Paperback

Tee mit Ayman

Im Dialog mit Geflüchteten

Astrid Ruppert
Biografien & Erinnerungen

Deutschland 2015, Flüchtlingssommer. In einer kleinen Gemeinde im Vogelsberg finden 20 Geflüchtete eine Unterkunft. Hier begegnet die Autorin Astrid Ruppert dem Syrer Ayman bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit und erlebt: Kämpfe gegen die Windmühlen der Bürokratie, berührende zwischenmenschliche Momente, Culture Clash zwischen Orient und Okzident, der gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen ist. Und immer gibt es Tee. Teetrinken mit Ayman ist bitter und süß. Denn neben wachsendem Vertrauen und einer beginnenden Freundschaft erlebt die Autorin über den Kontakt mit den Geflüchteten, was es bedeutet, unmittelbar von Krieg betroffen zu sein.
Die Autorin reflektiert ihre Aufgaben im Ehrenamt, hinterfragt sich immer wieder selbst, indem sie eigene Vorurteile aufdeckt, Motivationen unter die Lupe nimmt und betont, wie wichtig der Dialog ist: „Wir sind so kompetent und lösungsorientiert, und geübt darin, Probleme aus der Welt zu schaffen… die Schwierigkeit beim Helfen besteht darin, zu erkennen, welche Art der Hilfe überhaupt gewünscht ist.“
Gleichzeitig erfahren wir, warum eine deutsche Teekanne aus Glas keine Teekanne ist, warum Neonröhren so beliebt sind und was ein verliebter Syrer sagt, wenn sein Herz spricht…
 

Veranstaltungen

Kultur im Turm in Marburg - Lesung mit Musik

Beginn: 16.11.2017, 20:00 Uhr
Ort: TUrmcafe im Kaiser-Wilhelm-Turm, Marburg  
Lesung aus Tee mit Ayman mit Begleitung mesopotamischer Musik von Cemiile
 

Lesung im Staatlichen Schulamt Fritzlar

Beginn: 15.11.2017, 16:00 Uhr
Ort: Staatliches Schulamt, Am Hospital 9, 34560 Fritzlar  

Literarische Lesung mit Erfahrungsaustausch im Staatlichen Schulamt in Fritzlar
Das in Form einer Lesung vorgestellte Buch fördert Verständnis, indem es den Leser an die Hand nimmt: Der Fremde wird weniger fremd, sobald man ihn kennenlernt. Gerade in Zeiten, in denen die hetzende Polemik gegen Überfremdung in den Medien zunimmt, bietet das Buch mit seiner Sammlung kurzer Kolumnen zu zahlreichen Themen, die mit Geflüchteten zu tun haben, einen Beitrag zur Stärkung von Toleranz und Respekt.
Gleichzeitig regt die Lesung an zur Selbstreflexion der eigenen Rolle als Helfender im ehrenamtlichen Kontext: Helfen, was heißt das eigentlich?
Zielgruppe: Lehrkräfte aller Schulformen, ehrenamtliche Mitarbeiter

Termin: Mittwoch, 15.11.2017 von 16:00 bis 18:00 Uhr
Ort: Staatliches Schulamt,, 34560 Fritzlar, Raum 007

 

Lesung im Familienzentrum in Homberg Ohm

Beginn: 27.09.2017, 20:00 Uhr
Ort: Familienzentrum in Homberg Ohm  
 

Lesung im Rahmen der Interkulturellen Woche zum Tag des Flüchtlings

Beginn: 26.09.2017, 19:30 Uhr
Ort: Stockhausen bei Fulda  
 

 

Presseberichte

"Ich war die Mama."

 
„Amüsant, nachdenklich, lustig. Die Schriftstellerin Astrid Ruppert schrieb über ihre Zeit als Flüchtlingshelferin eine Art Tagebuch. “
Astrid Ruppert ist eine erfolgreiche Schriftstellerin und Drehbuchautorin. Jedes Jahr an Weihnachten läuft der Film »Obendrüber, da schneit es« im ZDF, der auf ihrem Buch basiert. Sie lebt im Homberger Ortsteil Ober-Ofleiden in einem idyllischen Fachwerkhäuschen, die Kinder sind groß. »Vieles hat geklappt in meinem Leben, es geht mir gut, ich kann als Schriftstellerin auf dem Land leben«, bilanziert sie.


