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Anbruch der weiblichen Kultur

Johanna Krzystolik-Klima, Klaus Klima
Religion & Spiritualität

Gemäß dem Modell der Zeitwanderung großer Kulturzyklen, wäre nun die Frau an der Reihe, eine weibliche Menschheitskultur hervorzubringen. Der männliche, kulturelle Überbau hat sich in seiner religiösen und metaphysischen Form selbst aufgelöst. Seit über drei Jahrtausenden gestalten die Männer das Gesicht der Kultur und Zivilisation nach ihrem Selbstbild. Die Kulturpotentiale der Frau, gelagert in ihrem Wesen, aber an Entfaltung gehindert, dürften das Kulturfeld nicht prägen. Sogar das Selbstbild der Frau, kommt aus der Männerhand. Der Kampf um die Verhinderung der weiblichen Kultur wurde mit allen Mitteln, auch mit der physischen Gewalt, erbarmungslos durchgeführt. An eine Gutmachung der Schäden ist nicht zu denken. Der Grund dafür liegt im mangelnden Schuldgefühl. Die Geschichtsschreibung wird bis heute noch unter dem männlichen Blickwinkel verfasst und die verbrecherischen Züge männlicher Heldenmoral werden nicht entlarvt. Die Frauen wollen endlich das Recht erkämpfen, die ihrem Wesen fremde, männliche Zivilisation, in der sie weiterhin verheizt werden, zu ersetzen.
Das Urelement der weiblichen Kultur wurde der Frau entzogen. Aus ihrem Kern heraus konnte sie ihre Werte und Tugenden nicht mehr objektivieren. Statt dessen war sie gezwungen, in den männlichen Gewässern zu schwimmen. Eingesperrt im weiblichen Haushalt, der Willkür männlicher Götter ausgesetzt, lebte sie im fremden Revier und wurde von Speisen ernährt, die an ihrer geistigen und psychischen Gesundheit Schäden angerichtet haben.
Das Schicksal der Menschheit entscheidet sich im Verhalten der modernen Frauen: sollen sie der Einladung folgen und das „Geschäft“ der materiellen Zivilisation ausbauen helfen oder den Hauptakzent ihrer Kreativität auf die vernachlässigte Selbsterkenntnis als Frau setzen und aus dieser Erkenntnis heraus eine neue Transzendenz vermitteln, neue Metaphysik, Ethik, Kunst, Philosophie und Jurisprudenz formulieren? Wenn die Frau der Anziehungskraft der männlichen Zivilisation, die ja ihrem Wesen fremd ist, nicht widersteht und ihre Interessen nur noch im Kampf um die Gleichberechtigung sieht, bleibt sie weiterhin im Käfig verdorbener männlicher Geistigkeit eingesperrt und kann von der schönen neuen Frauenwelt nur noch träumen. Sie würde sich bis in die tiefsten Schichten ihres Wesens vermännlichen, mit allen Folgeschäden an ihrer Psyche und bliebe dem nie gelöschten Frauenhass ausgesetzt.