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Der Pilger im Coupé

Pilgerreisen mit der Eisenbahn 1850 bis 1939 - Eine Alltagsgeschichte

Ignaz Civelli
Politik & Geschichte, Film, Kunst & Kultur, Wissenschaftliche Arbeiten

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts setzte in Europa ein eigentlicher Pilgerboom ein. Er
wurde möglich durch das Aufkommen der Eisenbahn. Jedes Jahr reisten Millionen von
Katholiken in Reisegruppen oder auch individuell mit der Bahn zu international
bedeutenden, nationalen oder auch nur regional bekannten Pilgerstätten.
In dieser reich bebilderten verkehrs- und religionsgeschichtlichen Studie wird gezeigt,
wie solche Pilgerreisen organisiert wurden, wie sie abliefen und was die Gläubigen auf
ihren Fahrten erlebten und fühlten. Hitze, Kälte, schlaflose Nächte, kompetente oder
auch überforderte Reiseführer, strenge religiöse Auflagen, die kompensiert wurden
durch selber geschaffene Freiräume, verspätete und verpasste Züge, Grenzkontrollen,
aufdringliche Händler, Taschendiebe, ungewohntes Essen, Reisekrankheit, aber ebenso
Momente von Fröhlichkeit und Unbeschwertheit, tiefem religiösen Glück und das
Wachsen eines katholischen Zusammengehörigkeitsgefühls waren Bestandteile ihres
Pilgeralltags.
Besondere Pilgerzüge waren die "Trains Blancs" – die Krankenzüge – nach Lourdes.
Auch diese werden in der vorliegenden Publikation beschrieben.