"Klaus Trost" - Autor bei Tredition.de
 

Klaus Trost

„Dostojewski und die Liebe“ ist das Debüt vom Autor. Doch ein Novize ist er beim Thema Dostojewski bei weitem nicht. Seit Jahrzehnten gilt dem grantigen Russen sein Interesse. Er betreibt die umfangreichste Website über Dostojewski im deutschsprachigen Raum www.dostojewski.eu, war Mitglied der Deutschen Dostojewskij Gesellschaft und wirkte bereits an einer Dostojewski-Biographie mit.
Ein Autor der sich dem Dichter verschrieben hat und nun Interessierte auf unterhaltsame Weise an seinem Wissen und seinen Betrachtungen teilhaben lassen möchte.

 

Presseberichte

Achten Sie auf Dostojewskis Hilflosigkeit angesichts der Liebe

12.01.2021
 
„Frauen, die in seinem Leben durch- oder vorbei marschierten “
Nicht nur Dante und Proust, Flaubert und Ludwig Thoma, Wolfgang Borchert und Dürrenmatt: 2021 ist auch Dostojewski-Jahr, vor 200 Jahren wurde er geboren, knapp 60 Jahre später ist er gestorben. Dass er mit Werken wie „Schuld und Sühne“, „Der Idiot“, „Die Dämonen“ und „Die Brüder Karamasow“ nicht nur in der russischen, sondern in der Weltliteratur einen vorderen Platz einnimmt, ist unbestritten. Bestritten hingegen wurde immer wieder seine extrem schwierige Persönlichkeit.

Nun gibt es einige Biographien über Dostojewski, jene, die Andreas Guski 2018 im Beck Verlag herausgebracht hat, ist nicht nur in ihrer Ausführlichkeit exzellent. Klaus Trost – es ist sein erstes Buch, das auf langjähriger Beschäftigung mit dem Dichter basiert – nimmt sich nun einen Teilaspekt her. Es geht ihm um Dostojewski und die Liebe, sprich: konkret um die Frauen, die in seinem Leben durch- oder vorbei marschierten (da ist er offenbar enorm gründlich), aber sein Thema ist auch grundsätzlich die Einstellung des Dichters zur ganzen Problematik, theoretisch und praktisch.

Klaus Trost geht biographisch-chronologisch vor, allerdings setzt er seine Schwerpunkte so, dass bedeutende Ereignisse in Dostojewskis Leben (die Ermordung des Vaters, das Schockerlebnis der Schein-Hinrichtung) fast beiläufig nebenbei bleiben. Besser kommen die männlichen Freude weg, nicht zuletzt, weil sich über diese Bekanntschaften meist Frauengeschichten knüpfen ließen. Die Werke des Dichters, möglicherweise doch das Hauptthema seines Lebens, kommen bis auf Erwähnungen am Rande nicht vor. Es ist letztendlich das Gefühls- und Sexual-Psychogramm eines nicht sehr langen Lebens (1821 – 1881) geworden.

Das Thema „Frau“ erlebte sich zuerst an einer Mutter, die dem Vater völlig untertan war, wie es das Frauenbild nicht nur im Russland der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vorgab. Weniger wichtig die Schwestern (erst im späteren Leben tritt Wera hervor). Und vielleicht muss man für den „Teenager“ Dostojewski George Sand besonders erwähnen. Er erfuhr die Schriftstellerin, die in Europa als Rebellin gilt, als Verfasserin romantischer Liebesromane, die ein hingebungsvolles Frauenbild transportierten, das Dostojewski sehr beeindruckte. Gleichzeitig begann er sich in Kreisen der russischen Intelligenzija zu bewegen, wo die Situation der Frau besonders diskutiert wurde. Viele Anregungen holte man sich im streng reglementierten Zarenreich aus dem Ausland: vor allem die Werke des Franzosen Charles Fourier, der sich für die Gleichberechtigung der Frau einsetzte (was nach und nach auch einige Russinnen mit Hilfe von Bildung zu leben suchten), hatte großen Einfluß auf Dostojewski . Nebenbei befasste er sich romantisierend mit der Idee der „Besserung“ der Prostituierten, die ihm nicht nur theoretisch im Kopf herum gingen.

