Paperback

Der Weg aus der Finsternis

Band II der Kashmir-Saga

Ingrid Zellner
Romane & Erzählungen

Vikram Sandeep leitet gemeinsam mit seiner Frau Sameera das Waisenhaus Dar-as-Salam in Kashmir. Als eines Tages sein Kleinbus in Srinagar mit einer Reifenpanne liegenbleibt, kommt ihm ein Tourist zu Hilfe, der sich ihm als Raja Sharma aus Shivapur bei Pune vorstellt. Auf Bitten seiner Pflegekinder lädt Vikram den sympathischen Fremden zum Übernachten in das Dar-as-Salam ein. Noch ahnen er und Sameera nichts von der dunklen Vergangenheit dieses Mannes…

In der Kashmir-Saga erzählen Simone Dorra und Ingrid Zellner in sieben Bänden die Geschichte zweier in Freundschaft eng verbundener Familien in Indien und Kashmir. Sie erstreckt sich über vier Jahrzehnte und berichtet von großen Gefühlen, von spannenden Abenteuern, von Terror und Liebe in einem durch anhaltende Konflikte geschundenen Land.

Rezensionen

Liebe, Mord, Folter und Fürsorge - in einer mitreißenden Familiensaga aus dem konfliktgeschüttelten Kashmir.

Dorra
★★★★★

Als Vikram Sandeep, der ein Kinderheim in Kashmir leitet, eine Reifenpanne mit seinem Bus hat, trifft er zufällig einen Fremden, der seine Hilfe anbietet. Die Kinder im Bus sind die ersten, die spüren, dass dieser Mann etwas Besonderes an sich hat. Und obwohl Vikram das ursprünglich nicht vorhatte, lädt er Raja Sharma – den geheimnisvollen Mann – schließlich ein, die Nacht im Kinderheim zu verbringen. Vikram Sandeep kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, dass der Mann, den er aufnimmt, eine dunkle, schreckliche Vergangenheit verbirgt. Und das, obwohl Vikram selbst ein Leben lang als Agent in der indischen Spionageabwehr gedient hat. Wer ist die Frau mit den Mandelaugen, die Raja im Kinderheim trifft, und was sind das für Narben, die sie verbirgt? Warum hatte anscheinend keines der Kinder dort eine normale Kindheit? In einer langen Nacht öffnet Raja Sharma schließlich sein Herz und wir erfahren von Mord, Vergewaltigung, Folter, Drogen und erbitterter Feindschaft, aber auch von neuen Chancen, tiefer Freundschaft – und einer Liebe, die trotz Widrigkeiten und Hindernissen stärker ist als alles andere. Und gerade als es den Anschein hat, als würde sich endlich alles zum Guten wenden, treten dunkle Schatten aus der Vergangenheit zutage und wieder könnte alles verloren sein.

„Der Weg aus der Finsternis“ von Ingrid Zellner ist der zweite von 7 Bänden der „Kashmir-Saga“. Eine Familiensaga voller Spannung und Dramatik, aber auch reich an Gefühl und Tiefgang. Flüssig und mitreißend geschrieben entführt sie den Leser in das krisengeschüttelte Kashmir und lässt ihn bis zum letzten Kapitel nicht mehr los. Und auch wenn die Geschichte für sich steht, empfiehlt es sich dringend, auch den ersten Band „Das Haus des Friedens“ zu lesen, um die Vorgeschichte zu erfahren. Nebenbei bemerkt: auch die Freunde der indischen Küche kommen auf ihre Kosten. „Der Weg aus der Finsternis“ – ein wirklich lesens- und empfehlenswertes Buch.

Die KASHMIR-SAGA geht weiter!

Simone Dorra
★★★★★

Eine Geschichte zu schreiben, die gleich sieben Bände umfasst, das ist heutzutage ein mutiges Unterfangen. Bleiben die Leser bei der Stange, wenn man ihnen eine Saga erzählen will, die sich über vierzig Jahre erstreckt? Und – genauso wichtig – ist der zweite Band so gut wie der erste? Ja, ist er. Und führt eine Figur ein, die für die Story ebenso wichtig ist wie Vikram Sandeep und Sameera Sullivan, um die sich in Band 1 (Das Haus des Friedens) alles gedreht hat.

Vikram begegnet Raja Sharma, als ihm auf der Heimfahrt mit seinen Kindern in Srinagar ein Reifen platzt. Der Fremde erweist sich als hilfreich, und die Kinder – sonst eher scheu und zurückhaltend – mögen ihn sofort. Grund genug für Vikram, den Mann zum Übernachten in sein Kinderheim einzuladen. Als die beiden abends den Tag am Lagerfeuer ausklingen lassen, erfährt er Raja Sharmas Lebensgeschchte… und die hat es in sich. Denn der Mann hat 25 Jahre im Knast verbracht, wegen Vergewaltigung und Mord. Aber ist er wirklich schuldig?

Ingrid Zellner erzählt von Rajas Schicksal mit viel Herz, Einfühlungsvermögen und in prachtvollen Farben… von seiner Liebe zu Sita, die er nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis ausgerechnet als Ehefrau seines Bruders Anil vorfindet. von der Tat, an die sich Raja überhaupt nicht erinnern kann, weil er in der schicksalhaften Nacht unter Drogen stand, und von dem Aufruhr, den seine unvermutete Rückkehr in der Familie auslöst. Diese Erzählung wird immer wieder eingerahmt und kommentiert durch die Rückkehr zu den beiden Männern am Lagerfeuer, zwischen denen in dieser Nacht eine Freundschaft beginnt, die ein ganzes Leben andauern wird.

Man gewinnt Raja – mit all seinen Fehlern, seiner Spontaneität und seinem Hitzkopf – sehr schnell sehr lieb und fiebert der Lösung all der Rätsel entgegen, die ihn umgeben. Seine Freundlichkeit ist herzerwärmend, die Kraft, die er trotz (oder gerade wegen) seiner erlittenen Prüfungen besitzt und seine Güte lassen einen immer wieder staunen. Und seine Geschichte ist ungemein spannend zu lesen, ohne Durchhänger oder Längen. Mehr kann man sich als Leser eigentlich nicht wünschen. „Der Weg aus der Finsternis“ ist ein Schmöker im allerbesten Sinne des Wortes, und wenn man am Ende angelangt ist, ertappt man sich bei einem herzhaften Gefühl der Erleichterung, dass die Reise noch lange nicht zu Ende ist. Volle Leseempfehlung!