Bis 2015 die ersten Kriegsflüchtlinge in den Vogelsberg kamen. Astrid Ruppert stellte fest, dass sie noch Kapazitäten hatte, und machte eine Fortbildung zur ehrenamtlichen Flüchtlingshelferin. »Ich fand das alles sehr anregend«, erzählt sie rund zwei Jahre später in ihrem Garten, umgeben von Blumen und summenden Bienen.

»Und ich merkte: Wenn ich rede, hören alle zu.« Daraus entstand die Idee, ihre Erlebnisse mit den Flüchtlingen in einer wöchentlichen Kolumne in dieser Zeitung zu veröffentlichen, als eine Art Tagebuch. Ein Jahr lang schrieb sie. Dieser Tage nun erschienen die Texte als Buch, gefördert von der Kirche. Es trägt den Titel »Tee mit Ayman«. Ayman ist einer der syrischen Flüchtlinge, die mit der großen Welle nach Europa gespült wurden. Sein Name ist ausgedacht wie alle anderen auch. Die Flüchtlinge leben in einer Unterkunft im Nachbardorf Nieder-Ofleiden. Ruppert fuhr mit ihnen zu Ämtern, füllte Formulare aus, organisierte Deutschkurse und Wohnungen, holte die jungen Männer spätabends aus der Stadt ab, weil kein Bus mehr fuhr. »Ich war die Mama. Ich habe alle als offen und neugierig empfunden und das war so anders, als ich gedacht hatte. Das wollte ich den Leuten mitteilen.«

Schon bald wurde sie im Supermarkt auf die Kolumnen angesprochen. »Ich wollte gegen die Skepsis und die Angst angehen«, sagt sie. Die Geschichten sind amüsant, nachdenklich, manchmal traurig, allesamt flott geschrieben. Viel Zeit verbringt sie mit den Flüchtlingen, mehr, als es ihrem Mann gefällt: »Mein Mann, der abends unterwegs war, hat die Zettel mit den Liebesliedern auf dem Esstisch liegen sehen und plötzlich war ihm das alles zu viel. Diese ganzen arabischen jungen Männer, die mich seiner Meinung nach anhimmeln und mich anlächeln und jetzt auch noch das: Liebeslieder! Ich schaue ihn verdutzt an. Anhimmeln?«

Mit Sipan, einem Flüchtling, verabredet sie einen Termin zur Wohnungsbesichtigung. »15 Uhr, Schlossgasse, okay?« Wer ist nicht da? Sipan. Leicht verärgert fährt Ruppert unverrichteter Dinge nach Hause, vorher aber noch bei der Bank vorbei. »Und wer steht da verfroren und wartend vor dem Kreditinstitut, mit einem breiten Lächeln im Gesicht, als er mich sieht? Sipan!« Er hat Sparkasse statt Schlossgasse verstanden.

Nach einem Jahr beendet Ruppert die Kolumne. »Ich bekam das Gefühl, auf der Stelle zu treten.« Inzwischen begegnen ihr allerdings schon wieder neue Themen: drohende Abschiebungen, Jobsuche, die Familienzusammenführung. »Jetzt frage ich mich: Wie geht es weiter mit der Integration?« Die Flüchtlinge können besser Deutsch und sich um vieles selbst kümmern. Nun, da die Frauen da sind, ziehen sich die Männer stärker in ihre Familien zurück, beobachtet Ruppert.

Das Buch erscheint im Selbstverlag, gefördert von der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Ihr Agent, erzählt die Schriftstellerin, hielt es von Anfang an für ein Nischenthema.

Als sie es selbst an die Verlage schickte, bekam sie keine Antwort. Für sie aber war das Jahr eine prägende Zeit. »Ich habe viel nachgedacht über Demokratie und Meinungsfreiheit und ich bin auch politischer geworden. Mir wurde etwas bewusst: Mein Gott, haben wir es gut.« (Foto: dar/pm)
 
Quelle: Alsfelder Allgemeine Zeitung

Tee mit Ayman - Geschichten, die zeigen, wie es wirklich ist

11.07.2017
 
„Dieses Buch ... hilft, Barrieren abzubauen und Ängste zu nehmen.“
Wie mittlerweile alle wissen dürften, habe ich im Selfpublishing-Verlag Tredition mein deutsch-arabisches Buch „Wir sehen alle denselben Mond“ veröffentlicht. Naturgemäß bin ich deshalb öfter Besucher der Website des Verlages und ich hab mir auch angesehen, was denn sonst noch für Bücher dort so erscheinen. Und ich habe auch schon die erste Perle gefunden. Das Buch heißt „Tee mit Ayman – Im Dialog mit Geflüchteten“ und wurde geschrieben von Astrid Ruppert.

