"Claudia Sperlich" - Autor bei Tredition.de
 

       

Claudia Sperlich

Jahrgang 1962, beheimatet in Berlin und in der katholischen Kirche, Dichterin, Übersetzerin der lateinischen Sprache, Bloggerin, Rezitatorin.
 

Neuigkeiten

Autorenseite

30.07.2017
 
Autorenseite mit Bibliographie und Blog.
 

 

Presseberichte

Horror mit feiner Feder

02.06.2017
 
„Dreizehn Geschichten reihen sich in Claudia Sperlichs neuem Büchlein scheinbar unschuldig aneinander und erinnern an Kafka („Das Amt“), Stanilaw Lem („Die Befreier“) und Edgar Allan Poe („Weihnachtsfeier mit Autorenlesung“). Alle Geschichten zeichnet eine aufmerksame Feinfühligkeit aus, verbunden mit dem Verzicht auf Verurteilungen. Um so kälter läuft es dem Leser den Rücken herunter, wenn ihm selber klar wird, womit er es zu tun hat, um so mehr, wenn der Sprecher sich nicht als böse versteht sondern als gut und beispielsweise aufrichtig hofft, dass man eines Tages keine behinderten Föten mehr entsorgen muss („Genetisch einwandfrei“).“
Die Berlinerin Claudia Sperlich ist bislang vor allem mit Liedern und Gedichten in Erscheinung getreten, die Zeugnis von christlicher Auferstehungshoffnung ablegen. Mit ihrem neuen Kurzgeschichtenband Die Befreier beweist sie, dass sie das Zeug zu einer Horror-Autorin hat. Da gibt es zum Beispiel einen nicht näher bestimmten Rotary Club, wo man als Künstler nur unter größter Vorsicht auftreten sollte. Und das „Amt für Weiteres“, wo man ohne Lateinkenntnisse zum Teufel geht, das meidet man am besten ganz.

Dreizehn Geschichten reihen sich in Claudia Sperlichs neuem Büchlein scheinbar unschuldig aneinander und erinnern an Kafka („Das Amt“), Stanilaw Lem („Die Befreier“) und Edgar Allan Poe („Weihnachtsfeier mit Autorenlesung“). Alle Geschichten zeichnet eine aufmerksame Feinfühligkeit aus, verbunden mit dem Verzicht auf Verurteilungen. Um so kälter läuft es dem Leser den Rücken herunter, wenn ihm selber klar wird, womit er es zu tun hat, um so mehr, wenn der Sprecher sich nicht als böse versteht sondern als gut und beispielsweise aufrichtig hofft, dass man eines Tages keine behinderten Föten mehr entsorgen muss („Genetisch einwandfrei“).

Die Welt, in der Sperlichs Geschichten handeln, ist erkennbar unsere, leicht überzeichnet. Stellenweise nur sehr leicht: Wenn einer Arbeitslosen die Leistungen gestrichen werden, weil sie nicht als “Vollstreckerin” arbeiten will („Ein Job fürs Leben“), dann ist die Analogie zu Hebammen oder Ärzten, die ihren Arbeitsplatz verlieren, weil sie nicht an Abtreibungen mitwirken wollen, nur deshalb nicht sofort offensichtlich, weil Deutschland keine Todesstrafe hat.

Das Büchlein lohnt sich, kostet nicht viel (im Paperback 7,99 Euro) und macht Appetit darauf, dass Claudia Sperlich einmal etwas richtig Langes schreibt.
 
Quelle: http://alcedoschreibt.de/

Dystopismus auf katholisch

30.05.2017
 
„Der Band enthält dreizehn souverän erzählte Geschichten, launig-humorige Episoden aus dem Alltag wechseln sich mit düsteren Zukunftsvisionen ab, deren Grauen unverkennbar durch die Texte hindurchschimmert: die nicht vorherzusehenden, letztlich unkontrollierbaren Folgen der Gentechnik werden ebenso angesprochen wie die Tatsache, dass eine Strafrechtsordnung mit Todesstrafe Henker (m/w) braucht – ein ganz normaler Job, vermittelbar über die Arbeitsagentur. Diese und andere Behörden nimmt die Verfasserin gekonnt und – so darf man annehmen – vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen satirisch ins Visier. Das ist nicht neu – im Gegenteil: Humoristen von Kishon bis Loriot nehmen die ebenso behäbige wie selbstherrliche Verwaltung allzu gern auf die Schippe. Immer wieder gut, wenn Literaten über das Ventil einer gelungenen Satire stellvertretend Luft ablassen.“
Claudia Sperlich ist ein kritischer Geist. Sie thematisiert, was schief liegt in unserer Gesellschaft, führt es logisch konsistent ad absurdum. Ihr Blick in eine (möglicherweise nicht allzu ferne) Zukunft der Genoptimierung öffnet dem Leser die Augen. Besonders schaurig macht es die Erzählungen, wenn die Horrorvisionen aus der Sicht ihrer Protagonisten projiziert werden. Das macht sie erschreckend plausibel.

