"Abtauchen" von Josephine Ehlert
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Abtauchen

Josephine Ehlert
Romane & Erzählungen

»Bei Herzschmerz weitervögeln!«, lautet das Credo von Rubina, Erotikkolumnistin und um kein Thema verlegen, wenn es um die schönste Sache der Welt geht. Rubina aber heißt im wahren Leben Suse, ist beinahe Mitte dreißig und soeben frisch getrennt. Um diesmal nicht ihrer üblichen Trennungsroutine zu erliegen, bucht sie Hals über Kopf einen Flug ans andere Ende der Welt. Auf Bali will sie ihrem eigenen Rat folgen und den Ex aus ihrem Herzen drängen, dafür ist ihr erst mal (fast) jedes Mittel recht. Was folgt, ist nicht nur Material für neue Kolumnen, denn Suse – fest entschlossen, jeglicher Romantik zu entsagen – bleibt nicht lange allein. Einige sexuelle Eskapaden, urkomische Begegnungen und den ein oder anderen Bruch mit ihren eigenen Vorsätzen später erkennt Suse auf dieser Reise zu sich selbst doch noch, was wirklich hilft bei gebrochenem Herzen.
Mit viel Gespür für Situationskomik hat Josephine Ehlert einen Roman geschrieben, der sinnliches Abenteuer und Romanze, Lebenslust und Selbsterkenntnis mit Leichtigkeit so verbindet, dass den Leser*innen alles wird, nur nicht langweilig.

Rezensionen

Josiehl
★★★★★


 

Presseberichte

Rezension auf Feuilletonscout

01.03.2021
 
„Josephine Ehlerts bezaubernder Debüt-Roman „Abtauchen“ oszilliert zwischen expliziter sexueller Darstellung und hintergründiger Reflexion“
Die glamouröse Rubina verfasst erfolgreiche Erotik-Kolumnen. „Bei Herzschmerz weitervögeln“, rät die selbstbewusste Autorin ihren Leser*innen. Jedoch handelt es sich bei Rubina um eine Selbstinszenierung, hinter der Suse steckt. Die Mittdreißigerin kann wenig außergewöhnliche Attribute aufweisen. Darüber hinaus steckt ihr Selbstbewusstsein in der Krise, denn sie wurde von ihrer Langzeitbeziehung Tom einfach sitzengelassen. Noch schlimmer: Tom hieß ihr Verlobter, mit dem sie einmal die Hochzeitsglocken läuten lassen wollte. Doch nun reist sie allein nach Bali und versucht umzusetzen, was sie sonst in den Kolumnen rät. Relativ verkrampft flirtet sie noch im Flieger mit einem Flight-Attendant. Das klappt auch nur mit ein mehreren Longdrinks intus. Der Angestellte ist schließlich froh, als sie die Maschine verlässt. Langsam erkennt Suse, dass sie viel zu lange nicht nur den Leser*innen etwas vorgemacht hat, sondern auch sich selbst. Vom weiblichen Selbstbewusstsein war sie seit entfernt, alles drehte sich darum, Toms Ansprüchen zu genügen. Das spiegelte sich im Alltag ebenso wie im Zwischenmenschlichen: Von Oralsex musste sie lange nur träumen.
Die viel zu lang praktizierte Verstellung hat Spuren hinterlassen und so hat Suse anfänglich Probleme, die Schönheit Balis genießen zu können. Die Umgebung nimmt sie hinter einem Milchglas wahr, weil sie viel zu sehr mit dem Ordnen ihrer Befindlichkeiten beschäftigt ist.


Cover: tredition
Ein neues künstlerisches Format probieren
Josephine Ehlert ist vor allem als Schauspielerin (u.a. „Servus Baby), Regisseurin, Drehbuchautorin und Dramatikerin bekannt. Mit „Abtauchen“ wagt sie sich an ein für sie neues Format. „Mir kam das Genre des emanzipierten Groschenromans in den Kopf“, sagt die Wahl-Hamburgerin. Im Prosa-Format sah sie „eine persönliche Herausforderung, nachdem ich in den letzten Jahren vor allem Drehbücher und Theaterstücke geschrieben habe“.

„Abtauchen“ folgt durchaus einem filmischen Rhythmus, wobei Ehlert die plastischen Beschreibungen des Insellebens mit inneren Monologen montiert, die über das Einzelschicksal hinausgehen. Suse steht für die existenziellen Fragen, die zwischen Mitte 30 und 40 gestellt werden: Die Reflexion der eigenen Lebensentwürfe und die daraus folgende Sehnsucht, Tabula rasa zu machen.

