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Auf dem Weg zu Fellinis "La Strada"

Filmanayltische Betrachtung der Geschlechterrollen auf der Straße des Lebens

Christian Ferrara
Film, Kunst & Kultur

Für ein paar tausend Lire kauft der gewalttätige Gaukler Zampano (Anthony Quinn) die naive Gelsomina (Giulietta Masina) ihrer Mutter ab, damit er für seine Wandervorstellungen eine Assistentin hat. Das zarte Geschöpf versucht vergeblich Zampanos Zuneigung zu gewinnen, während er sie demütigt und schlägt. In einem Zirkus begegnet Gelsomina dem freundlichen Seiltänzer Matto (Richard Basehart), der sich um sie kümmert und ihr eine Melodie auf der Trompete beibringt. Kurz darauf gerät Matto in einen Streit mit Zampano und wird von ihm erschlagen. Zampano kann die Spur zwar verwischen, verliert aber jeglichen Kontakt zu Gelsomina, die durch das Erlebnis der Mordtat in den Wahnsinn abgleitet. Er lässt sie am Straßenrand zurück. Als er Jahre später zufällig von Gelsominas Tod erfährt, bricht er weinend zusammen.

Zampanos gefühlskalter und zur Gewalt neigender Charakter beschreibt Arno Gruen in seinem Buch „ Der Verrat am Selbst“ in dem Kapitel „Die Entmenschlichung des Mannes und die Unterdrückung der Frau“ folgendermaßen: „Die Sucht nach Macht zerstört die Seele des Mannes. In seinem blinden Beharren darauf mindert er sich selbst und die Frau die er dazu braucht, herab um sich zu bestätigen.“
Zampano verachtet sich zutiefst. Seine Wanderfahrten durch das Land sind eine Flucht vor sich selbst und Gelsominas zartes Wesen auf der Suche nach Halt und Liebe konfrontiert ihn unentwegt mit seiner eigenen emotionalen Unfähigkeit. Seine Hilflosigkeit äußert sich in Aggression und Demütigung, die er an Gelsomina aus lässt und doch vielmehr gegen sich selber richtet. Gruen schildert zu diesem Verhalten weiter: „Männer sind in einem Dilemma. Sie fürchten die Frau, die ihnen doch so wichtig für ihre eigene Selbstbestätigung ist. Wir bedürfen der Illusion eine Frau zu besitzen um unsere Einmaligkeit zu bestätigen. Und doch geben wir Frauen insgeheim der Verachtung preis, um zu verbergen wie wir ihren Wert missbrauchen.“
La Strada- Der Weg, führt zu einem universellen Aspekt, dem Mangel an Menschlichkeit und Liebe in der Welt.....
Eine filmanalytische Betrachtung der Geschlechterrollen auf der Straße des Lebens- damals und heute.