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Herausforderungen und Chancen der Umsetzung der Bundesinitiative Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen am Beispiel eines Berliner Bezirkes

Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Heinrich Bücker-Gärtner

Hannes Rehfeldt
Fachbücher

Seit Jahrzehnten berichten Medien regelmäßig über Fälle von oft noch sehr kleinen Kindern, die im Elternhaus nicht die gesellschaftlich erwartete Fürsorge erfahren, sondern sehr oft auf vielfältigste Weise vernachlässigt oder misshandelt werden. Meistens sind derartige Berichte mit den beiden zentralen Botschaften verknüpft, dass (1) die Polizei Kleinkinder aus einer für sie gefährlichen Situation (z. B. einer verwahrlosten Wohnung) herausgeholt und in die Obhut des örtlich zuständigen Jugendamtes gebracht hat und (2) die Eltern ihre Fürsorgepflichten in grober Weise vernachlässigt haben. Fast nie wird die zentrale Ursache genannt, dass die meistens alleinerziehende Mutter aus vielfältigen Gründen völlig überfordert war.
Vor dem Hintergrund des seit langer Zeit in Fachkreisen hinlänglich bekannten engen Zusammenhangs zwischen Überforderung und Vernachlässigung bzw. Misshandlung haben das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die 16 deutschen Länder im Jahre 2012 die Umsetzung der Bundesinitiative Netzwerke ‚Frühe Hilfen und Familienhebammen‘ beschlossen. Die praktische Umsetzung der mit dieser Initiative vorgesehenen Maßnahmen erfolgt durch die Kommunalverwaltungen.
Der vorliegende Band widmet sich den beiden Leitfragen, wie diese Umsetzung in der Bezirksverwaltung Neukölln von Berlin in Verbindung mit einer eigenen kommunalen Präventionsstrategie erfolgt und inwieweit dabei die mit der Initiative beabsichtigten zentralen Ziele erreicht werden. Die hier von Hannes Rehfeldt vorgelegte Untersuchung liefert damit einen Beitrag zu der weitgehend vernachlässigten Implementations- und Wirkungsforschung politischer Programme.