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Die Inszenierung von Popstars in Musikclips

Am Beispiel der androgynen Darstellung Madonna

Gudrun Holtz
Wissenschaftliche Arbeiten

Durch die massenmediale Verbreitung, durch kommerzielle Interessen ihrer Produzenten und die dadurch entstandenen neuen Rezeptionsformen wurde Musik „populär“. Sie wurde aus ihren ursprünglichen Bedeutungszusammenhängen gerissen, wurde überformt und den industriellen Produktionsbedingungen unterworfen. Die Musik ist heute durch die elektronischen Medien (Radio, Fernsehen und Internet) allgegenwärtig. Mit der allgegenwärtigen Popmusik entstand der Typus des Popstars. Popmusik hat ein Bedürfnis nach einem Starkult. Im Vergleich dazu: Die Techno- Szene zeichnet sich durch die bewußte Abwesenheit des Individuell menschlichen aus. Ihren Schwerpunkt legt sie auf das Maschinelle in ihrer Musik. Der Musikkonsum stieg durch die massenmediale Verbreitung, besonders bei Jugendlichen, die sich in der sensiblen Phase der Pubertät befanden. Gleichzeitig wurde die Musik inhaltsloser, weil Texte fehlten. Heute ist die wissenschaftliche Untersuchung des Phänomens Popmusik als Untersuchungsgegenstand der Kulturwissenschaften etabliert. Man untersucht Gebrauchsweisen von Musik, Fanverhalten jugendlicher Subkulturen, musikalische Hits, musikalische Materialentwicklungen, unterschiedliche Förderungsformen der Musikkultur sowie verschiedene Musikstilistiken. Die umfangreichen Theorien über das Gestaltphänomen der populären Musikkulturen erfordern eine interdisziplinäre Herangehensweise, um die vielfältigen Facetten besser greifen zu können. In der Hauptsache wird der musikkulturelle Alltag unter dem Blickwinkel der Strukturen der modernen Musik- und Medienindustrie, ihrer Werbe- und Promotion- Tätigkeit und den Entwicklungen von Videos und CDs wissenschaftlich betrachtet. Der Starkult bildet dabei das Stiefkind der wissenschaftlichen Untersuchung. Er wurde als Fixpunkt musikindustrieller Strukturen, die seine Funktionsweise in der modernen Unterhaltungsindustrie begründen, mit untersucht.