Paperback

Chalet Grunewald

Bernhard Hagemeyer
Romanhafte Biografien

Die junge Familie Loewenberg flieht 1938 aus Berlin und findet wie Zehntausend andere Zuflucht im südamerikanischen Uruguay. Ihre Tochter Ines lernt den nach Montevideo entsandten Politik- und Wirtschaftsberater Franz Bernardt kennen. In Gesprächen im Freundes- und Bekanntenkreis, anhand von Fotografien, Briefen und Dokumenten aus ihrem Elternhaus wird er konfrontiert mit den Folgen der Judenpolitik der NS-Diktatur. Erfährt über Opfer und Täter. Und über Hans Globke, Oberregierungsrat im Berliner Reichsinnenministerium, von 1953 -1963 Chef des Bonner Kanzleramtes.

Der biografische Roman zielt auf eine geschichtliche Unmittelbarkeit, gestützt auf der Grundlage historisch belegter Tatsachen und den Erinnerungen einer noch lebenden Zeitzeugin, Ines Loewenberg.
 

Veranstaltungen

2. Bonner Buchmesse

Beginn: 15.10.2017, 13:20 Uhr
Ort: Bonn  
Mit seinem neuesten Roman Chalet Grunewald ist Bernhard Hagemeyer auf der 2. Bonner Buchmesse vertreten. Er stellt darüberhinaus seine früheren Editionen vor, u. a.: Besuchter Traum, Balkenstube, Corpus (Bildband). Download
 

 

Neuigkeiten

Lesung im Bonner LiteraturAusschank

15.03.2017
 
Am 15. März wird Bernhard Hagemeyer seinen vor kurzem veröffentlichten biographischen Roman „Chalet Grunewald“ vorstellen. Gestützt auf historische Tatsachen und die Erinnerungen einer Zeitzeugin erzählt der Roman das Schicksal der jüdischen Familie Loewenberg, die während der NS-Diktatur aus Berlin nach Uruguay floh, und von ihrem Leben im Exil. Mehr als siebzig Jahre nach dem NS-Faschismus in Deutschland fördert dieser Roman zugleich auch bisher noch weitgehend unbekannte Einzelheiten zutage. Download
 

 

Presseberichte

Das bewegende Schicksal der jüdischen Familie Loewenberg

03.12.2016
 
„Bernhard Hagemeyer hat über die Nachkriegs-Emigrantenszene in Südamerika einen Roman geschrieben“
Bernhard Hagemeyer zeigt auf eine GA-Meldung: Kulturstaatsministerin Monika Grütters wolle die NS-Wurzeln im Kanzleramt der Nachkriegszeit wissenschaftlich untersuchen lassen, liest der 76-jährige Rechtswissenschaftler vor. "Gründers zielt damit auf Hans Globke, den langjährigen Kanzleramtschef unter Adenauer." Globke, rechte Hand des Kanzlers von 1953 bis 1963, habe 1936 einen Kommentar zu den Nürnberger Rassengesetzen mutverfasst. Soweit die Meldung.
Hagemeyer hat sich daraufhin an Grütters gewandt: Er lasse in seinem neuesten Buch eine Zeitzeugin zu Wort kommen, die für 1957 eine Verbindung Globkes zu dem damals in Argentinien lebenden SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann vermute. Danach hätte der Politiker wohlmöglich den Mann, der die Deportation Hunderttausender Juden in die NS-Vernichtungslager organisierte, in Südamerika treffen wollen.
Eine steile These über den 1973 auf dem Godesberger Zentralfriedhof begrabenen Hans Globke, die Widerspruch auslösen dürfte. Der Historiker Erik Lommatzsch etwa bestreitet in seiner Globke-Biografie von 2009 jeglichen Kontakt zu Eichmann. 1961 hatte die Bonner Staatsanwaltschaft ein entsprechendes Ermittlungsverfahren eingestellt. Da war der "Fall Dr. Globke" mit dem Eichmann-Prozess in Israel politisch akut geworden.
Der Beueler Hagemeyer wiederum hat um seine Vermutung herum einen "biografischen Roman" über die jüdische Emigrantenfamilie Loewenberg in Uruguay gestrickt. Er hat Fotografien, Briefe und Dokumente ausgewertet. Und vor allem: Er hat die Geschichte der Flüchtlinge in Südamerika zum Leben erweckt, mit all ihrem Leid, dort auf ebenfalls geflohene Nazis getroffen zu sein. Bisher hat Hagemeyer politische Bücher veröffentlicht. Seit 2013 geht er im Selbstverlag ins Fiktionale. In seinem Roman "Balkenstube" stöberte er auf einem Dachboden, gleichsam im "Oberstübchen, einem Ort der Erinnerung". Nun kratzt Bernhard Hagemeyer an einem plötzlich hochaktuellen Thema. Warum habe sich ein herzkranker Kanzleramtschef 1957 auf eine zweitägige Flugreise begeben wollen, nur um kurz auf einem drittrangigen Empfang in Montevideo zu sprechen, wiederholt Hagemeyer damalige Medienfragen.
Seine Spekulation: Adolf Eichmann sei nicht weit gewesen. Der habe damals ja begonnen, möglicherweise Unliebsames auszupacken. Globke stornierte übrigens noch den Flug. Die Emigranten vor Ort hatten gegen seinen Besuch rebelliert. Autor Hagemeyer ist jetzt vor allem eines: sehr gespannt auf Grütters Forschungsprojekt.
 
Quelle: General-Anzeiger Bonn