensatz dazu kann der potentielle Einsprechende über einen konkreten Einwand gegen die Handlung verfügen. Daher sind für ihn die Kosten für den Beweis seiner Behauptung vernachlässigbar gering. Entsprechend der Unschuldsvermutung muss der Einsprechende die Unzulässigkeit einer Handlung beweisen. Die Beweislast obliegt folglich dem Einsprechenden. Die Freiheitsvermutung ist somit Basis einer objektiven Ethik, d. h. der Einsprechende muss für die Unzulässigkeit einer Handlung einen objektiv überprüfbaren Beweis vorzeigen können. Das Argument ist reine Logik und frei von jeglicher Subjektivität. Die Freiheitsvermutung ist unwiderlegbar und deshalb ein starkes Argument. Das Argument findet sich übrigens in Kapitel 8 „Auftauchende Lösungen“ in seinem Buch Gegen Politik.
 
Quelle: Ludwig von Mises Institut Deutschland

Eine umfassende Verteidigung der Freiheit

29.12.2020
 
„Anthony des Jasays umfangreiches Werk zeichnet sich durch seine Klarheit und sein Vertrauen auf logische Argumente aus. Es ist eine umfassende Verteidigung der Freiheit, die dem Leser Erkenntnis verspricht und zu neuen Überlegungen anregt. “
Lässt sich die Autonomie des Menschen mit der Autorität des Staates in Einklang bringen? In „Gegen Politik“ befasst sich Anthony de Jasay mit diesem grundlegenden Problem der politischen Philosophie. Seine Argumentation beruht auf der Rational-Choice-Theorie. Im ersten Teil des Buches, „Ausreden“, prüft Anthony de Jasay die Standardrechtfertigungen der Regierung auf Grundlage von kollektiven Wahlen und überführt sie der inneren Widersprüchlichkeit. Er weist die Vorstellungen über die wohlwollende Macht von Verfassungen und die Möglichkeit einer begrenzten Regierung als illusorisch zurück. Im zweiten Teil, „Auftauchende Lösungen“, bietet er daher eigene Ideen an. Er zeigt, wie tief verwurzelte Konventionen in Bezug auf unerlaubte Handlungen, Verträge und Eigentum sind. Die Lösung läuft auf eine geordnete Anarchie hinaus.

Anthony des Jasays umfangreiches Werk zeichnet sich durch seine Klarheit und sein Vertrauen auf logische Argumente aus. Es ist eine umfassende Verteidigung der Freiheit, die dem Leser Erkenntnis verspricht und zu neuen Überlegungen anregt.
Anthony de Jasay gibt der Philosophie des Liberalismus eine solide Grundlage in Moral und Logik. Sein Einfluss mag sich zwar langsam etablieren, durch seine intellektuelle Kraft wird er jedoch wahrscheinlich dauerhaft sein. Anthony de Jasay befreit den Liberalismus vom Wahn des Utilitarismus. Seine Ideen können die Winde im Ozean des Scheins nicht ändern, aber die Segel durch die Widerspruchsfreiheit der Argumentation für die Freunde der Freiheit anders setzen, um mit dieser Neuausrichtung das Schiff wieder Kurs zum Land der Erkenntnis aufzunehmen zu lassen. Für Freiheit!
 
Quelle: Tichys Einblick