Man sei heute so weit, lässt Claudia Sperlich einen Wissenschaftler zu Wort kommen, Föten mit Hilfe der „Gentherapie“ zu behandeln: „Die DNA wird aufgeschlüsselt, fehlerhafte Gene durch intakte, aus anderen Föten gewonnene, ersetzt. Zwar gelingt es dadurch nicht immer, alle Defekte zu vermeiden. Auch gibt es im jetzigen Stadium der Forschung noch einen Fehlerquotienten von fast zwanzig Prozent – in diesen Fällen werden aus bisher unbekannten Gründen die implantierten intakten Gene abgestoßen, so daß im Ergebnis nicht ein Gen fehlerhaft ist, sondern ein Gen fehlt. Solche Föten sind oft nicht lebensfähig oder schwer behindert und werden entsorgt. Ich bin jedoch zuversichtlich, daß hier innerhalb der nächsten fünf Jahre ein Weg gefunden wird. Bis dahin müssen wir mit dem Ausfall leben“.

In der Titelerzählung „Die Befreier“ persifliert die Autorin das radikalökologische Denken einiger Tierrechtler, das in Diskussionen schon mal in der grotesken Forderung gipfelt, Tiere und Menschen gleich zu behandeln, also jenen wie diesen Freiheit zu gewähren. Welche Folgen ein solches „Zurück zur Natur!“ hätte, das im Diskurs längst von dem weniger revolutionär klingenden „Raus aus dem Anthropozentrismus!“ ersetzt wurde, zeigt Sperlich. Eine Welt, in der nicht der Mensch im Mittelpunkt steht und seine Umwelt gestaltet, sondern diese umgekehrt den Menschen und die Gesellschaft, ist eine grausame – für die Menschen, und für die allermeisten Tiere auch.

Um das schlanke Bändchen nicht zu schwer werden zu lassen, streut die Autorin immer wieder nette Happen aus dem Alltag ein, wie die Anekdote über den dichtenden Onkel („Da reimt sich dann Herz auf Schmerz, Liebe auf Triebe und – zu Ostern – Hase auf Nase“) oder die Einladung zu einer Lesung, veranstaltet von einer ziemlich obskuren Gesellschaft. Doch schon bald geht es wieder um Jobangebote vom Teufel („Amt für Weiteres“), um die Sehnsucht nach einem Kind oder um die allzu vertraute Hetze gegen Flüchtlinge und all jene, die nicht mithetzen mögen.

Am ehesten noch lässt sich Claudia Sperlichs Erzählband zwischen Gesellschaftssatire und Politischem Utopismus einordnen, mit einer christlichen Grundierung, die ihrerseits katholisch geprägt ist. Und während man bei einigen Vertretern utopischer Literatur nicht sicher ist, ob sie ihre Entwürfe affirmativ formulierten, auch dann nicht, wenn sie erschreckend sind und daher als anti-utopische oder dystopische Entwürfe erscheinen (etwa bei Skinner, der in „Waldon Two“ seinen Behaviorismus konsequent anwenden lässt – mit irren Folgen), so weiß man bei Claudia Sperlich, dass sie die skizzierten Modelle des Künftigen aus tiefstem Herzen ablehnt.

Mit „Die Befreier“ hält man ein Stück unterhaltsam geschriebener Gegenwartsanalyse in Händen, die klar Position bezieht. Dadurch, dass entscheidende Themen angerissen werden, vor allem aber dadurch, dass ruhig und gelassen erzählt wird, wie es morgen werden könnte, wenn fortgesetzt wird, was heute mehrheitsfähig ist – oder auf direktem Weg dazu. Claudia Sperlich scheut nicht die unzeitgemäße Warnung vor den unguten Tendenzen unserer Tage: Biozentrismus, Transhumanismus, Sozialfaschismus. Ein wichtiges Buch.
 
Quelle: https://jobo72.wordpress.com/

Von Verwandten, Nachbarn und anderen Dämonen

12.05.2017
 
„Nicht zuletzt dank ihrer präzisen, Klischees und Plattitüden gekonnt vermeidenden Sprache gelingt Claudia Sperlich die Balance zwischen Unterhaltung und Tiefsinn. Der 108 Seiten umfassende Band liest sich schnell und leicht, hinterlässt aber Eindruck. “
Diesmal ist es eine Sammlung von Kurzgeschichten, zum Teil mit phantastischen Elementen, zum Teil mit Zügen dystopischer Science Fiction, meist angereichert mit einer beträchtlichen Portion schwarzen Humors. Und siehe da: Das kann sie auch!

(Was für mich persönlich zugegebenermaßen keine so große Überraschung war, zumal ich einen Teil der Geschichten bereits bei Lesungen in einer Bar in einem ehemals besetzten Haus in Friedrichshain hören durfte. Sie passten gut ins Ambiente und kamen beim Publikum ausgezeichnet an.)

