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Gisels blaue Stunde

Eine Novelle

Eckhardt Momber
Romane & Erzählungen, Romanhafte Biografien

Gisel weiß am Nachmittag des 10. Oktober 1966 noch nicht, dass sie ihren anstehenden 50. Geburtstag nicht mehr zusammen mit ihren vier Kindern und der Familie erleben wird. Weil sie den Mittagszug verpasst, der sie dann erst am Abend nach Köln bringen soll. Also könnte sie jetzt wieder mal ins Kino gehen. Eigentlich aber ist es endlich Zeit geworden für etwas ganz anderes, ihr tieferes Anliegen. Sie wird die Briefe, die sie lebenslang an ihren ersten Mann und andere Menschen geschrieben hat, ein letztes Mal lesen und ihr Leben so Revue passieren lassen. Gegen den entschiedenen Willen ihres zweiten Mannes, eines Landarztes und Astrologen, in dessen Ansprüchen auf die Führung einer Ehe sie sich gefangen fühlt.
Leider will er an jenem, unvorhergesehenerweise letzten Nachmittag noch einmal vorbeikommen, um für immer von ihr Abschied zu nehmen. Was Gisel gar nicht recht ist. Weil es zu ihrer blauen Stunde sein wird. Ein schwer zu überlebender Zeitraum für diese hoch empfindsame, gleichwohl mutige Frau.
Gisels Tod bleibt ein Rätsel.