Vor allem aber zeichnet Trost das Bild eines hyperhysterischen Mannes, ungeduldig und unleidlich den Mitmenschen gegenüber, von steter Geldnot geplagt, nicht nur um Einkommen, sondern auch um Ruhm kämpfend, und von dem brennenden Bedürfnis getrieben, geliebt zu werden. Er verliebte sich in verheiratete Frauen, die er verklärte (während Kollege Turgenjew etwa Dostojewskis angebetete Jewdokija Panjewna einfach nur für „grob, beschränkt, böse, launisch, kokett“ erachtete, was die Illusionen erahnen lässt, die Dostojewski sich machte…). Der „aus dem Nichts geborene Held der gehobenen literarischen Gesellschaft“, wie Klaus Trost ihn nennt, gab sich mit Prostituierten („Mariechen“) ab, um sie umzuerziehen – sehr zum Kopfschütteln der Umwelt. Auch schadete er mit seinem „liederlichen Lebenswandel“ seiner das ganze Leben lang schwankenden Gesundheit, die schließlich immer wieder von schweren epileptischen Anfällen zusätzlich zerrüttet wurde. Andererseits recherchierte der Autor, dem die „Erniedrigten“ des Lebens so wichtig waren, quasi vor Ort…

Viele Frauen paradieren in kürzeren oder längeren Kapiteln durch das Leben von Dostojewski, ihre Bedeutung waren
 
Quelle: Online Merker - Die internationale Kulturplattform

Diene dem Mann. Bring Opfer.

09.01.2021
 
„Dann nimm diesen.“
Außer, neben deinem Mann begehrt dich Dostojewski. Dann nimm diesen.

Auf diesen Nenner lässt sich Dostojewskis Rat an die russische Damenwelt des 19. Jahrhunderts bringen - so mein Fazit nach der Lektüre der Neuerscheinung "Dostojewski und die Liebe".

Um das einzuordnen: Ich bin in dem Sinne befangen, dass ich als Jugendlicher die Werke Dostojewskis verschlungen habe. Damals dachte ich mir sinngemäß, ich habe keine Zeit für dünne Bücher, versenke mich lieber in den "Schinken" von Dostojewski und in den Welten, die sich mir z.B. in "Der Idiot" oder "Die Gebrüder Karamasow" erschlossen haben.

Und kürzeren Geschichten wie "Der Spieler" fand ich eine so gute psychologische Schilderung eines Spielers, dass ich mir direkt dachte, da ist Dostojewski doch bestimmt selbst betroffen gewesen.

In der Tat: In deutschen Casinos (in Russland war das verboten) war Dostojewski bei seinen Europareisen aktiv - und per saldo verlor er da kräftig...

Nun, bisher hatte ich also recht viel von Dostojewski gelesen, aber relativ wenig über ihn.

Als ich dann sah, dass es eine Neuerscheinung (Autor: Klaus Trost) mit dem aufschlussreichen Titel "Dostojewski und die Liebe" gibt, las ich das Werk umgehend.

Und hier bewahrheitete sich für mich der Spruch: "Never meet your idols"! Denn wenn Idole getroffen werden, könnte es sein, dass sie gar nicht mehr so bewundert werden...

Ging mir hier bei der Lektüre des Buches zunächst so. Denn Dostojewski zeigt sich hier keineswegs als der monogame, liebende Ehemann. Er ist äußerst zwiespältig - egozentrisch, bisweilen kalt, einsilbig, aber auch großmütig und großzügig und gelegentlich pathetisch.

Der Autor geht strukturiert vor und handelt chronologisch die Affären/Liebschaften/Musen...von Dostojewski ab, weitgehend chronologisch. Das geschieht jeweils in stimmigen Kapiteln, welche aufschlussreiche Titel tragen wie "Affekt - Pissarewa" oder "Kontra - Filosofowa".

Was ich gut finde: Der Autor ordnet Dostojewski in die zeitlichen Umstände ein. Denn es geht hier um das Russland des 19. Jahrhunderts...wo in der ersten Hälfte des Jahrhunderts laut Autor manch ein Adliger Leibeigene unbewegt im Garten stehen ließ - weil das billiger war, als Statuen zu kaufen...

Dostojewski selbst wurde zwischenzeitlich zum Tode verurteilt - und erst unmittelbar vor der Schein-Hinrichtung begnadigt. Das muss doch einen seelischen Knacks hinterlassen.

Ich merkte bei der Lektüre des Buches, dass ich das Verhalten von Dostojewski zu entschuldigen versuchte. Aber letztlich waren die Dinge wohl so, wie sie waren (sofern die Quellenarbeit des Autoren Klaus Trost passend ist, wovon ich ausgehe).

Dostojewski war weder Heiliger noch Übermensch, sondern ein Sterblicher mit Stärken - und eben auch Schwächen, gerade im zwischenmenschlichen Bereich. Und stimmig war das Frauenbild Dostojewskis durchaus nicht, siehe Einleitung oben.

