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Hamburgs Geschichte einmal anders – Entwicklung der Naturwissenschaften, Medizin und Technik, Teil 3.

Nuncius Hamburgensis – Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaften, Band 20.

Gudrun Wolfschmidt
Sachbücher, Biografien & Erinnerungen, Naturwissenschaften & Technik, Unterhaltung & Kultur

Nach den bereits zwei Bänden in der Reihe Hamburgs Geschichte einmal anders (Teil 1, 2007, und Teil 2, 2009) liegt jetzt Teil 3 (2011) vor. In diesem Band der Reise Nuncius Hamburgensis werden zunächst Informationen zum Namensgeber „Wandsbecker Bothe“ von Matthias Claudius geliefert. Anknüpfend an einen Artikel über Jacob Struve (1755–1841) als Direktor des Christianeums in Altona, stellt Viktor Abalakin aus St. Petersburg die berühmte Astronomenfamilie Struve vor, die ihren Ursprung in Altona mit seinem Sohn Friedrich Georg Wilhelm Struve (1793–1864) nahm. Der Artikel von Jürgen Kost geht auf die Firma Repsold in Hamburg ein. Gründer der Firma war Johann Georg Repsold (1770–1830), der auch die Sternwarte am Millerntor 1825 initiierte. Mit seinen Söhnen Adolf (1806–1871) und Georg Repsold (1804–1885) begann der Aufstieg der Hamburger Firma Repsold, die bis 1919 bestand und Instrumente in alle Welt lieferte.
Der Beitrag von Detlev Machoczek thematisiert die Bedeutung des Zeitballs im Hamburger Hafen und den Bau eines Modells (2011) durch Heinz Otto Kult, organisiert vom Förderverein Hamburger Sternwarte. 1875 wurde Zeitball auf dem Kaiserspeicher errichtet, der zum Wahrzeichen im Hamburger Hafen wurde und den Schiffen ermöglichte, ihre Chronometer mit der genauen Zeit aus der Sternwarte abzustimmen. Katrin Cura widmet sich dem Hamburger Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge (1794–1867), der die Grundlagen der Teerfarben schuf, aber zum Beispiel auch die königsblaue Tinte erfand und vieles mehr. Frau Antje Zare stellt das neue Medizinhistorische Museum der Universität Hamburg vor.
Es folgen Beiträge zur Kultur- und Technikgeschichte: Der Artikel von Constantin Canavas beleuchtet den Kaffeehandel in der Hamburger Speicherstadt, eine beeindruckende Bauleistung der Kaiserzeit in neogotischem Stil mit bemerkenswerter technischer Infrastruktur für die Lagerung hochempfindlicher Waren, geprägt durch Farben und Düfte des Orients. Roland Kübitz-Schwind (Kiel) stellt wichtige Gewerbe- und Industrieausstellungen in Deutschland (1790 bis 1914) vor – Technik im Kontext mit Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft; als Beispiele werden besonders Hamburg und Schleswig-Holstein genannt. Schließlich präsentiert Matthias Hünsch die Leuchttürme in Hamburg und Umgebung, im ehemaligen Hoheitsgebiet von Hamburg entlang der Elbe. Der Schwerpunkt der Artikel liegt diesmal auf dem 18. bis 20. Jahrhundert; es ist zu hoffen, daß auch dieser Band Anklang findet.