Die Figur Suse wächst beim Lesen ans Herz, sie ist keine postkoloniale Eroberin der exotischen Umgebung, sondern stellt in erster Linie sich selbst in Frage. Das ist aber ein Prozess. Am Anfang glaubt sie noch, dass sich ihre Trennungsgeschichte sogar verkaufsfördernd auswirken könne. Schließlich erkennt Suse, dass es für sie keine Rückkehr in das alte Leben gibt. Sie kann endlich loslassen und neu anfangen.

Ehlert ist Mitte 30. So wie Suse. Und da hört es mit den Parallelen zwischen Autorin und Figur auch auf. Trotzdem wird die Autorin wiederholt damit konfrontiert, dass es doch autobiografische Elemente in dem Roman geben müsse: „Das Phänomen kenne ich bereits als Schauspielerin. Ich finde ich es erstaunlich, dass die Menschen – sogar die, die mir sehr nahestehen – da so wenig abstrahieren können! Meistens finde ich es witzig. Manchmal ein bisschen gruselig. Wenn ich als nächstes einen Krimi schreiben würde, über den perfekten Mord, würde meine Familie und Bekannte dann wohl auch glauben, ich hätte Leichen im Keller?“

Josephine Ehlert
Abtauchen
tredition 2020
 
Quelle: www.feuilletonscout.com

Interview in der Mopo (Hamburger Morgenpost)

01.01.2021
 
„"Ich hatte Tabus im Kopf"“
MOPO: Frau Ehlert, Sie haben Ihren ersten Roman geschrieben. Wie kam es dazu, dass Sie unter die Schriftstellerinnen gegangen sind?

J: Ich schreibe tatsächlich schon sehr lange: Als Kind habe ich Gedichte geschrieben, mit 14 Jahren dann mein erstes Theaterstück und seitdem immer wieder Theaterstücke und schließlich auch Drehbücher auf professioneller Ebene. Einen Roman zu schreiben entstand aus meiner Neugier heraus und war spannend, weil ich es noch nie zuvor gemacht habe.

In einem Interview sagten Sie mal, dass Ihnen die Schauspielerei allein nicht reicht. Warum?

Als Schauspielerin ist man immer von den Entscheidungen anderer abhängig: Man wird für eine Rolle besetzt, darf sich die Stoffe nicht aussuchen, die Drehzeiten – eigentlich alles. Ich kann dabei in einem eingeschränkten Feld kreativ sein, habe aber schon immer auch gern meine eigenen Geschichten erzählt. Deshalb war das Schreiben für mich immer eine schöne und wichtige Begleitung. Es hilft mir auch, in den Pausen nach einer Premieren oder einem Dreh nicht in ein Loch zu fallen.

Wie unterscheidet sich das Romanschreiben vom Drehbuch schreiben?

In erster Linie darin, dass ich mir noch keine Gedanken darüber machen muss, wie es umsetzbar ist, sondern die Geschichte für sich selbst stehen darf. Ansonsten ist es gar kein so großer Unterschied.

Welche Geschichte erzählen Sie in Ihrem Buch?

Meiner Protagonistin Suse wurde gerade das Herz gebrochen. Diesmal entschließt sie aber, in ihrer Trennungsroutine etwas anders zu machen und reist spontan nach Bali, um ihr Herz zu heilen. Dort tritt sie immer wieder in Fettnäpfchen und erlebt eine erotische Eskapade nach der anderen, bis sie schließlich feststellt, was sie wirklich braucht.

Wo haben Sie sich die Inspiration für Ihren Stoff geholt?

Ich erinnere mich, wie sich das anfühlt ein gebrochenes Herz zu haben. In meinem Freundeskreis wurden die Fragen auch immer wichtiger, wie das ist, wenn es mit Mitte 30 auf einmal nicht mehr selbstverständlich ist, dass man andauernd neue Leute kennenlernt und wie man überhaupt rausfindet, welche Form von Partnerschaft man für sich will. In der Serie „Servus Baby“ habe ich mich auch aus der Schauspielperspektive damit befasst und wollte das Thema nochmal vertiefen.

Richtet sich Ihr Buch auch an Frauen Mitte 30?

Die Zielgruppe liegt schon auf der Hand. Es ist aber eine Coming-of-Age-Story, weil die Figur über sich hinauswächst. An solche Punkte kommen wir in jedem Alter. Insofern kann ich mir vorstellen, dass das Buch auch für andere Altersgruppen sehr unterhaltsam sein kann.

