"Helge Großklaus" - Autor bei Tredition.de
 

   

Helge Großklaus

Helge Großklaus, 1965 in Bad Segeberg geboren, zog 1984 nach Berlin, um eine Ausbildung als Maskenbildner in den Sand zu setzen. Seit 1986 hat er als Barkeeper, Verkäufer, Altenpfleger, Filmemacher, Grafiker, Lokführer und Autor gearbeitet. Er selbst bezeichnet sich als staatlich geprüften Universaldilettanten. Als „Helge, der Hinterhofdichter“ trägt er seine Gedichte regelmäßig vor Publikum vor.
 

Presseberichte

Ach, was muss man oft von bösen...

05.01.2018
 
Ach, was muss man oft von bösen …
Helge Großklaus entdeckt Max und Moritz neu

Es ist erst ein paar Wochen her, da präsentierte Hinterhofdichter Helge Großklaus seinen letzten literarischen Streich – doch der nächste folgt sogleich. In diesem Fall ist das Zitat aus »Max und Moritz nicht nur angebracht, sondern nachgerade große Notwendigkeit. Die beiden Herren mittleren Alters, die einem von dem Cover sardonisch entgegenlächeln, kommen einem seltsam bekannt vor. Wären Max und Moritz nicht vor 150 Jahren am Ende ihrer bösen Streiche geschrotet und an die Gänse verfüttert worden, dann könnten sie heute vielleicht genauso aussehen wie die Herren Gier und Habsucht. Schon seit einigen Jahren hat Helge Großklaus daran gearbeitet, die Streiche der beiden bitterbösen Buben ins 21. Jahrhundert hinüber zu dichten. Freunde und Bekannte, aber auch Open Stages und Lesebühnen dienten ihm immer wieder als Experimentierfeld. Am Ende hat sich all die Mühe wirklich gelohnt, denn Gier und Habsucht von 2017 stehen Max und Moritz von 1865 in Bosheit an nichts nach. Die sieben Streiche sind natürlich an die Zeit angepasst. Spielte mit Witwe Bolte bei Wilhelm Busch gerade mal eine Frau eine Rolle, so muss das vergleichbare Werk heute gendermäßig schon einigermaßen ausgeglichen sein. Und da würfelt Helge schon mal alles kräftig durcheinander. Aus Witwe Bolte wird der Bio-Hühnerbauer Bolte, aus Schneider Böck die Mode-Designerin Böck und Onkel Fritz ist nun eine Tante. Im Bäckerstreich schickt der Hinterhofdichter dann gleich ein Ehepaar ins Rennen. »Gier und Habsucht« ist nicht einmal nur eine Max und Moritz-Adaption, es ist vor allem eine geballte Kapitalismus-Kritik. Bauer Boltes Hühner ersticken nicht an Brotstücken, sondern werden ziemlich heimtückisch vergiftet. Die Mode-Designerin stürzt nicht durch eine angesägte Brücke. Sie wird von Gier und Habsucht ruiniert, die sich erst ihre Entwürfe aneignen, um die Kleider dann billig in Bangladesh produzieren zu lassen. Lehrer Lämpel schließlich wird angefixt und endet in einer Drogen-Hölle. Vieles funktioniert erstaunlich und erschreckend gut. Marc Müller hat das Buch kongenial illustriert und Helge auch noch einen Cameo-Auftritt als – bei Wilhelm Busch nicht vorgesehenen – Pfarrer Pax verpasst. Fazit: Das macht viel Spaß. psk

»Gier und Habsucht« Helge Großklaus, Verlag Tredition, 9,90 Euro. ISBN 978-3-74394106-9
 

Es dichtet aus der Fidicin

01.12.2017
 
Es dichtet aus der Fidicin

Wilhelm Busch, Heinz Erhardt oder Robert Gernhardt hätten viel von ihm lernen können, wenn sie nach ihm gekommen wären. Da aber ein ungünstiges Schicksal es wollte, dass Helge Großklaus eben jenen folgte, statt umgekehrt, blieb ihm nicht anderes übrig, als von ihnen zu lernen. Das hat er in seinem Hinterhof in der Fidicin-Straße so gut und ausgiebig getan, dass er mit seinen Werken und Geistesblitzen seit einigen Jahren die Kleinkunstbühnen der unterschiedlichsten Kneipen in SüdKreuzberg bespielt. Doch manchmal ist die Muse ein wenig unpässlich und hat keine
Lust zum Knutschen. Dann »schimmeln die schönsten Werke in der Schublade vor sich hin«, wie Helge auf dem Klappentext seines neuen Buchs verrät. Das heißt dann konsquenterweise auch »Vergammelte Werke« und ist bis zum Rand angefüllt mit wunderbaren gedichteten Miniaturen, die der Neuen Frankfurter Schule jederzeit zur Ehre gereicht hätten. Es ist nicht Helges erstes Fremdgehen von der Bühne ins Verlagsfach. So bedichtete er den Comic »Knochenjochen«, eine putzige Geschichte über einen Massenmörder in der Hasenheide. Es wird auch nicht der letzte Seitensprung sein. In Bälde erscheint seine moderne Interpretation von »Max und Moritz«. Aber für den Gabentisch darf‘s was Vergammeltes sein. psk »Vergammelte Werke« Helge Großklaus, Verlag Tredition, 9,90 Euro ISBN 9783743966215
 
Quelle: https://www.kiezundkneipe.de/