"Die Befreier - 13 Geschichten von Verwandten, Nachbarn und anderen Dämonen" hat Claudia ihr neues Buch genannt; und gerade der Untertitel ist ausgesprochen treffend gewählt. Dämonisch geht es in vielen der Geschichten zu. Mal sitzt der Dämon leibhaftig, komplett mit schwarzem Pelz und Spalthuf, auf dem Schreibtisch und versucht einer um Fassung bemühten Briefschreiberin Bosheiten in die Feder zu diktieren; mal tarnt er sich als Sachbearbeiter einer obskuren Behörde oder als Gastgeberin einer Wohltätigkeitsveranstaltung; und manchmal steckt er auch in den Objekten selbst, sei es in einem Fahrrad, das, mit genmanipuliertem Pflanzenöl geschmiert, ein unberechenbares und höchst aggressives Eigenleben entwickelt, oder in einem antiken Füllfederhalter, den die Ich-Erzählerin als Erbstück von einem exzentrischen Verwandten erhalten hat.

Im Vergleich zu solcher Phantastik kommen andere Geschichten des Bandes ganz realistisch und zum Teil sogar fast alltäglich daher; aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Auch hier gibt es praktisch immer einen doppelten Boden. Man kann sagen, das verbindende Element aller dreizehn Texte ist eine gewisse Abgründigkeit. Die Hauptcharaktere der zum überwiegenden Teil in Ich-Form erzählten Geschichten befinden sich - teils mehr, teils weniger offensichtlich - in Grenzsituationen. Es geht immer um Alles. Und extreme Situationen erfordern eben auch extreme Maßnahmen. Dass eine Ich-Erzählerin darüber phantasiert, einem unangenehm jovialen Onkel vor versammelter Verwandtschaft eine volle Kaffeekanne an den Kopf zu werfen, ist da vergleichsweise noch der leichteste Fall.

Einen Teil der Geschichten siedelt die Autorin in einer möglichen nahen Zukunft an - und die sieht nicht rosig aus: Da soll nach der Wiedereinführung der Todesstrafe eine arbeitslose Metzgerin zur Henkerin umgeschult werden; da wandeln sexuell gehemmte Wissenschaftler auf Frankensteins Spuren, um sich durch Genmanipulation die perfekte Partnerin zu "erschaffen"; da bringen militante Tierbefreier, ohne selbst die Konsequenzen ihres Handelns zu überschauen, die Zivilisation zu einem mindestens partiellen Zusammenbruch. In diesen Zukunftsvisionen, ebenso aber auch in einigen der anderen Texte der Sammlung artikuliert sich ein starkes Interesse der Autorin an ethischen Fragen - gepaart mit einem nicht geringen Maß an Skepsis gegenüber gewissen Erscheinungsformen des wissenschaftlich-technologischen und gesellschaftlichen "Fortschritts". Nicht nur in diesem Zusammenhang spielt auch der katholische Glaube der Autorin immer wieder eine Rolle in ihren Geschichten - mal ganz offen, mal eher durch die Hintertür.

Nicht zuletzt dank ihrer präzisen, Klischees und Plattitüden gekonnt vermeidenden Sprache gelingt Claudia Sperlich die Balance zwischen Unterhaltung und Tiefsinn. Der 108 Seiten umfassende Band liest sich schnell und leicht, hinterlässt aber Eindruck.
 
Quelle: http://mightymightykingbear.blogspot.de/

Hymnen der Kirche

30.10.2016
 
„ Claudia Sperlich, die sowohl ihre Muttersprache Deutsch als auch die Fremdsprachen Englisch, Französisch und Latein beherrscht, ist es hier gelungen, Übersetzungen der Texte aus der Originalsprache anzubieten, die sowohl dem Original ganz treu bleiben als auch dem modernen Sprachempfinden gerecht werden.“
Als kleines Textbeispiel sei ein Vers aus dem „Dies iræ“ angefügt. Der lat. Text: „Quaerens me, sedisti lassus, Redemisti crucem passus, Tantus labor non sit cassus”, der traditionell wie folgt übersetzt wird: „Bist mich suchend müd gegangen, Mir zum Heil am Kreuz gehangen, Mög dies Mühn zum Ziel gelangen“, erhält hier folgende Übertragung: „Nach mir suchend saßest Du erschöpft, kauftest los mich durch Dein Leid am Kreuz, nicht umsonst sei so viel Mühsal.“ Keine inhaltlichen Diskrepanzen, aber eine moderate moderne Sprache lassen die alten, meist lateinischen, Hymnen dem Sprachempfinden des heutigen Menschen entgegenkommen und ihm einen Zugang zu diesen altehrwürdigen Texten vermitteln.
 
Quelle: http://kath.net/

Zyklische Sonette

30.10.2016
 
„Bei der Lektüre ihrer Texte spürt man, dass sie in der Welt der Sprachen beheimatet ist, ja sie beherrscht, mit ihnen umgehen kann und so den Leser in die Schönheit ihrer Texte und ihrer Sprache hineinnimmt.“
... In sprachlicher Meisterschaft versteht es die Autorin, die Geschichte Gottes mit dem Menschen und die Sehnsucht der Menschen zu formulieren und in wunderbare Verse einzubinden. ...
 
Quelle: http://kath.net/