Ist das Endergebnis so geworden, wie Sie es sich vorgestellt haben?

Eigentlich wollte ich einen richtigen Groschenroman schreiben. Ich habe das unfertige Buch dann eine Weile zur Seite gelegt, bis ich es dann doch nochmal einer Freundin zum Lesen gegeben habe. Ihr Feedback war sehr positiv und hat mich dazu ermutigt den Roman abzuschließen. Die Geschichte hat sich während des Schreibprozesses verändert, weil ich gemerkt habe, dass meine Hauptfigur etwas ganz anderes braucht. Mir war es wichtig, dass meine Protagonistin lernen darf, sich mit allen Sinnen zu genießen – unabhängig von einem Mann an ihrer Seite.

Fiel es Ihnen leicht, erotische Szenen zu schildern?

Mittlerweile auf jeden Fall. Ich steige auch sofort so ein, weil ich damals dachte, ich muss direkt richtig loslegen. Beim Schreiben habe ich dann gemerkt, dass ich da Tabus im Kopf habe, à la ‚darüber spricht man nicht`. Ich musste mir das erstmal selbst erlauben, die zu brechen. Das war eine spannende Erkenntnis während des Schreibens. Mit der Zeit fiel es mir dann immer leichter und ich habe Spaß daran gefunden.

Wird man in Zukunft noch mehr von Ihnen lesen?

Ich hätte große Lust darauf.
 
Quelle: Hamburger Morgenpost

Buchbloggerin ladybugliest Rezension

17.12.2020
 
„Ich musste es in einem Zug durchlesen.“
„Abtauchen“ ist der Debütroman der Schauspielern Josephine Ehlert, die wohl auch Talent im Schreiben hat. Das modern gestaltete Cover sowie die Inhaltsangabe machten mich neugierig und so wollte ich ursprünglich mal „kurz“ reinlesen. Allerdings bei „kurz“ blieb es nicht und ich musste es in einem Zug durchlesen. Und so flogen die Seiten dahin, denn die Autorin machte es mir aufgrund ihres flockig leichten und bildlich gut dargestellten Schreibstils sehr leicht.
Wir erleben in diesem Roman Suse Mitte 30, die gerade frisch getrennt, sich eine kurze Auszeit in Bali gönnt, um über ihren „Herzschmerz“ hinweg zu kommen und das macht sie mit „Männern“! Die Journalistin, die beruflich als Erotikkolumnistin unter dem Pseudonym Rubina ihre Leserschaft mit ihren offenen und direkten Beiträgen über die „schönste Nebensache der Welt“ unterhält, nutzt die Erfahrungen in Bali als ihr persönliches Tagereisebuch und schreibt unter anderem über ihre sexuellen Nervenkitzel und merkwürdigen Begegnungen!
Direkt am Flughafen begegnet sie einem jungen gutaussehenden und attraktiven Mann und bereits nach kurzer Zeit verbringt sie mit ihm ein Abenteuer der Lust und Leidenschaft, die sie mit ihrem Exfreund Tom lange nicht mehr erlebt hatte. Allerdings blieb es nicht nur bei dem „einen“ Abenteuer und Suse genoss neben der schönen Insel ihre Freiheit und das Begehren der Männer bis sie schließlich feststellt, was sie eigentlich wirklich braucht!
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𝕄𝕖𝕚𝕟 𝔽𝕒𝕫𝕚𝕥:
Ein Buch, über Selbsterkenntnis, Lust und Leidenschaft mit vielen verführerischen aber auch witzigen Momenten! Hat mir sehr gut gefallen und deshalb von mir 🐞🐞🐞🐞🐞 Rezi-Ladybug’s
 
Quelle: Instagram

Coverstory im Alster Magazin

06.11.2020
 
Ein Interview mit der Autorin über ihre Arbeit als Schauspielerin und Autorin.
 
Quelle: Alster Magazin 11/2020

 

Videos

Interview über die Arbeit an Abtauchen

11.01.2021
 
Die Schauspielerin Cecilia Amina Mueller-Stahl interviewt Autorin Josephine Ehlert zu ihrer Arbeit an ihrem erotischen Debütroman.
Wie Groschenromane zu kreativem Flow anregen, wie man nach Worten für Erotikszenen sucht und warum sie es keine gute Idee fand, dass ihr 80-jähriger Großvater "Abtauchen" zu Weihnachten bekommt.. Gute Unterhaltung.