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Jörg Sommerwerck

Jörg Sommerwerck, Jahrgang 1938, lebte in seiner Kindheit auf dem Hauptgut des Industriellen von Borsig im Westhavelland. Sein Vater, Walter Sommerwerck, war dort Gutsoberinspektor und wurde am letzten Kriegstag von einem Heckenschützen in Berlin getötet.
Schon als Kind musste sich Jörg Sommerwerck gegenüber den Soldaten der Sowjetarmee, die ab Anfang 1945 das Gut besiedelten, durchsetzen. Mut war gefragt und Fürsorge, denn er hatte seine acht Familienmitglieder mit Lebensmitteln, die er nachts von den bewachten Feldern den Russen stahl, zu versorgen. Das war oft ein lebensgefährliches Unterfangen. Wäre er erwischt worden, hätten ihn die Soldaten getötet. Mitte 1946 durfte die Familie unter Obhut der evangelischen Kirche das Westhavelland verlassen und nach Kiel in ihre alte Heimat umsiedeln.
Dort, an der Förde, kam Jörg Sommerwerck dem Wasser nahe und brauchte es sein Leben lang nicht mehr verlassen. Die Familie zog 1951 an die Lübecker Bucht nach Timmendorf Strand. 1955, nach bestandenem Schulabschluss, begann seine Ausbildungszeit in Lübeck-Travemünde. Sie sollte erst nach 20 Jahren enden, als Jörg Sommerwerck zum Kapitän befördert wurde. Heute wohnt der Kapitän a.D. mit seiner Frau Andrea und den zwei Söhnen Anton und Friedrich noch immer an der Lübecker Bucht. Hier, von seinem Haus nahe Travemünde, kann er sehr zu seiner Freude noch immer die Frachter und großen Fährschiffe ein- und auslaufen sehen.