Hardcover

als die wahrheit noch männlich und katholisch war

Eine Frauenbiografie

Franziska Maria Papst
Romanhafte Biografien, Religion & Spiritualität, Theologie

„D u bist nicht frei“, hallte eine feine sanfte Stimme durch den Kirchenraum, „aber i c h. Meine Gedanken haben den Turm klein gemacht.“ Die Gedanken? Die Heilige Barbara sprach in Rätseln.
„Jede Kommunikation, in der wir aufwachsen, trägt eine ganz eigene Logik in sich“, meinte Barbara. „Genauso ist es mit der katholischen Kirche. Die Menschen, die sich dieser Gemeinschaft zuordnen, kommen überein, in einer bestimmten Art und Weise zu denken. Je besser du in diese Gesellschaft hineinpasst, desto glücklicher wirst du darin sein.“
„Und dann gibt es Menschen, die nicht hineinpassen…“, seufzte ich.
„Genau das ist dir passiert“, nickte die Heilige. „Du konntest dich dem Frauenbild der katholischen Kirche nicht mehr anpassen. Das hat dich verwirrt.“

„als die wahrheit noch männlich und katholisch war“ erzählt eine Liebesgeschichte. Die Protagonistin Babette verliebt sich in den patriarchalen Lucien, gründet eine gut-katholische Familie und stößt bald an ihre persönlichen Grenzen. In ihrer ausweglos scheinenden Situation begegnet Babette der Heiligen Barbara – in Form einer kleinen Holzstatue - und lässt sich von ihr aus ihren Denkmustern herausführen.
Die Beziehungsgeschichte von Babette und Lucien spiegelt die Struktur der Institution „Katholische Kirche“ und ihren Umgang mit Macht wider. Es ist die Biographie einer Frau, die durch ihre spirituelle und priesterliche Begabung herausgefordert wird und schmerzhaft lernt, weshalb religiös begründete hierarchische Machtverhältnisse so stabil sind und Missbrauch in jeder Form begünstigen. Es ist aber auch die Liebesgeschichte einer Frau zum katholischen Glauben und einer sehr persönlichen Antwort auf die Gottesfrage.
In ihrer tiefgründigen Analyse verknüpft die Autorin fundiertes theologisches Fachwissen mit einer lebendigen Spiritualität.