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Hans Weide

Hans Weide war zum Zeitpunkt der Auseinandersetzungen um den Bau des Atomkraftwerks in Wyhl als Polizeihauptkommissar bei der damaligen Bereitschaftspolizei in Lahr als Zugführer und stellvertretender Hundertschaftsführer tätig. Das bedeutete, dass er im Einsatzfall entsprechende Einheiten zu führen hatte.
Sehr früh schloss er sich der Bürgerinitiative Lahr gegen das Kernkraftwerk in Wyhl an und wurde deren zweiter Vorsitzender. Außerdem hat er sich als Gemeinderat von Schwanau dafür eingesetzt, dass auch seine Gemeinde gegen das Projekt in Wyhl klagte.
Weide gehörte ab 1971 dem Gemeinderat der damals noch selbstständigen Gemeinde Ottenheim an und war anschließend bis 2004 Gemeinderat von Schwanau und Ortschaftsrat von Ottenheim. Außerdem war er fünfzehn Jahre Ortsversteher von Ottenheim, wo er heute noch wohnt.
Der Polizeihauptkommissar Hans Weide verweigerte als Einsatzleiter im Februar 1975 den Befehl zur Räumung des besetzten Baugeländes um das geplante AKW Wyhl. Außerdem berichtete Weide dem Weisweiler Pfarrer Günter Richter von der geplanten Räumung, der seinen Landesbischof Heidland darüber unterrichtete. Dieser beschwor noch in derselben Nacht Ministerpräsident Filbinger, die für den nächsten Morgen geplante Räumung aufzuschieben.
Nach Einschätzung von Historikern ist diese Befehlsverweigerung einer der Hauptgründe, warum das Atomkraftwerk schlussendlich nie realisiert wurde und markiert zugleich die Geburtsstunde des Atomausstiegs. Hans Weide gehört somit zum Kreise derer, die unmittelbar einen persönlichen Anteil am Atomausstieg haben.