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Geschichtsforschung und Archivwissenschaft

Das Institut für Österreichische Geschichtsforschung und die wissenschaftliche Ausbildung der Archivare in Österreich

Ernst Zehetbauer
Sachbücher, Politik & Geschichte

Geschichtsforschung und Archivwissenschaft – Einheit oder Gegensatz? In der inzwischen 160-jährigen Geschichte des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung in Wien, oft gerühmt für seinen umfassenden Betrieb der Historischen Hilfswissenschaften, scheint das eine bisweilen ebenso schwer zu fassen zu sein wie das andere. Dennoch dominieren diese Begrifflichkeiten bis heute das äußere Angesicht des Instituts und der dort traditionell betriebenen Ausbildung österreichischer Archivare – eineinhalb Jahrhunderte lang als geradezu sprichwörtlicher „Kurs“, seit einigen Jahren als zeitgemäßes Masterstudium. Für jene nicht wenigen Historiker jedoch – und auch für das sonst einschlägig interessierte Publikum –, die das Institut bisher nicht oder selbst nur vom Hörensagen kannten, unternimmt das vorliegende Buch einen ebenso persönlichen wie ungeschönten Blick nicht nur auf das spezielle historische Herkommen sondern auch auf die zeitgeschichtlich-aktuellen Umstände dieser altehrwürdigen Institution. Unter Heranziehung zahlreicher Originaldokumente wird die Entwicklung des Instituts und der seine organisatorischen Strukturen tragenden Ideen und Vorstellungswelten von den besonderen Umständen der altösterreichischen Monarchie über die Brüche zweier Weltkriege hinweg bis zu den bislang letzten Entwicklungen des 21. Jahrhunderts verfolgt, wobei die eng mit der Institutsgeschichte verknüpfte Entwicklung des österreichischen Archivwesens parallel dazu mitbetrachtet wird. Das Buch versteht sich solcherart auch als ein Beitrag zur Geschichte der Universität Wien, zur Geschichte der Historischen Hilfswissenschaften in Österreich sowie zur Theorie geschichtswissenschaftlicher Erkenntnis.