Paperback

Die Befreier

13 Geschichten von Verwandten, Nachbarn und anderen Dämonen

Claudia Sperlich
Romane & Erzählungen

Dreizehn kurze Geschichten über Dinge, die besser nicht geschehen wären - teils realistisch, teils dystopisch, mit Gruselanteilen.

Auszug:
Bundeswehrhubschrauber kreisten anderntags über der Stadt. Bundespräsident und Bundeskanzlerin hielten ernste Reden, sprachen den Opfern ihren Respekt und den Angehörigen ihr Beileid aus und mahnten, die Anweisungen der Sicherheitskräfte zu befolgen und Ruhe zu bewahren, wiederholten im Wesentlichen die Ratschläge der Polizei. Stündlich wurde berichtet, in welchen Bezirken Großkatzen und Bisons gesichtet worden waren. Teltowkanal, Spree und Havel wurden zu Gefahrenzonen erklärt wegen der Krokodile und Alligatoren. Ein Sprecher von Greenpeace äußerte sich bestürzt und prognostizierte verheerende Folgen für die Fischpopulation. Die blieben allerdings aus; bisher fügen sich die Gäste gut ins Ökosystem ein.
 

Presseberichte

Horror mit feiner Feder

02.06.2017
 
„Dreizehn Geschichten reihen sich in Claudia Sperlichs neuem Büchlein scheinbar unschuldig aneinander und erinnern an Kafka („Das Amt“), Stanilaw Lem („Die Befreier“) und Edgar Allan Poe („Weihnachtsfeier mit Autorenlesung“). Alle Geschichten zeichnet eine aufmerksame Feinfühligkeit aus, verbunden mit dem Verzicht auf Verurteilungen. Um so kälter läuft es dem Leser den Rücken herunter, wenn ihm selber klar wird, womit er es zu tun hat, um so mehr, wenn der Sprecher sich nicht als böse versteht sondern als gut und beispielsweise aufrichtig hofft, dass man eines Tages keine behinderten Föten mehr entsorgen muss („Genetisch einwandfrei“).“
 
Quelle: http://alcedoschreibt.de/

Dystopismus auf katholisch

30.05.2017
 
„Der Band enthält dreizehn souverän erzählte Geschichten, launig-humorige Episoden aus dem Alltag wechseln sich mit düsteren Zukunftsvisionen ab, deren Grauen unverkennbar durch die Texte hindurchschimmert: die nicht vorherzusehenden, letztlich unkontrollierbaren Folgen der Gentechnik werden ebenso angesprochen wie die Tatsache, dass eine Strafrechtsordnung mit Todesstrafe Henker (m/w) braucht – ein ganz normaler Job, vermittelbar über die Arbeitsagentur. Diese und andere Behörden nimmt die Verfasserin gekonnt und – so darf man annehmen – vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen satirisch ins Visier. Das ist nicht neu – im Gegenteil: Humoristen von Kishon bis Loriot nehmen die ebenso behäbige wie selbstherrliche Verwaltung allzu gern auf die Schippe. Immer wieder gut, wenn Literaten über das Ventil einer gelungenen Satire stellvertretend Luft ablassen.“
 
Quelle: https://jobo72.wordpress.com/

Von Verwandten, Nachbarn und anderen Dämonen

12.05.2017
 
„Nicht zuletzt dank ihrer präzisen, Klischees und Plattitüden gekonnt vermeidenden Sprache gelingt Claudia Sperlich die Balance zwischen Unterhaltung und Tiefsinn. Der 108 Seiten umfassende Band liest sich schnell und leicht, hinterlässt aber Eindruck. “
 
Quelle: http://mightymightykingbear.blogspot.de/