"Wo geht´s nach Ponte di Monte" von Klaus Tietz
Hardcover

Wo geht´s nach Ponte di Monte

Perspektiven einer Pilgerreise auf dem Caminho Portugues

Klaus Tietz
Romanhafte Biografien

Wo geht’s nach Monte di Ponte?

War es eine innere Stimme oder doch das Buch von Harpe Kerkeling,
das mich zum Pilgern auf den Jakobsweg geführt hat?
Ist das Ringen um den Glauben schwerer als die Anstrengungen des Caminho?

Fragen, die beantwortet werden mussten!

Was als täglicher Blog begonnen hatte, wurden längere Texte. Von meinen
Erlebnissen, Erfahrungen, Erkenntnissen und Begegnungen mit mir selbst und mit anderen
erzähle ich in diesem Reisebericht vom Caminho Portugues.

Klaus Tietz
 

Neuigkeiten

Buchbesprechung von Hans E. Happel

30.12.2018
 
 

 

Presseberichte

Klaus Tietz aus Schiffdorf hat ein sehr persönliches Buch über seine Pilgertour auf dem Caminho Portugues geschrieben.

18.12.2018
 
„„Das sollte mein Ding werden““
Von Inga Hansen

SCHIFFDORF. Er war dann mal weg. Wie sein Vorbild. Klaus Tietz ist ein großer Fan von Hape Kerkeling und hat seine Karriere immer verfolgt. Auch als der begnadete Komiker eine Auszeit
nahm und den Jakobsweg entlang wanderte. Das war für Tietz die Initialzündung. Der Gedanke, auch eine solche Pilgertour zu machen, ließ ihn nicht mehr los. Inzwischen hat er’s getan – und wie Kerkeling ein sehr persönliches Buch über seine Erfahrungen geschrieben.

Für den Schiffdorfer, der als ITAdministrator arbeitet, gleich in
mehrerer Hinsicht ein ungewöhnliches Unterfangen. „Eigentlich
bin ich ja ein Stubenhocker“, bekennt er. Ein Computernerd, der
lieber vorm PC hängt als in die Sonne blinzelt und das Spazierengehen immer langweilig fand.

Und einer, der viel lieber mit Daten umgeht als mit Worten. Trotzdem ließ ihn die Idee nicht los. „Ich war damals selbstständig, hatte sehr viel Stress und hatte das Gefühl, dass ich unbedingt mal ganz raus muss.“ Aber es sollte eine Auszeit werden, die auch eine Herausforderung bedeutete. „Ich wollte nicht nur was Anderes tun, mal loslassen von der Technik, ich wollte auch alleine losfahren, etwas, was ich zuvor noch nie getan hatte. Das sollte mein Ding werden.“

2014 nahm die Idee Formen an. Tietz nahm aus Zeitgründen den
portugiesischen Teil des Jakobswegs ins Visier, den Weg von Porto nach Santiago de Compostela. Der ist mit 250 Kilometern deutlich kürzer als der viel frequentierte Weg von den Pyrenäen
nach Santiago. Als Tietz dann eines verregneten Abends im Mai 2015 ganz allein in einem Restaurant in Porto saß, „war das schon ein komisches Gefühl“, gesteht er. Seine Gedanken vertraute der frisch gebackene Pilger seinem Blog an. Denn ganz hatte den Computernerd die Technik nicht losgelassen. Der Blog war sein Weg, um Freunde zu Hause an der Tour teilhaben zu lassen. So tippte er seine Erlebnisse ins kleine Smartphone-Fenster, erzählte von hilfsbereiten Portugiesen und anhänglichen Mit-Pilgern, von kargen Herbergen und köstlichen Abenden, von schönen Aussichten und guten Einsichten, von Blasen an den Füßen und den Blasen an der Seele, mit denen er sich eigentlich beschäftigen wollte.

Letzteres kam aber zu kurz. „Ich hab gedacht, dass ich beim
Laufen viel Zeit hab, um nachzudenken. Aber das funktionierte
nicht. Auf der Pilgertour beschäftigt man sich mit dem Hier und
Jetzt, mit dem Weg, der Frage, wie viel man schafft und wo man
übernachtet“, erzählt er. Aber genau das entpuppte sich als das
einzig Wahre: „Man läuft in eine Leere, und irgendwann ist der
ganze Ballast weg.“ Sein elektronisches Tagebuch hatte Tietz ursprünglich nur für ein paar Freunde und Bekannte eingerichtet. Aber bald hatte er 170 Leser. Und der Schiffdorfer begann, Spaß am Schreiben zu entwickeln. „Das half mir, meine Gedanken zu sortieren.“ Bald freute sich Tietz auf die Abende, darauf Zeit zu haben, um das aufzuschreiben, was er erlebt hatte.

Dass daraus mal ein Buch werden würde, hat er damals nicht
geahnt. „Aber die Resonanz auf meine Texte war so positiv, dass
ich zu Hause beim Überarbeiten irgendwann auf die Idee gekommen bin“, erzählt er. Stolz hält er jetzt das erste Exemplar seines 280-Seiten-Werks in der Hand. „Ich hab eine Seite in mir entdeckt, von der ich nicht wusste, dass sie existiert. Ich hab gelernt, dass ich schreiben kann.“. Etwas Besseres kann man über eine Reise wohl kaum sagen.

 
Quelle: Nordsee-Zeitung GmbH., Bremerhaven, Ausgabe 18.12.2018