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Flussmonster

Wenn der Mensch zur Beute wird

Christian Kemper
Naturwissenschaften & Technik

Der Gedanke, irgendwann einmal tot zu sein, schreckt uns moderne
Menschen nicht sonderlich. Der Prozess des Sterbens jagt uns da schon eher einen Schauer über den Rücken. Und die Vorstellung, von einem Raubtier lebendig gefressen zu werden, löst erst recht Panik in uns aus. Deswegen haben wir vor Krokodilen so viel mehr Angst als zum Beispiel vor Flusspferden. Beide Tierarten töten Menschen. Aber Flusspferde sind generell passive Tiere, sie verteidigen nur ihr Territorium. Für sie sind wir Eindringlinge. Krokodile hingegen machen aktiv Jagd auf uns –
für sie sind wir Beute! Haben Krokodile Menschen auf schreckliche,
„bestialische“ Weise getötet und gefressen? Ja, und sie haben uns
dadurch eine bestimmte Perspektive eröffnet: Tot zu sein ist eine Sache
in der menschlichen Psyche, Fleisch zu sein eine ganz andere …