"Ines Comelli" - Autor bei Tredition.de
 

 

Ines Comelli

Man kann sich nicht immer aussuchen, was man schreiben will … es gibt Bücher, die einfach geschrieben werden wollen. Schreiben war meine Art, den Verlust meines geliebten Ehemannes zu verarbeiten – ich weiß nicht, was ich sonst getan hätte. So ist mein zweites Buch Gift Pur entstanden und – aus Rücksicht auf meine Familie – das Pseudonym, ein Anagramm meines richtigen Namens. Als Ines Comelli schreibe ich wahre Geschichten über die dunkle Seite des Lebens: Lieben, Leiden, Sucht, Schicksal. Schonungslos, schockierend … nichts für schwache Nerven.

"Abgründe darstellen", so hat mein Ehemann seine künstlerische Arbeit beschrieben. Abgründe, die er selbst erfuhr und durch seine Bilder auszudrücken, aber auch zu kanalisieren versuchte. Er war ein brillanter Künstler, aber wie dies bei vielen Genies der Fall ist auch ein Suchender, der einerseits ständig darum kämpfte, der dunklen Seite zu entfliehen, andererseits von ihr aber auch magisch angezogen wurde. Und sie war am Ende stärker: er starb, erst 46-jährig, am 8. Oktober 2015 auf plötzliche, tragische Weise.

Er hinterließ hunderte in seinem speziellen Stil bearbeitete, künstlerische Fotografien – Frauenakte, Erotic Art, Fetish Art, auch Landschaften. Diese Bilder möchte ich nun zum ersten Mal einem breiten Publikum zugänglich machen.

Durch den Tod meines Ehemannes verlor ich nicht nur die große Liebe meines Lebens, meinen Seelenpartner und all unsere gemeinsamen Zukunftsträume, sondern auch unser schönes Zuhause in der Nähe von Zürich. Denn obwohl wir beide unser Leben lang Rentenbeiträge einbezahlt haben, bekomme ich vom Schweizer Staat keinen Cent, da wir keine Kinder haben und ich zum Zeitpunkt seines Todes 44 und nicht 45 Jahre alt war (fuck the system!). Ich bekomme aus seiner Beruflichen Vorsorge eine kleine Witwenrente, die zusammen mit den Einnahmen aus meiner selbständigen Tätigkeit als Grafikerin und Autorin zum Überleben, aber nicht zum Leben reicht, zumal mein Mann mich mit unseren 3 Hunden zurückgelassen hat.

Sein Vermächtnis, d.h. der Erlös aus dem Verkauf dieser Geschichte und seiner Kunst, soll nicht nur mir wieder ein unabhängiges Leben ermöglichen, sondern auch Anderen zugute kommen: Ich möchte ein Haus mieten / kaufen, um dort Menschen in schwierigen Lebenssituationen (ehemaligen Drogen- oder Alkoholabhängigen, Frauen in Not) Wohnraum anzubieten – im Gedenken an unseren eigenen Kampf gegen die Sucht.