"PPP-Schulstudie" von Dr. Jörg Christen
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PPP-Schulstudie

Eine Untersuchung zur Wirtschaftlichkeit von Bau und Instandhaltung bei 880 konventionellen Schulen und 50 PPP-Schulprojekten

Dr. Jörg Christen, Raffaele Guerriero
Fachbücher

Der Investitionsstau bei den 44.000 Schulen in Deutschland betrug im Jahr 2019 laut KfW-Kommunal-Panel 42,8 Mrd. €. Eine wesentliche Ursache hierfür sind zu niedrige Instandhaltungsbudgets. Die Ist-Budgets der über 800 konventionell errichteten und betriebenen Schulen liegen mehr als 50% unter Soll. Bei den konventionellen Schulen wird damit der seit Jahren in Fachkreisen bekannte Richtwert der KGSt für die Dotierung von Instandhaltungsbudgets nicht eingehalten, er liegt p.a. bei 1,2% der Wiederherstellungs-kosten. Dabei ermöglicht dieser Richtwert keinen Luxusstandard, sondern ein Instandhaltungsniveau in einem mittleren Bereich über 25 Jahre. Dies wird im Rahmen dieser Untersuchung durch Auswertung der Instandhaltungskalkulation einer PPP-Referenzschule, des BNB-Leitfadens für Unterrichtsgebäude, Fachliteraturwerten sowie Expertenbefragungen qualitativ unterlegt. Die Instandhaltungskalkulation der PPP-Referenzschule von der Firma VINCI Facilites SKE GmbH ist im Anhang abgedruckt.

Die untersuchten 50 PPP-Projekte von bundesweit 43 Kommunen und 13 PPP-Firmen weisen dagegen 12-31% günstigere Baukosten bei gleichartigen Qualitäten, über 30% kürzere Bauzeiten und deutliche Vorteile bei der Instandhaltung auf. Instandhaltungs-niveau und -budgets liegen im mittleren Soll-Bereich, außerdem ist das Instandhal-tungsmanagement effizient organisiert: Sog. Service Levels definieren für die wesentlichen Bauteile die einzuhaltenden Qualitäten. Es gibt Nutzeransprüche auf Einhaltung von Reaktions- und Behebungszeiten und automatische Entgeltkürzungen, wenn die Soll-Vorgaben nicht erfüllt werden. Bauteilspezifische Instandhaltungskalkulationen mit Kostenobergrenzen zählen zum Standard. Dazu kommen Rücklagenkonten zum schnellen Mittelabruf, was von Bauverwaltungen als „Quantensprung“ bezeichnet wird. Trotz doppelt hoher Instandhaltungsbudgets sind die PPP-Lebenszykluskosten c.p. niedriger als bei konventionellen Vergleichsprojekten.