Astrid Ruppert ist kein Newbie, sie weiß, was sie tut und das liest man auch. ‚Tee mit Ayman‘ ist bei weitem nicht ihr erstes Buch, sie hat bereits einige Romane und auch Drehbücher veröffentlicht. Und sie hat mir etwas voraus: Ihr erstes Buch wurde bereits verfilmt. ;-) Wer meine Postings rund um ‚Wir sehen alle denselben Mond‘ verfolgt hat, weiß, dass das mein Endziel (oder sollte ich sagen Traum) ist: die Verfilmung unserer Geschichte. Ein wenig mehr über Astrid Ruppert kann man hier auf der Verlagsseite nachlesen.

Astrid Ruppert und ich haben noch mehr Gemeinsamkeiten. Wir sind nicht nur beide Autorinnen bei Tredition, wir engagieren uns auch beide seit 2015 ehrenamtlich für Geflüchtete. Und auch Ihre Beweggründe unterschreibe ich vollumfänglich. Sie sagt von sich selbst, dass sie sich engagiert, „weil sie davon überzeugt ist, dass die Erde allen Menschen gleichermaßen gehört und man sich gemeinsam auf ihr arrangieren muss und kann.“

Das, was sie in ihrer täglichen Arbeit mit Geflüchteten erlebt hat, hat sie in lauter kleinen Geschichten aufgeschrieben. Geschichten, die jeder, der sich in der Flüchtlingshilfe engagiert, auf die ein oder andere Art schon erlebt hat. Ich fühlte mich beim Lesen in viele meiner eigenen Besuche bei den Menschen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak oder Iran oder auch aus Somalia, Eritrea und vielen anderen Ländern der Welt versetzt. „Tee mit Ayman“ zeigt, wie es ist. Dass zum Beispiel deutsche Pünktlichkeit schnell gelernt wird, allerdings manchmal an der Sprachbarriere scheitert. (Wer das Buch lesen wird, wird wissen, was ich meine. Eine meine Lieblingsgeschichten. *g) Und es gibt auch eine Geschichte mit dem Titel: „Familiennachzug“ Astrid Ruppert packt den Schmerz der Menschen, die um ihre Familien bangen und vor Sehnsucht vergehen auf einnehmende drei Seiten und ich fühle mit jeder Zeile, wie sie mitfühlt. Zwischen den Zeilen aller Geschichten erfährt man so ganz en passant, wie gut es einem selbst tun kann, wenn man anderen hilft.

Astrid Ruppert erzählt ganz einfach und unaufgeregt, wie es war, als sie diese oder jene oder auch die andere Geschichte erlebte. In einer klaren Sprache, die jeder versteht. Sie erzählt in der Ich-Perspektive und lässt uns so intensiv teilhaben an ihrem eigenen Erleben.

Auf dem Buchrücken steht eine Leserempfehlung von Ralf Müller von Evangelischen Dekanat Alsfeld: „Herausgekommen ist nicht nur ein Lese-, sondern auch ein Lehrbuch. Dieses gehört in die Hand eines jeden Freiwilligen in der Flüchtlingsarbeit.“

Herr Müller hat sicher Recht. Aber ich möchte unbedingt ergänzen: Dieses Buch gehört auch und vor allem in die Hand eines jeden Menschen, der sich bisher noch nicht für Flüchtlinge engagiert. Es hilft, Barrieren abzubauen und Ängste zu nehmen. Ich schreibe übrigens absichtlich nicht ‚Flüchtlingsarbeit‘. Klar, manchmal ist es anstrengend, kostet Zeit und Nerven. Aber insgesamt ist der Kontakt zu unseren neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgerinnen eine Bereicherung. Man lernt so viel, man bekommt so viel, und man erfährt auch einiges Neues über sich selbst.

Unbedingte Kauf- und Leseempfehlung. Es ist übrigens auch ein prima Geschenkbuch. Sogar für Menschen, die nicht sooo gerne lesen. Denn die einzelnen Geschichten sind sehr kurz. Und dennoch steckt mehr drin, als in manchem 300-Seiten-Roman.

Paperback, ISBN: 978-3-7439-2747-6
Hardcover, ISBN: 978-3-7439-2748-3
oder e-Book, ISBN: 978-3-7439-2749-0

 
Quelle: Mehralstext.de