Meine Lehre ist es, zwischen dem Autoren Dostojewski und dem Menschen Dostojewski zu trennen. Das versuche ich nun generell so zu handhaben. Und so bleibt mir der Genuss der Werke Dostojewskis möglich, auch wenn ich an seiner menschlichen Seite einiges auszusetzen hätte. Doch wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein....bzw. um einen anderen großen russischen Autoren zu zitieren (Solschenizyn):

Allmählich wurde mir offenbar, dass die Linie, die Gut und Böse trennt, nicht zwischen Staaten, nicht zwischen Klassen und nicht zwischen Parteien verläuft, sondern quer durch jedes Menschenherz.

Was nun "Dostojewski und die Liebe" betrifft, so sehe ich das Buch als Fleißarbeit von Klaus Trost. Sofern Sie Grund-Interesse an Dostojewskis Privatleben haben, dann kann ich Ihnen diese Neuerscheinung ans Herz legen.
 
Quelle: Blog "Ethische Rendite"

Ein Muss für jeden Dostojewski-Fan!

28.12.2020
 
"Dostojewski und die Liebe" gefällt mir ausgesprochen gut. Es ist sehr umfangreich, gut geschrieben und spannend ist es auch - was aber nicht ganz überraschend ist, da Dostojewskis Leben spannend und z. T. abenteuerlich war. Der Autor, der auch Betreiber der Internetseite www.dostojewski.eu ist, trennt "Werk und Vita" des russischen Schriftstellers explizit. Der Mensch Dostojewski wird sehr eindrücklich und kritisch geschildert. Er war, zumindest in Bezug auf Frauen, ein Scheusal. Dostojewski verfügte über ein reaktionäres Frauenbild, zeigte sich aber in der Öffentlichkeit und im persönlichen Kontakt mit Frauen der Emanzipation gegenüber aufgeschlossen.
Fazit: Dostojewski war ein unsympathisches frauenfeindliches Scheusal und ein großer Egoist. Wenn man sich aber überlegt, wie viele "große Männer" des 19., aber auch des 20. Jahrhunderts ihre Frauen unterdrückt oder sich von ihnen den Rücken haben freihalten lassen, dann ist er eher die Regel gewesen und keine Ausnahme. Mit Klaus Trosts Buch liegt erstmalig ein Werk vor, welches sich mit Dostojewskis ambivalenten Beziehungen zu Frauen beschäftigt. Dem Autor gelingt es auf überzeugende und gut lesbare Art und Weise die Thematik zu behandeln. Ein Muß für jeden Dostojewski-Fan, die/der sich neben dem Werk des großen Schriftstellers auch mit dessen Biographie beschäftigen möchte!
 
Quelle: Eine Bewertung auf einem Buchportal

200. Geburtstag Dostojewskijs - Das Buch zum Jubiläum

11.12.2020
 
Es ist schön, einmal wieder Neues von Dostojewski zu lesen und speziell die Welt seiner Musen zu entdecken. Klaus Trost schafft es in diesem Buch eindrucksvoll, den Schriftsteller Dostojewski zu entmystifizieren und endlich als normalen (wenn auch teilweise verrückten) Menschen zu zeigen, genauer das Leben hinter dem Werk etwas mehr aufzudecken, wie es für echte Fans ein Muss ist. Mir ging es oft so, dass ich als Bewunderer seiner Werke den Menschen dahinter aus dem Auge verlor oder vielmehr mir kaum vorstellen konnte, wie er Gefühle entwickeln oder diese im echten Leben zeigen konnte. Die Gestalt war mehr eingefroren, wie in den wenigen gemalten Portraits von ihm, ein Schatten hinter den bekannten Romanen. Und das, obwohl . . .
 
Quelle: Blog / Forum

Dostojewski – Frauen – Liebe: Wechselspiel zwischen Dominanz und Demut

10.12.2020
 
(Rainer Buck) Im kommenden Jahr würde einer der ganz Großen der Weltliteratur 200 Jahre alt: Fjodor Michailowitsch Dostojewski. Kaum ein Klassiker ist so zeitlos und aktuell wie er, denn seine Themen unterliegen nicht dem Zeitgeist. Sie schmiegen sich nicht eng an vorherrschende polit-ideologische Strömungen. Er ist der große Erforscher der Menschenseele, der unbequeme Fragesteller nach Gott, hochverehrt von Tiefgläubigen und Ungläubigen.

Und – wie im neuen Buch „Dostojewski und die Liebe“ von Klaus Trost eindrucksvoll dargestellt – ein Mensch, der zeitlebens unter dem Einfluss der Frauen stand.
Dostojewski und die Frauen… Eine außergewöhnliche Affinität

Klaus Trost ist mindestens im deutschsprachigen Raum der erste . . .
 
Quelle: Blog