Paperback

Neues Leben

Erzählungen

Gerald Dunkl
Romane & Erzählungen

"Neues Leben" handelt von der psychosomatischen Erkrankung Martha M.s, einer Frau im mittleren Alter. Wie der Titel schon andeutet, geht es dem Autor dabei nicht um eine dokumentarische Behandlung des Krankheitsverlaufs aus medizinischer Sicht. Vielmehr beläßt er seine Darstellung in den Bereich einer psychoanalytischen Symbolik, wenn er das zentrale Ereignis nicht metaphorisch nimmt, sondern als wirklich hinstellt.

Dennoch verwendet der Autor den Stil des Berichts als erzählerisches Gestaltungsmittel. So beginnt die Erzählung (ähnlich wie bei Kleist und Kafka) völlig unvermittelt mit einer Tatsache „Eines Morgens erwachte Martha M. mit einem merkwürdigen Gefühl im Hals.“ Mit diesem Griff werden dem Leser zwar alle traditionellen Einfühlungsmöglichkeiten verwehrt, es hat aber wegen seiner „Sprödigkeit“ eine eindringliche Wirkung auf ihn.

Dabei läßt der Autor die Dinge für sich sprechen, erliegt nicht der Versuchung das verunsicherte, reduzierte Leben der Protagonistin einer Kommentierung zu unterwerfen. Er liefert nur die Hinweise, aus denen sich der Leser selbst ein Bild machen muß.

Die beiden Kurzerzählungen "Kidurf" und "Eselsohr" können als zwei surreale Metamorphosen aufgefaßt werden.