Paperback

Explosion und dann? Mein Weg - Mit Hoffnung im Gepäck

Hady Jako
Biografien & Erinnerungen, Film, Kunst & Kultur

Am 27.3.2006 ging die Bombe hoch und man legte mich zu den Toten.

Ihr werdet nichts von diesem Anschlag (*) gehört haben. Über 70 Menschen starben. Und noch mehr wurden verwundet.
Es waren Leute, die ich kannte. Es waren Nachbarn, Verwandte, Freunde. Wir waren zusammen aufgewachsen, sie gehörten zu meinem Dorf, zu meiner Heimat.
In diesem Moment wusste ich noch nicht, was passiert war. Später erzählte mein Bruder mir von einem Selbstmordattentat. Er sagte, ich sei zu nah dran gewesen - zu nah an der Bombe.
Und alle, die mich sahen, sagten, es sei ein Wunder, dass ich überlebt hatte.

Ohne dieses Wunder wäre ich jetzt nicht hier. Meine Geschichte würde bereits mit diesen Zeilen enden.
Aber es war nicht das Ende, und deshalb soll diese Geschichte hier auch nicht enden! Sie soll nicht bei Mord und Tod aufhören. Sie soll von deren Überwindung erzählen und von Menschen, die die Überwindung des Todes möglich machten!
Von Menschen soll sie berichten, die Hoffnung schenken, Hoffnung auf Freiheit und Frieden.
 

Presseberichte

Hady Jako lag schon im Leichensack - heute lebt der Iraker in Neu-Ulm

15.12.2020
 
„Hady Jako lag schon im Leichensack“
Vor 14 Jahren überlebte Hady Jako einen Bombenanschlag im Irak. Heute arbeitet er in einem Altersheim in Neu-Ulm und erzählt seine Geschichte in einem Buch.


Von Dagmar Hub

Hady Jako arbeitet in einem Altersheim in einem Stadtteil von Neu-Ulm. Er kann die dementen Senioren dort gut verstehen, wenn sie nach einer Mahlzeit klagen, nichts zu essen bekommen zu haben, oder wenn sie sagen: „Ich gehe jetzt nach Hause!“ – obwohl das nicht möglich ist.

„Ich habe das genauso gesagt“, erzählt Hady Jako. „Ich habe gesagt, dass ich nach Hause gehe, obwohl ich nicht gehen konnte. Ich habe Papier gegessen und es für Kuchen gehalten.“ Damals, als er aus dem Koma erwachte, als sein Denken ganz langsam wieder einsetzte, als er Worte wirr wahrnahm, als kämen sie aus unterschiedlichen Richtungen.

Damals. Das war 2006. Am 27. März 2006 überlebte Hady Jako einen Bombenanschlag des IS in Mossul auf eine Rekrutierungsstelle vor einer Kaserne. Über 70 Menschen starben damals. Auch Hady Jako lag bereits in einem Leichensack – doch er lebte. Seine Geschichte erzählt der 35-Jährige jetzt in einem Buch. „Explosion und dann?“ heißt es.
 
Quelle: Augsburger Allgemine