Paperback

Der kleine Sauerländer erzählt Untertägiges und Überirdisches

Wissenswertes und Anekdoten aus Kindheit und Arbeitswelt rund um Schlägel und Eisen

Herbert Wagner
Biografien & Erinnerungen

Herbert Wagner (Jahrgang 1940) begann seine Bergmannskarriere in der Mitte der 1950er Jahren nur wenige Meter von seinem Elternhaus entfernt im Meggener Erz-Bergbau. Nach seiner Lehre als Bergmann und Bergvermesser war er über und unter Tage tätig, davon Jahrzehnte „im Kalk“. Seine Erfahrungen und Erinnerungen, seine private Sammlung an Utensilien aus Bergbau und Vermessung sowie ein reichhaltiger Fundus an Handskizzen und Bildmaterial sind die Grundlagen dieses Buches. Wagner hat fast 45 Jahre über und unter Tage gehauen und gemessen. Als einer der letzten Bergmänner, die die Industriegeschichte von Erzen und Kalk der Nachkriegszeit bestens kennen, bleibt mit seinen Manuskripten der Nachwelt ein wenig von dem “Flair“ dieser Jahre und ein Rundblick über Abbau, Förderung, Veredelung und Nutzung heimischer Rohstoffe erhalten. Es gibt so viel zu erzählen, was das Sauerland unter und über Tage zu bieten hat. Hunderte alter Karten und nostalgischer Fotos - vor dem Reißwolf gerettet -, bereichert mit Skizzen aus eigener Hand, lassen seine Anekdoten und Darstellungen zu einem Teil der Industriegeschichte unseres Landes werden. Im vorliegenden Büchlein beginnt er mit Anekdoten aus der Kindheit und seinem Weg durch zahlreiche Gruben bis in den Dornaper Kalk.

Rezensionen

Besondere Einblicke in den Alltag eines jungen Bergmanns

FrankMewes1963
★★★★★

Auf liebenswürdige Weise beschreibt der Autor Herbert Wagner anhand von Fotos, Zeichnungen und persönlichen Erinnerungen seine Kinder- und Jugendzeit am Rande des Bergbaus. Seine Erlebnisse schildert er rückblickend in kleinen Anekdoten und nimmt den Leser mit in eine Zeit und in eine Arbeitswelt, die nur wenige von uns erlebt haben. Als junger Bergvermesser arbeitete er in mehreren Gruben und erzählt von den verantwortungsvollen Arbeiten über und unter Tage. Der Leser spürt seine Emotionen und fühlt sich mitgenommen in diese besondere Welt. Anfang der sechziger Jahre wechselt er mit der Schließung seiner Markscheiderei zu den Kalkwerken nach Dornap und beginnt dort mit gleichem Elan und Witz. Mit dem Neubeginn über Tage endet dieses Büchlein und Wagner animiert den Leser, ihm im nächsten Buch in die Jahre im Kalk zu folgen. Man darf gespannt sein, was er noch erlebt. Wagner illustriert vor allem mit eigenen kleinen Handskizzen seine Geschichten, seine Grubenlampen zeigt er stolz und legt besonderen Wert auf seine familiären Band zum Bergbau im Sauerland. Wer einen wissenschaftlichen Schwerpunkt erwartet, mag enttäuscht sein, aber seine wertvollen Geschichtchen sind Zeitzeugen der Nachkriegsgeschichte und der letzten Jahre im Bergbau.